Chronologie Einer Ärgerlichen (Aussenknöchel-)Fraktur a’la Oliverdsw

Ich hatte es schon ansatzweise in einem früheren, wenn auch absichtlich etwas mysteriös gehaltenen Blog-Post angedeutet – doch da mich das leidige Thema wohl noch eine ganze Weile beschäftigen wird, nun ein etwas ausführlicherer (Anschauungs-)Beitrag. Wichtig ist allerdings der Hinweis, dass ich nichts überdramatisieren möchte – und ich mir durchaus der Tatsache gewahr bin, dass es weitaus schlimmere / heftigere / deftigere Fälle gibt, die den Betroffenen ungleich viel mehr abverlangen. Selbigen Betroffenen / Verunglückten / Erkrankten gilt mein Beileid – da ich spätestens jetzt einmal mehr des Glücks bewusst geworden bin, was es eigentlich bedeutet ‚gesund‘ zu sein. Zumindest auf physischer Ebene, versteht sich. Auch gilt: fachkundige oder medizinisch relevante Ausführungen sehen anders aus, bzw. sollte man sie woanders suchen. Zumal mein etwas… eigenartiger Humor dem grundernsten Ton des Themas ohnehin nicht gerecht werden wird.

Zu allererst – eine jegliche Fraktur, eine Zerrung, Stauchung oder ein Bruch ist wohl immer ärgerlich und schmerzhaft, egal welche Körperpartie auch immer betroffen ist. Noch ärgerlicher kann es allerdings werden, wenn der betreffende ‚Unfall‘ alles andere als spektakulär zustande kam und vergleichsweise harmlos ausfiel (saubere Fraktur). Man verstehe mich nicht falsch, grundsätzlich gilt je harmloser, desto besser und erträglicher – doch wenn man sich genauso gut einen explizit schweren Bruch hätte zuziehen können (z.B. bei einem spektakulären Sportunfall), dann stimmt mich das etwas stutzig. Zumindest was die Genesungsdauer angeht – immerhin blieb mir eine (potentiell langwierige) Operation erspart, noch versuche ich es über die traditionelle Methode.

In der Tat war der ‚Übeltäter‘ eine… Rutsche ! Wenn auch eine vergleichsweise große und gemeine. Nanu, ich (26) und rutschen ? Eine wohl berechtigte Frage. Doch es kam, dass ich mit einer Freundin und deren Kindern in einem namhaften Freizeit- und Tierpark unterwegs war. Dort wollte ich es mir – übrigens relativ früh – nicht nehmen lassen, eben die Rutsche zu benützen auf der auch ein weiterer Bekannter heruntergesaust ist. Natürlich habe ich nicht auf mögliche Größenunterschiede geachtet, warum auch… aber gut, ich bin immerhin einige Zentimeter (30 oder gar mehr ?) größer als besagter Voraus-Rutscher. Gut auch, dass er mit dem Kind der Freundin zusammen gerutscht ist, wer weiss was sich sonst ergeben hätte. Größeres Gewicht ist gleich höhere Geschwindigkeit… ?

Nun ja, besagtes kleines ‚Unglück‘ geschah dann natürlich eher nach als während des Rutschens. Man kennt es, unten ist eine kleine ‚Ausrutschfläche‘ vorgesehen, auf der (die Kinder) zum Stehen kommen sollen, oder zumindest Geschwindigkeit abbauen sollten um dann sicher auf dem dahinter kommenden Sand zu landen. Muss ich noch mehr sagen… ? Durch meinen etwas… mächtigeren Körperbau (als den eines Kindes) kam es, dass meine Füße bereits auf dem Sand landeten während ich mit dem Oberkörper noch auf der Rutsche lag. Hinzu kommt ein wenig Physik, und fertig ist die wunderbare Stauchungs-Situation. Glücklicherweise ging ein Großteil der Kraft in die Kniegelenke, die das Ganze gut ausgehalten haben – doch links hat die ‚Federung‘ offenbar nicht ausgereicht. Ein Schmerz fuhr durch meinen Fuß / Knöchel – ich nahm allerdings an, es handelte sich um einen ungefährlichen Schmerz, z.B. den einer kleinen Prellung. Also aufstehen, und weiter geht’s – jedoch auch bereits hier schon verdächtig problematisch. Also eher: weiter humpeln.

Richtig bitter wurde es erst dann, als ich zwischendurch eine Ruhepause von etwa 20 Minuten (während einer Rundfahrt) eingelegt hatte und danach wieder auftreten musste. Uhhh… gar nicht schön. Wir beschlossen dann, die Aktivitäten auf jeden Fall abzubrechen – und ich musste mich überreden lassen, zu einer Sanitätsstation zu ‚gehen‘ – wofür ich im Nachhinein äußerst dankbar bin. Eine kleine Schwellung, ein wenig Salbe, ein provisorischer Verband… und der gut gemeinte Rat, sofort ins Krankenhaus zu fahren. Auch dazu liess ich mich überreden (nochmals danke), sodass ich den Rest des Tages in der Notaufnahme verbringen durfte / musste. Zugegeben – auch nicht gerade schön, was man hier sieht. Ich kann kaum verstehen, wie sich einige der Anwesenden über zu lange Wartezeiten aufregen konnten – wenn quasi nebenbei schwerverletzte Jugendliche / Kinder mit offenen Wunden hereinrauschen. Das eigene Leid ist eben immer das schlimmste…

Gut, wirklich erfreut war ich über den Ablauf auch nicht. Immerhin ging es recht schnell, bis es losging – Blutdruck messen, Arzt zwecks Ersteindrucks, Röntgen. Das war nach etwa 1-2 Stunden abgehandelt. Dann allerdings der Fauxpas… man liess mich etwa 3 Stunden auf einer Liege zurück, verlassen in einem Behandlungszimmer von dem es natürlich kein Foto gibt. Sicher gab es ernsteres zu behandeln – doch wenn man von irgendwo in der unmittelbaren Nähe Ärztegespräche aus einem Pausenraum (oder ähnlich) hört, dann ist es doch etwas makaber. Sei es drum, die Diagnose: nicht wirklich eindeutig. Irgendwie ist der Knöchel gebrochen, aber auch nicht richtig; ganz sauber und nicht verschoben eben, weitere Abklärung erforderlich. Na gut. Immerhin hat es zu einem Gips und dem Tipp, einen Chirurgen aufzusuchen gereicht. Und dem Hinweis, möglichst nicht mehr aufzutreten. Dabei dachte ich könnte am Abend noch am großen Treppenhauslauf teilnehmen…

Einen Tag später dann der Arzt-Besuch, auf Krücken. Wartezeit: überraschend kurze 4 oder 5 Minuten ! Es wurde kurz über den Gips und die Bilder geschaut, und mir geraten abzuwarten. Auf Nachfrage ob vielleicht der Knöchel gebrochen sein könnte, ein knappes ja. Wozu auch den Patienten noch weiter belasten, im wahrsten Sinne des Wortes. Es folgte eine Woche mit Gips, und aufgrund widriger Umstände nur einmaligem Duschen*hüst*. Aber ich habe ja auch kaum das Haus verlassen. Stattdessen habe ich wunderbar viel Zeit für den Blog, und kann Internet-Recherchen anstellen, aus denen ich schon etwas schlauer wurde – aber die sind bekanntlich gefährlich und können (unnötige) Angst schüren.

Wieder eine Woche später der erneute Besuch mit erneutem Röntgen (drehen Sie man den Fuss sooo *hgnnn*) – und die ernüchternde Aussage. Es hat sich ’nichts verändert‘ – d.h. weder zum guten noch zum schlechten, der Bruch ist unverändert. Nun ja. Der Gips kam ab, dafür wurde mir so eine mächtige Aircast-Komplettschiene verpasst. Die hat Vorteile (Ausziehen möglich), aber auch Nachteile (Ausziehen möglich). Immerhin kann man so das zwischenzeitliche ‚Ergebnis‘ begutachten – ein Fuß, der etwa doppelt so groß ist wie der andere, glücklicherweise unbetroffene. In 10 Tagen der nächste Termin, geschätzte Gesamtdauer des Heilungsvorgangs: 6 Wochen Minimum. Wie passend, dass ich meine Vertragsverlängerung bei meinem derzeitigen Arbeitgeber nur einige Tage vorher unterzeichnet habe, sonst wäre ich nicht nur ein (temporärer) Invalide, sondern auch noch ein reichlich armer. Ich hoffe, man ‚verzeiht‘ es mir bzw. merkt, dass wirklich etwas passiert ist und die Abwesenheit nicht aus plumper Unlust resultiert – und das mögliche weitere Verlängerungen / Übernahmen nicht davon beeinflusst werden. Was im übrigen gesetzeswidrig wäre, irgendwann ist es ja auch mal genug mit der Rechtfertigung. Aber in Wahrheit habe ich sogar ein gänzlich unbekanntes Gefühl verspürt: ich habe manchmal glatt Lust, wieder arbeiten zu gehen !

Nun sitze ich hier, mal mit schmerzhaft festgezogenem, mal mit ganz abgenommenem Schienensystem (‚darf‘ ich das überhaupt) – und denke mir: verdammt. So ein unspektakuläres Missgeschick, und dann eine solch langwierige Nachwirkungszeit. Sei es drum. Irgendwie wird man es überstehen. Mal sehen, wie es weitergeht; oder ob nicht doch noch eine plötzliche OP anstehen wird. Bei meinem Glück, wer weiss…

Ich bin jedenfalls gespannt, ob nächstes Mal ein Warnhinweis an der Rutsche angebracht sein wird.

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3 Gedanken zu “Chronologie Einer Ärgerlichen (Aussenknöchel-)Fraktur a’la Oliverdsw

  1. boah wie süß…du vermisst uns…wir dich auch lieber Oli. Hoffe das dein Fuß langsam gut verheilt..wenn nicht Op und Schrauben lassen *gg*…ich glaub die Rutsche wird nur noch die Rutsche des Grauen genannt. lg und gute Erholung….

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