Metal-CD-Review: JACK STARR’S BURNING STARR – Land Of The Dead (2011)

Land: USA – Stil: True Metal / Heavy Metal

01. Land Of The Dead
02. Sands Of Time
03. Twilight Of The Gods
04. Stranger In Paradise
05. Here We Are
06. Warning Fire (feat. Ross The Boss)
07. Daughter Of Darkness
08. When Blood And Steel Collide
09. On The Wings Of The Night
10. Never Again (feat. David Shankle)
11. Until The End

Angriffslustiger True Metal aus dem Land der Toten.

Vorwort: Hach, was ist das doch für ein herrliches Cover, welches den 2011’er Silberling LAND OF T HE DEAD der US-True Metaller von JACK STARRS BURNING STAR schmückt – herrlich kitschig und etwas plump zwar, aber eben auch gleichsam zeitlos wie ein gewisses Gefühl der Nostalgie heraufbeschwörend. Und auch der musikalische Inhalt soll exakt diesem Credo folgen, und einen ungekünstelten, ‚ehrlichen‘ True Metal bieten, wie ihn einst die Pioniere des Genres in den 80er Jahren zelebrierten. Beispielsweise VIRGIN STEEL – die nicht von ungefähr in einem direkten Zusammenhang mit JACK STARR stehen. Dort war selbiger Namensgeber einst als Gitarrist aktiv, bis es zu einigen Streitigkeiten kam und er sich entschloss (oder entschließen musste), eigene Wege zu gehen. Doch wirklich glatt lief das alles nicht – die Band legte eine erhebliche Pause von satten 20 Jahren (!) hin, weshalb man von 1989 bis 2009 kaum etwas von ihr hörte. DEFIANCE erschien als erstes ‚Comebackalbum‘ nach der langen Pause, und gute 2 Jahre später dann der neueste Longplayer LAND OF THE DEAD, der nun zu Rezensionszwecken vorliegt. Oder vielleicht auch zu mehr…?

Kritik: Herzlich willkommen im ‚Land der Toten‘ – exakt so wird die erste Nummer LAND OF THE DEAD von einem eigens angeheuerten ‚Tourguide‘ vorgestellt. Was danach folgt, ist ein Fest für True Metaller, und solche die es gerne werden wollen. Ein rundum knackiger Sound, flott-treibende Riffs und ein (nicht zu) hoher Gesang eines Todd Michael Hall sorgen für einen netten, gradlinigen Metal-Flair der alten Schule. Ebenfalls nicht unbemerkt bleibt die gewisse ‚Hymenhaftigkeit‘ des Liedguts – tolle Melodien, ein mitreissender Refrain und eine abwechslungsreiche Songstruktur hieven den Titel schnell auf Niveau, welches mehr als nur anständig ist. Stichwort True Metal: einen Keyboardeinsatz wird man hier folgerichtig vermissen, oder eben nicht – denn als ‚Ausgleich‘ erhält der Part des Bassisten eine höhere Aufmerksamkeit. Und Ned Meloni macht in dieser Hinsicht zweifelsohne einen guten Job. Es folgt SANDS OF TIME, bei dem man als interessierter Hörer eine gute Gelegenheit erhält sich aufzeigen zu lassen, was man mit einer Gitarre so alles anstellen kann. In der Tat ersetzt sie im True Metal so ziemlich alles, was in anderen Genres (Symphonic, Melodic, Power Metal) von anderen Instrumenten oder gar Computern produziert wird und der Ausschmückung der Lieder genutzt wird. So gerät auch diese Nummer zu einer reichlich bodenständigen, ehrlichen, gradlinigen – die eine enorme Melodieverliebtheit offenbart und schlicht wahnsinnig gut unterhält.

Mit TWILIGHT OF THE GODS kommt nun das erste (und zugleich einzige) ‚Interlude‘ des Albums, wenn man es denn so nennen möchte. Man nutzt die zweieinhalb Minuten, um der Atmosphäre noch einen kleinen Schubser zu geben; und bleibt dabei vergleichsweise minimalistisch. Viel gibt es eigentlich nicht zu hören, doch die wenigen genutzten Elementen erfüllen ihren Zweck. STRANGER IN PARADISE ist dann wieder eine vollwertige Nummer mit einem deutlichen True Metal-Anspruch, bei der die Fetzen vor allem während der grandiosen Soli fliegen. Die restlichen Elemente bewegen sich ebenfalls auf einem ansprechenden Niveau, doch im Vergleich zu den ersten Titeln flacht der Faszinationsfaktor hier etwas ab. Auch die Mitsingnummer HERE WE ARE folgt einem ähnlich gemäßigt-unspektakulären Schema, zeigt aber ein viel deutlicheres Hymnen-Potential auf. Ein paar schwere Riffs, ein in diesem Fall etwas kraftlos wirkender Gesang und ein recht simpler Songtext platzieren den Titel insgesamt im gehobenen Mittelfeld. Es wird endlich wieder Zeit für einen echten Kracher – und der kommt nun in Form des mächtigen WARNING FIRE. Nun ist sie weder da, die pure Spielfreude und Energie, die bei den vorherigen zwei Titeln aufgrund der stilistischen Ausrichtung nicht zum Tragen kam – ein kultig anmutender Refrain, ein erfrischter Leadsänger mit einer wieder erstarkten Stimme, druckvolle Riffs und ein rundum satter Sound – so klingen JACK STARRS BURNING STARR einfach am besten.

Die nächste Überraschung kommt nun mit DAUGHTER OF DARKNESS, einem Titel aufgemacht wie eine echte ‚Männerballade‘. Die ruhigen Strophen werden vom energetischen Refrain konterkariert, Text und Sound wirken überaus ehrlich, authentisch und stets nachvollziehbar. Bei einem Titel wie diesem kann man also ruhig verschmerzen, dass er nicht mit der vollen Portion ‚Härte‘ aufwartet und eher über eine emotionale Schiene funktioniert. Und dennoch weiss der Sound recht brachial durch die Boxen zu wummern – dank der guten Produktionsqualität und -Arbeit. Nun, bei einer Titulierung wie WHEN BLOOD AND STEEL COLLIDE würde man wohl am ehesten an True Metal-Brachialware im Stile von MANOWAR denken – und damit liegt man gar nicht so falsch. Die Eignung als Hymne macht sich recht schnell bemerkbar, Genrefans werden sich freuen. Lediglich ein klein wenig mehr Abwechslung (Höhen und Tiefen, ‚Ausbrüche‘) wäre nicht verkehrt gewesen, zumindest insoweit, als dass sie noch mit dem Genre vereinbar wäre. Bei ON THE WINGS OF THE NIGHT gibt es dann überhaupt nichts auszusetzen – hier steckt wieder alles drin, was sich der geneigte Genrefan wünschen würde. Kraft, Melodie, Ausdrucksstärke; gute Strophen und ein solider Refrain – was will man mehr ? NEVER AGAIN und UNTIL THE END sind dann die letzten beiden, relativ unspektakulären Nummern, die zwar nicht mehr den Anschluss an den guten Eindruck des Auftakts finden, aber dennoch überzeugen. Gerade UNTIL THE END wohnt eine gewisse metallische ‚Erhabenheit‘ inne, die sich sofort auf den Hörer zu übertragen vermag und dementsprechend als markante Hymne ankommen wird.

Fazit: LAND OF THE DEAD ist ein rundum gelungenes True Metal-Album, gekennzeichnet von einer sagenhaften Produktionsqualität und einem wunderbar druckvollen Sound. Auf Bombast, Keyboards und unnötige Schnörkeleien wird komplett verzichtet, sodass es vor allem die handwerkliche Arbeit eines jeden einzelnen Bandenmitglieds ist, die im Vordergrund steht. Und gerade hier beweisen JACK STARRS BURNING STAR, dass sie im Laufe der Jahre nichts verlernt haben, eher im absoluten Gegenteil. Fette Riffs, organische Drums, ein toller Bass und ein meist starker Gesang sorgen in fast allen der 11 Titel für einen teils nostalgischen, teils zeitlosen Flair der die True Metal-Herzen im Sturm erobern wird. Ein Problem gibt es dann allerdings doch – und das liegt in der relativen Gleichförmigkeit der Songstrukturen begründet. Trotz eines überschaulichen Aufgebots an Titeln und Laufzeiten ähneln sich viele Songs noch zu stark, und bieten nicht immer das Maß an Abwechslung und Unterhaltung, welches man sich vielleicht gewünscht hätte. Nach einem verdammt starken, da entsprechend überraschendem Auftakt zeigt man sich gerade im Mittelteil weniger energetisch und komplex; es schleichen sich Längen und ein gewisse Prise Eintönigkeit ein. Bei einer (stark geschmacksabhängigen) Halb-Ballade a’la DAUGHTER OF DARKNESS kann man das noch durchaus verschmerzen, wenn es allerdings auch in vermeintlich ‚epischen‘ Kompositionen zusehends an ‚Härte‘, Kraft und Spielfreude mangelt, dann wiegt das schon schwerer. In der Tat wirkt es so, als ginge der Band einstweilen und im wahrsten Sinne des Wortes die Luft aus – und damit auch die Ideen. Dennoch gilt die Scheibe als Pflichtkauf für alle True Metal-Fans – die über eine sich einstweilen anbiedernde Gleichförmigkeit hinwegsehen, und dafür in Anbetracht der 3, 4 oder 5 richtig starken Titel abfeiern können.

Anspieltipps: LAND OF THE DEAD, SANDS OF TIME, WHEN BLOOD AND STEEL COLLIDE, UNTIL THE END

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3 Gedanken zu “Metal-CD-Review: JACK STARR’S BURNING STARR – Land Of The Dead (2011)

  1. Yeah, The Master of Metal hat mich erhört und ein von mir empfohlenes Album getestet.
    Auch wenn ich mit der Bewertung von 7.0/10 nicht ganz konform gehe, so lese ich doch vieles Gutes über dieses Album und das ist doch das wichtigste. Zusammenfassend hätte ich vielleicht eine 8.0 gegeben. Wenn man nur die Erscheinungen 2011 betrachtet sogar eine 9.0.

    Abschließend gleich noch mal eine Frage, warum keine Reviews von Avatasia. Tobias Sammet ist doch der Gott of Power Metal.

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    1. Gerne, gerne ! Und: was für ein Titel, ‚Master Of Metal‘, ich fühle mich geehrt^^ Obwohl, vielleicht sollte man noch ein kleines ‚Power‘ dazwischenschieben, denn ich schätze den Anteil der Reviews diesbezüglich auf etwa 80 %, hehe.
      Wie wäre es denn dann mit einer 8.5/10 als Kompromiss, mit der verewigst Du Dich auch direkt unter meiner Wertung. Und: jetzt wo du es sagst, fällt es mir beschämenderweise auch auf: weder Avantasia noch Edguy sind in meiner Bandliste rechts vertreten. Das sollte; muss man ändern… auch wenn ich eher ein Fan der früheren Releases bin was das betrifft.

      Danke für Dein Mitwirken, und liebe Grüße !

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    2. Ach ja, wenn ich Dich hier schonmal an der Strippe habe:
      Hast Du schonmal einen Blick in meine Alben-Bestenliste geworfen ? Wenn ja, hältst Du meine Platzierungen ganz oben (quasi über 10/10) für gerechtfertigt, oder würdest Du in diesen Fällen ganz anders bewerten ? Ich muss schließlich auch mal wissen, was andere Metal-Fans von diesen vielleicht gewagten Einschätzungen halten 🙂
      P.s. für weitere Vorschläge, was mögliche 10/10 Kandidaten betrifft, bin ich gerne offen 😉

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