Metal-CD-Review: DEVON – Unreal (2012)

Land: Brasilien – Stil: Heavy Metal – Label: Independent

Lineup:

Rafael DM (Bass)
Gabriel Triani (Drums)
Rafael Greco (Gitarre)
Breno Viana Gitarre)
Alex Gardini (Gesang)

1. Crash Of Reality
2. Streets Ain´t The Same
3. Turning
4. Call The Brothers
5. The Sunset Rider
6. Forgetting You
7. The Sentence
8. Running Out Of Luck
9. Face Myself
10. On The Road
11. Innocence Degrees

Brasilianische Neueinsteiger auf dem Vormarsch.

Vorwort: Bei DEVON handelt es sich um eine relativ junge Band aus Sao Paulo in Brasilien. Nach der Bandgründung im Jahre 2008 haben sich die aktuellen 5 Mitglieder der Spielart des Heavy Metal (mit Anleihen aus dem Power- und Melodic Metal) verschrieben, und fleissig Ideen für ein Album gesammelt. Dieses liegt heute (beziehungsweise seit dem 1. Juni 2012) in Form von UNREAL vor, einem 11 Titel starken Debüt mit einem ansprechend-apokalytpischen Artwork. Noch sind die Brasilianer ohne Vertrag unterwegs – vielleicht wird sich das in naher Zukunft ändern, sofern das immerhin vielversprechende Album ein entsprechender Erfolg wird. Aber, lohnt es sich wirklich ?

Kritik: Ein kurzes Intro mit dem Titel CRASH OF REALITY läutet den Auftakt des Albums ein, und lässt dabei noch nicht viele Schlüsse auf den musikalischen Inhalt des Albums zu. Für knappe 42 Sekunden werden lediglich einige mit leichten Störgeräuschen versehene, post-apokalyptische Klänge dargeboten; die wie eine Mischung aus Regentropfen, Feuer und Kriegsgeräuschen klingen. Der eher düster-dystopische Eindruck verfliegt indes schnell, wenn der Opener STREETS AIN’T THE SAME beginnt, durch die Membranen zu schallen. Zwar bewegt man sich inhaltlich-textlich noch immer im Rahmen des übergeordneten Konzeptes, doch der Sound klingt vielmehr nach einem typischen (allerdings etwas galttgebürsteten) gute-Laune Metal der 80er Jahre. Tatsächlich soll es dann auch bei diesem eindruck bleiben, der sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album ziehen wird – wer also düstere Töne oder eine generell härtere Gangart erwartet hat (in Anbetracht des Genres oder des Artworks), wird enttäuscht sein.

Besieht man die nun folgenden Titel, so wird schnell klar: DEVON bieten auf UNREAL grundsolide Genrekost ohne großartige Höhen oder Tiefen. Seien es TURNING, CALL THE BROTHERS oder THE SUNSET RIDER – man bewegt sich auf einem annehmbaren, allerdings auch reichlich unspektakulären Niveau – sowohl instrumentell als auch gesanglich. Lediglich die etwas schzwachbrüstige Produktionsqualität fällt negativ auf. In Anbetracht dessen, dass es sich um ein Debütalbum ohne die Unterstützung großer Labels handelt, sei an dieser Stelle allerdings einmal darüber hinweggesehen. Warum kein Keyboarder im Lineup geführt wird, erscheint indes schleierhaft – hört man doch offensichtlich mehr als 2 schrammende Gitarren, einen Bass und die etwas flauen Drums – und das gar nicht mal so knapp. Mit Titeln wie FORGETTING YOU wagt man auch Ausflüge in die explizit balladeske Richtung. Während die instrumentelle Komponente aus Akustik-Gitarre und dezenten Pianotönen überzeugt, leistet man sich aber gerade hier einen absoluten gesanglichen Fehlgriff. Der (in diesem Fall zu hohe) Gesang wirkt geradezu laienhaft inszeniert und eher belächelnswert als gefühlvoll dargeboten.

Glücklicherweise ändert sich das, wenn in Titeln wie THE SENTENCE wieder zu tieferen und /oder kräftigeren Stimmlagen gegriffen wird. Hierbei handelt es sich zugleich um einen der besseren Titel – RUNNING OUT OF LUCK, ON THE ROAD oder INNOCENCE DEGREES stellen sich als recht belanglose Kompositionen heraus, die den Hörer lediglich durch einige knackige Soli bei Laune halten. Die vielversprechendste Nummer ist noch FACE MYSELF, hier offenbart sich erstmals eine wirklich angenehme und sich merklich entwickelnde Songstruktur, die im Refrain einen Höhepunkt findet. Auch Drum-technisch geht es erstmals etwas lebendiger zu, doch andererseits hat man dergleichen (im Zusammenspiel mit dem typischen hohen Gesang) schon unzählige Male bei anderen Bands gehört – nur besser, und vor allem früher.

Fazit: Ein Album wie aus einem Guss – UNREAL ist alles andere als ein spektakuläres Werk geworden. Stattdessen bietet man solide Metal-Kost der eher weichgespülten Art, die zumindest Genrefans und Freunde von (Halb-)Balladen mit eher rockigem denn wirklich metallischem Touch zufriedenstellen dürfte. Alle anderen werden eine druckvollere Produktion und Abwechslung in Form von schnelleren oder härteren Passagen vermissen – man bewegt sich stets innerhalb desselben Schemas, ohne sich bemerkenswerte Ausbrüche zu leisten. Alex Gardini überzeugt nur halbwegs als Leadsänger, zeigt er noch deutliche Schwächen in den höheren Lagen, und insbesondere in den emotional-balladesken Momenten. Ein Album, welches insgesamt eher langweilt als wirklich zu fesseln vermag – eine EP wäre in Anbetracht der offensichtlich nicht vorhanden musikalischen Vielfalt angebrachter gewesen. UNREAL wäre grundsätzlich im Mittelmaß einzuordnen, und Freunden des Heavy Rocks und soften Heavy Metals zu empfehlen – wären da nicht Nummern wie die absolut peinliche Ballade FORGETTING YOU, mit der man den qualitativen Vogel leider komplett abschiesst. Bleiben lediglich zwei stärkere Titel als Anspieltipps – der Rest rangiert irgendwo in der Schublade der Langeweile und Belanglosigkeit. Schade – es gibt noch zuviel Verbesserungsbedarf, doch zumindest das Potential scheint vorhanden.

Anspieltipps: THE SENTENCE, FACE MYSELF

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