Metal-CD-Review: FIREWIND – Few Against Many (2012)

Land: Griechenland – Stil: Heavy / Power Metal

01. Wall Of Sound
02. Losing My Mind
03. Few Against Many
04. The Undying Fire
05. Another Dimension
06. Glorious
07. Edge Of A Dream (Feat. Apocalyptica)
08. Destiny
09. Long Gone Tomorrow
10. No Heroes, No Sinners

Power Metal, Heavy Metal… was auch immer.

Vorwort: Endlich ist sie da, die neue FIREWIND-Scheibe – Few Against Many heisst das gute Stück, welches 10 satte Metal-Tracks beinhaltet und sich vornimmt, allen Headbangern das restliche Metal-Jahr 2012 zu versüßen. FIREWIND standen bisher für eine hochkarätige Vertreter-Band des Griechischen Power Metal – doch der Sound von FEW AGAINST MANY ist nun deutlich härter, gradliniger und stellenweise auch etwas düsterer ausgefallen. Das ändert zwar nichts an der allgemeinen Ausdruckskraft der Band – doch die Attribuierung der Musik als (purer) Power Metal könnte einstweilen etwas irreführend wirken. Im Jahre 2012 gehört ein ‚Heavy‘ also mindestens dazu.

Kritik: Und in der Tat beginnt das Album sinngemäß ‚Heavy‘ – mit WALL OF SOUND, einer Schwermetall-Hymne wie sie im Buche steht. Wie sie jetzt im Buche steht – denn der Sound von FIREWIND klingt auch im Jahre 2012 alles andere als unkreativ oder abgenutzt. Die schweren Riffs machen Spaß; und ergeben im Zusammenspiel mit der nett-eingängigen Melodie ein ansprechendes Intermezzo aus härteren und melodischen Elementen. Es folgt Loosing My Mind, ein Titel, der ebenso stark auf schwere, getragene Riffs setzt; und hie und da sogar explizit trashig klingt – gerade in einer späteren Soli- beziehungsweise Instrumentalpassage. Dazwischen gibt es die gewohnten Stärken der Band auf die Lauscher – das allerdings ohnegroßartige Überraschungen oder Highlights. Auch der Titeltrack FEW AGAINST MANY macht einen guten, allerdings reichlich unspektakulären Eindruck – gerade die Hookline wirkt recht austauschbar und nur durch die exzessiven Riffs auf hart getrimmt. Machen wir also weiter mit THE UNDYING FIRE, welches erst den Eindruck einer Ballade erweckt – fälschlicherweise, wie sich herausstellt. Doch auch dieser Titel hat leichte Startschwierigkeiten, und muss abermals mit einem etwas langatmigen Refrain auskommen.

Eines der Probleme von FIREWIND ist der (raue, aber dennoch etwas kraftlose) Gesang – der nicht immer zu den vorherrschenden Tönen der Instrumentalisierungen zu passen scheint und ein leichtes Gefühl der Unstimmigkeit entstehen lässt. Auch wenn die Griechen ihr Handwerk verstehen und bemüht sind, einen jeden Titel mit ansprechenden Melodien zu versehen, wirken gerade die Nummern im Mittelteil des Albums viel zu austausch- und gar verwechselbar – wirkliche Höhen und Tiefen, Highlights oder auf allen Ebenen überzeugende Inhalte bleiben aus. Auch das folgende ANOTHER DIMENSION ist hierfür ein gutes Beispiel – wenngleich man das ein oder andere Mal aufs Gaspedal drückt, wirkt gerade der Refrain ärgerlich lamentierend, wobei der vermeintliche ‚Chorgesang‘ ohnehin nicht zu den Stärken der Band gehört. GLORIOUS bietet reichlich Potential, welches jedoch verschenkt wird – sodass der Titel in der Belanglosigkeit eines fröhlich dudelnden Heavy Rock versinkt. Es folgt EDGE OF A DREAM, welches mit einem Gastauftritt von APOCALYPTICA aufwartet – was sich dementsprechend in einer klassisch dominierten Vertonung niederschlägt. Zwar hätte man noch einen stärkeren Fokus auf die klassischen Elemente legen können (wie gegen Ende des Titels), doch es reicht auch so zu einem bemerkenswerten Stück, das erstmals mit einer großen Portion Gefühl aufwartet. Die Ballade funktioniert – warum also nicht auch der Rest der Titel ?

Immerhin rettet man sich noch mit der folgenden Hymnen-Nummer DESTINY. Tatsächlich – erstmals hat man das Gefühl, als hörte man so etwas wie eine wirklich eingängige Melodie und einen mitreißenden Chorus. Erstmals – und das auf einem Album, welches als besonders melodieverliebt und spielfreudig beworben wird. Gerade diesen Moment sollte man dementsprechend lang auskosten – hier funktioniert das Zusammenspiel der nunmehr etwas zurückgefahrenen Härte mit den melodiösen Elemeten, und auch der Gesang scheint erstmals wirklich – wie die Faust auf das Auge – zur Instrumentalisierung zu passen. Die Abschlusstitel LONG GONE TOMORROW und NO HEROES, NO SINNERS machen Laune, und präsentieren sich als grundsolide Rock-Nummern, die im Gedächtnis bleiben werden – den zahlreichen Stimmungswechseln sei dank. Zumindest wirkt dieser Abschluss weitaus ‚fulminanter‘, überraschender und unterhaltsamer als der etwas öde Anfangs- und Mittelteil des Albums (der starke Opener ausgenommen). Eine mehr als solide Produktion und ein nettes Cover-Artwork runden das Album ab.

Fazit: Wer auf der Suche nach explizit härteren und raueren Vertretern des Power Heavy Metal ist, der ist mit der neuen scheibe von FIREWIND bestens beraten. Diejenigen, die indes einen ‚puren‘ und melodieverliebten Power Metal mit massiven Stimmungswechseln, kultverdächtigen Mitsing-Hymnen und absolut nicht-austauschbaren Nummern suchen, sollten sich vielleicht doch lieber bei der Konkurrenz umschauen. Handwerklich gekonnte, solide Heavy-Metal Kost mit etwas zu wenig Überraschungsmomenten – für Fans aber ein Muss, und vielleicht sogar eine kleine Offenbarung (da eine deutliche Steigerung zu den letzten Alben).

Anspieltipps: WALL OF SOUND, EDGE OF A DREAM, DESTINY

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