Metal-CD-Review: ELIXIR – Unleash The Magic (2012)

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Land: Uruguay – Stil: Power Metal – Label: Heart of Steel Records

Lineup:

Andres Duarte (Bass)
Federico Fleitas (Drums)
Matias Artecona (Gitarre)
Marcos Garcia (Gitarre)
Ignacio Fernandez (Keyboards)
Brunno Navarro (Gesang)

01. Excelsior (Intro)
02. Weapons Of Heart
03. Unleash The Magic
04. Until Eternity
05. Facing The End
06. Souls With No Glory
07. Wasteland
08. Sunrise
09. Legacy

Power Metal aus aller Welt.

Vorwort: Bloß nicht verwechseln ! Die hier gemeinte Bandformation ELIXIR stammt aus Uruguay und wurde im Jahre 2009 gegründet. Schließlich gibt es eine gleichnamige Band, die seit 1983 in Großbritannien aktiv ist und zumindest in einem recht ähnlichen Genre anzusiedeln ist. UNLEASH THE MAGIC ist das erste Studioalbum von ELIXIR, welches durch Heart of Steel Records international vertrieben wird. Zuvor veröffentlichten sie lediglich eine Single, FACING THE END – welche aus dem Jahre 2011 stammt und auf der offiziellen Webseite der Band netterweise zum kostenlosen Download angeboten wird (Link). Die alles entscheidende Frage: haben ELIXIR trotz leicht zu verwechselndem Bandnamen eine Chance, international durchzustarten ?

Kritik: 9 Titel sind auf UNLEASH THE MAGIC enthalten – abzüglich eines Intros. EXCELSIOR heisst das gute Stück, welches als knapp zweiminütige Einstimmung auf das Album fungiert. Die erste Hälfte fällt noch recht dezent aus, bevor es kurz darauf in ein symphonisches Intermezzo der überwältigenden Art übergeht. Der stark an eine Filmmusik erinnernde Sound kommt enorm druckvoll durch die Boxen, und beschwört eine Fantasy-lastige Atmosphäre herauf, der man nur schwerlich entrinnen kann. Dann folgt auch schon der Opener WEAPONS OF HEART – und der zuvor etablierte Eindruck ward nicht geschmälert – zumindest nicht durch den instrumentalen Anteil. Die metallischen und symphonischen Anteile harmonieren gut miteinander, wobei der Fokus noch etwas deutlicher auf den schwereren Elementen liegen könnte. Der regelrechte Keyboard-Teppich wirkt nämlich leicht kitschig und nicht gerade dezent in Szene gesetzt. Der Leadsänger Brunno Navarro erinnert mit seiner Klangfarbe ein wenig an den Leadsänger von PHOENIX RISING, Miguel González – nur, dass er nicht ganz so hohe Töne erreicht. Seine Darbietung fällt mitunter stark gewöhnungsbedürftig aus – gerade in den Strophen. Im Refrain wird das ganze dann mehrstimmig inszeniert, was schon wesentlich angenehmer und pompöser klingt.

Es geht munter weiter – UNLEASH THE MAGIC steht als Titeltrack an dritter Stelle, und vermag es in der Tat schnell zu zünden. Die Eingewöhnungsphase ist vorüber, doch auch unabhängig davon scheint Brunno Navarro nicht mehr ganz so ‚angeschwollen‘ zu singen wie im Opener. Die flotte Instrumentierung macht Laune, die symphonischen Elemente halten sich größtenteils im Hintergrund – zumindest bis es zum Refrain geht. Mit kleinen Feinheiten a’la einem besonderen Übergangseffekt (Minute 1.49) sorgt man für Alleinstellungsmerkmale, und hebt sich von der Masse der Bands ab, die sich einer ähnlichen Spielart bedienen. Zumindest teilweise – denn insgesamt kann die hier dargebotene Kost zwar als ansprechend-solide bezeichnet werden, keinesfalls aber als besonders innovativ oder bahnbrechend respektive überwältigend. Zugegeben, es sind wahrlich nur noch Ausnahme-Bands, die diese Attribute auch in heutigen Zeiten noch erfüllen können, von daher sei an dieser Stelle einmal darüber hinweggesehen. Beim folgenden UNTIL ETERNITY handelt es sich um eine relativ unspektakuläre Uptempo-Nummer mit ausbremsenden Elementen, die in Form von eher merkwürdigen Stimmverzerrungseffekten und extrem verhaltenen Instrumentalpassagen daherkommen. Als Highlight fungiert wieder erwarten nciht das Gitarrensolo, sondern der symphonisch-orchestrale Part ab Minute 3 – der klingt ein wenig düster, wird durch den wummerigen Doublebass angetrieben und macht Laune.

Das nun folgende FACING THE END treibt es in Sachen Melodiösität und Eingängigkeit dann auf die Spitze, und offeriert jeweils einen herrlich fröhlichen, kitschigen Melodiebogen nach dem anderen. Als Fan des Genres, und der etwas ‚weichgespülteren‘ Elemente wird man derlei Verfahren nur zu schätzen wissen – alle anderen werden sich an der fehlenden Härte stören. Doch es gibt ein weiteres Problem: der gesamte Gesangspart fällt abermals äußerst durchwachsen aus. Zurückzuführen ist dies auf die offenbar wechselhaft verwendeten Effekte und Verzerrer, und des weiteren die instrumentalen Distortions – eigentliche überflüssige Stilmittel. SOULS WITH NO GLORY könnte glatt zu einem Titel-Track des Blogs auf dem dieser Text gerade verfasst wird fungieren – doch bleibt der Titel recht unspektakulär, und zeugt abermals von einem schwächelnden Gesangspart. Der Auftakt des folgenden WASTELAND fällt indes viel versprechend aus – schön harsche, ‚dreckige‘ und kraftvoll arrangierte Riffs sorgen für den nötigen Drive, der allerdings vom Gesangspart und den hier etwas aufgesetzt wirkenden symphonischen Elementen wieder abgebremst wird. SUNRISE hat das Zeug zu einer waschechten Hymne – und schöpft dieses Potential auch größtenteils aus, avanciert gar zu einem der stärksten Titel des Albums. Das abschließende LEGACY hat allerdings wieder einige Probleme hinsichtlich der Abmischung, irgendwie klingt das ganze nicht so rund wie es hätte klingen können / sollen.

Fazit: Kurz und knackig, aber noch mit zu vielen verwechselbaren Elementen – ELIXIR müssen unbedingt noch an ihrer Eigenständigkeit arbeiten, um sich aus der schieren Masse an Bands hervorzuheben. Auch die Produktionsqualität könnte besser sein, hier steckt der Teufel allerdings im absoluten Detail. Die Vermengung von klassisch-symphonischen und schermetallischen Elementen gelingt ihnen bereits jetzt recht gut, die hauptsächlichen Schwächen sind allerdings auch nicht im instrumentalen zu suchen – sondern im Gesang. Alles in allem, eine eingeschränkte Empfehlung – es gibt keinen besseren Symphonic Power Metal aus Uruguay, aus internationaler Sicht allerdings schon.

Anspieltipps: WEAPONS OF HEART, UNLEASH THE MAGIC, SUNRISE

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