Metal-CD-Review: KALEDON – Mightiest Hits (2012)

Land: Italien – Stil: Melodic Power Metal

1. Steel Maker (Previously Unreleased)
2. In Search Of Kaledon
3. Desert Land Of Warriors
4. The New Kingdom
5. A Frozen Dawn
6. Mighty Son Of The Great Lord
7. Great Night In The Land
8. Clash Of The Titans
9. New King Of Kaledon
10. The End Of The Green Power
11. The God Beyond The Man
12. Surprise Impact
13. Demons Away

Disc 2

1. In Search Of Kaledon (Demo)
2. Spirit Of The Dragon (Demo)
3. Thunder In The Sky (Demo)
4. God Says Yes (Demo)
5. Army Of The Undead King (Demo)
6. Desert Land Of Warriors (Demo)
7. God Says Yes (Demo)
8. Thunder In The Sky (Demo)
9. Desert Land Of Warriors (Demo)
10. Home (Demo)
11. New Soldiers For A New Army (Demo)

Teilweise Best-Of, teilweise neu interpretiert, und einmal gänzlich neu.

Vorwort: Ja, das ist schon was, was KALEDON dem geneigten Power Metal-Fan im Laufe der Jahre als Band (mit wechselhafter Besetzung) alles bieten konnten. Nicht umsonst sind alle bisherigen Alben der Italiener auf Oliverdsw.Wordpress rezensiert und besprochen worden (zu finden unter dem KALEDON-Tag), mal mit einer weniger glorreichen, mal mit einer deutlich besseren Wertung als Endergebnis. Nach all den Jahren des kreativen Schaffens war es nun also an der Zeit, sich einmal zurückzulehnen und auf das bisher erreichte zurückzublicken – wobei, ein simples ‚auf-die-faule-Haut-legen‘ sieht anders aus. Schließlich spielten KALEDON die für das nun vorliegende ‚Best-Of‘ fast alle vertretenden Songs komplett neu ein, sodass die Frage nach dem ‚wer singt hier eigentlich‘ endlich geklärt werden kann. Es ist tatsächlich der neue Leadsänger Marco Palazzi – und nicht, wie mancherorts vermutet wurde, das ehemalige Mitglied Claudio Conti, dessen Gesangstalent als durchaus ‚umstritten‘ galt. Aber, ist eine solche Compilation dann tatsächlich noch ein richtiges Best-Of ? Eine berechtigte Frage, schließlich verändert man die Titel durch den Einsatz eines neuen Sängers maßgeblich. Immerhin, die (noch älteren) Demo-Versionen auf der zweiten CD wurden weitestgehend ‚unbehandelt‘ gelassen.

Kritik: Bevor es jedoch zur Auswahl der nach Ansicht von KALEDON ‚besten‘ und wertvollsten Titel der Band geht, wird der Hörer erst einmal mit dem gänzlich neuen STEEL MAKER überrascht. Wobei, Fans der Band werden sicherlich mitbekommen haben, dass sie zum selbigen Titel ein recht ansprechendes Musikvideo veröffentlicht haben – und sind dementsprechend vorbereitet. Ohne Zweifel, die Nummer ist gut gelungen – so gut, dass man sich vielleicht doch eher ein neues Studioalbum herbeigewünscht hätte, und kein Best-Of. Schließlich bleibt es in Sachen gänzlich neuen Materials beim Opener – den es dafür in vollen Zügen zu genießen gilt. Der Wahnsinn, was KALEDON noch aus dem manchmal etwas eingeschlafenen Power Metal-Genre hervorzaubern können – einen Titel, der gänzlich ‚frisch‘ und unverbraucht klingt, und das trotz der etwas stereotypen Lyrics. Ein rundum satter Klang, fette Riffs, ein versierter Gesang (auf einem gemäßigten Niveau) sowie einige symphonische Elemente verzieren das zutiefst atmosphärische, kraftvolle Klangbild. Stichwort ‚Symphonic Power Metal‘ – es ist, zugegeben, etwas schade; dass der Song nicht in derselben Form auf CD gepresst wurde wie er im dazugehörigen Video zu hören war. Schließlich mangelt es dieser leicht gekürzten Version nunmehr an einem stimmigen Beginn und -Ende, welches so etwas abrupt wirkt.

Sei es drum – der Titel, der den Hörer nun erwartet, ist ein etwas älterer – nämlich IN SEARCH OF KALEDON, ehemals vom ersten Studioalbum der Band. Selbstverständlich wurden nun alle qualitativen Abstriche, die man damals aufgrund der etwas mäßigen Produktionsqualität machen musste, beglichen – und so präsentiert sich der Titel erstmals in einem richtig satten Soundgewand. Bereits jetzt wird also doch klar: ein Best-Of von einer Band wie KALEDON hat seinen Sinn, auch wenn nun ein anderer Leadsänger zugange ist als damals – schließlich kann man erst jetzt vollends in das fantastische Universum der fröhlichen Metal-Geschichtenerzähler vordringen, ohne sich an Oberflächlichkeiten stören zu müssen. Leicht überraschend: Marco Palazzi, der neue Leadsänger; weiss auch die ‚alten‘ Titel sinnig zu meistern und zu interpretieren. Die klingen gerade durch seine Performance nun vermehrt nach einem ‚echten‘ Heavy Metal; schroffe Riffs die man damals noch nicht wirklich hören konnte unterstreichen diesen Eindruck. ein paar nette Melodiebögen und Arrangements runden das Gesamtbild entsprechend ab. Weiter geht es nun mit DESERT LAND OF WARRIORS, ebenfalls vom ersten Album der Band. Abermals bestätigt sich der Eindruck, dass Marco Palazzi diese Nummern besser zu meistern weiss als damals Herr Conti – wenn auch etwas gleichförmiger.

Etwas zwiespältiger fällt der Eindruck dann beim folgenden THE NEW KINGDOM aus, im Grunde der KALEDON-Nummer schlechthin, die gerade durch das etwas… plumpe Musikvideo einen gewissen (wenn auch makaberen) Kultstatus innehat. Hier klingen beide Versionen – die alte, sehr screamlastige, sowie die neue, merklich rauere – gleich gut. Auf jeden Fall war es die richtige Entscheidung, diesen Titel mit auf das Best-Of zu packen. Mit A FROZEN DAWN folgt ein weiterer Titel des zweiten Albums. Hier handelt es sich um einen vermehrt balladesken Titel, der damals ebenfalls unter der Führung von Claudio Conti Probleme bereitete (der lief erst auf dem vierten Album zur Höchstform auf) – und nun sinnigerweise weitaus angenehmer und stimmiger klingt. Dennoch, als Highlight ist er zweifelsohne nicht zu bezeichnen. Gehen wir hinüber zum dritten Album, von dem das folgende MIGHTY SON OF THE GREAT LORD auserwählt wurde. Tatsächlich handelte es sich hier um den mit Abstand stärksten Titel des damaligen Albums – sodass man auch in der Neufassung nicht viel falsch machen konnte. Vom selben Album stammt GREAT NIGHT IN THE LAND, eine grundsolide Power Metal-Nummer mit typischem Text.

Jetzt wird es richtig interessant, denn mit CLASH OF THE TITANS und NEW KING OF KALEDON folgen zwei Titel des bisher stärksten Album der Band unter der alten ‚Führung‘ von Leadsänger Claudio Conti. Glücklicherweise fallen die Änderungen minimal aus, zumindest was den instrumentalen Part angeht – denn auch der erreichte auf dem vierten Album, gleichzeitig mit dem qualitativen Höhepunkt von Herrn Conto – eine Spitze. Die Spitze eines zwar klischeehaften, aber dennoch satten und Laune-machenden Power Metals nämlich; doch auch mit Herrn Palazzo wirken die Nummern stimmig. In diesem Fall sind die ‚Originale‘ aber den Neuinterpretationen vorzuziehen. Was nun noch folgt, ist weniger spannend; zumindest wenn man das fünfte und sechste Studioalbum von KALEDON kennt. Schließlich war hier der Wechsel des Leadsängers bereits vollzogen, sodass man sich nun im Bereich des eigentlichen ‚Best-Of’s‘ wiederfindet. THE END OF THE GREEN POWER, THE GOD BEYOND THE MAN, SURPRISE IMPACT und DEMONS AWAY sind sicherlich nicht die schlechtesten Nummern der Band, doch leider auch nicht die besten. Immerhin hat man mit SURPRISE IMPACT sogar noch einen waschechten Hochkaräter dabei. Gelangt man zur zweiten CD, so muss man feststellen: das, was hier präsentiert wird, eigenet sich am besten für durch-und-durch Fans der Band. Und beinahe ausschließlich für solche – schließlich handelt es sich hier um originale Demo-Versionen, die selten einen glasklaren Klang zu bieten haben. Aber, darum geht es gar nicht – es war durchaus die richtige Entscheidung, diese Nummern nicht auch noch neu einzuspielen. Fans wird es freuen (super: Titel 11, NEW SOLDIERS FOR A NEW ARMY), alle anderen werden sich eher auf die erste CD besinnen.

Fazit: Es ist nicht immer ganz fair, ein Best-Of-Album mit denselben Maßstäben zu bewerten wie ein reguläres – aber dennoch soll potentiell interessierten ein Anhaltspunkt gegeben werden, ob sich eine Anschaffung lohnt. Und tatsächlich haben KALEDON beinahe alles richtig gemacht – für alteingesessene Fans ist die Compilation ein Muss, da sich eine nette Bandbreite an Titeln von allen bisherigen Alben wiederfinden lässt, und zudem noch zahlreiche ‚wertvolle‘ Demo-Versionen aus längst vergangenen Tagen. Aber auch Neueinsteigern ist die Scheibe zu empfehlen – hier kann sich der geneigte Interessent langsam an KALEDON herantasten und entscheiden, ob er sich vielleicht nicht doch noch die alten Alben zulegen möchte. Zweifelsohne werden beide Gruppen mit dem Bonus-Titel STEEL MAKER zufrieden sein – den es quasi als ‚Belohnung‘ obendrauf gibt, und der nebenbei noch die Lust auf ein neues Studioalbum der Band steigert. Die zweite CD mit den Demoversionen macht die Sammlung komplett – das heisst, zu einem Muss für Fans, und zu einem überdurchschnittlich guten Album für Neueinsteiger.

Anspieltipps: STEEL MAKER, IN SEARCH OF KALEDON, THE NEW KINDOM, MIGHTY SON OF THE GREAT LORD

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