Filmkritik: „Meine Frau, Die Spartaner Und Ich“ (2008)

Originaltitel: Meet The Spartans
Regie: Jason Friedberg, Aaron Seltzer
Mit: Sean Maguire, Carmen Electra, Kevin Sorbo u.a.
Laufzeit: 86 Minuten
Land: USA
FSK: Ab 12
Genre: Komödie

Platt, platter, am… das ist (mit Sicherheit) nicht Sparta !

Inhalt: In Sparta ist mächtig was los. Nachdem der König der Spartaner, Leonidas (Sean Maguire) seine Stellung als Anführer gestärkt hat, steht er nun erstmals vor einer großen, alles entscheidenden Herausforderung. Das mächtige Reich der Perser erklärt Sparta den Krieg – doch Xerxes (Ken Davitian) versucht, Leonidas noch rechtzeitig von einer Kapitulation zu überzeugen. Der schwört jedoch auf sein Land und seine Liebe zur Freiheit, und so kommt es, dass er mit seinen versammelten Kriegern einem schier endlosen Heer entgegentreten muss. Währenddessen versucht seine Ehefrau Margo (Carmen Electra), an der heimischen Front die Politiker Spartas davon zu überzeugen, die restliche Armee zu entsenden, damit sie Leonaidas und seinen gerade einmal 13 Kriegern zur Hilfe eilen könnte.

Kritik: MEINE FRAU, DIE SPARTANER UND ICH ist eine Persiflage des 2007’er Blockbusters 300 (Review hier), dem nunmehr berühmt-berüchtigten Schlachtenepos von Zack Snyder. Während das Original vor allem aufgrund seiner gleichsam ästhetischen wie martialischen Porträtierung fpr Gesprächsstoff sorgte, schickt man sich nun an, das möglichst witzigste aus der gänzlich unkomischen Vorlage herauszukitzeln und in einem eigenständigen Film auf die Leinwand zu bannen. Und tatsächlich: wer das Original kennt, weiss um die potentielle Tauglichkeit des Szenarios und einzelner Szenen im Hinblick auf eine komödiantische Interpretation. Jedoch sollte man die beiden verantwortlichen Regisseure Jason Friedbergs und Aaron Seltzers nicht zu früh loben, denn was sie im Endeffekt aus der Vorlage gemacht und mit MEINE FRAU, DIE SPARTANER UND ICH erschaffen haben, wird mit Sicherheit in die Filmgeschichte eingehen – nur nicht als Glanzlicht.

Im Grunde bezieht sich die Veräppelung vollständig auf das karge Storygerüst des Originals, welches ohne große Umwege auf den finalen Kampf der ‚300‘ an einer taktisch klugen Stelle hinausläuft – nur, dass mögliche inhaltliche Missstände in diesem Fall kaum durch optische Besonderheiten oder eine intensive Stimmung kompensiert werden können. Stattdessen bedient man sich zahllosen Blödeleien – von der ersten bis zur letzten Minute. Interessant hierbei ist, dass die Qualität der Gags und Ideen nicht einmal großen Schwankungen ausgesetzt ist – sondern gleich kontinuierlich auf einem verdächtig niedrigen Niveau bleibt. Ein Großteil der Witze zündet nicht – entweder sind sie enorm vorhersehbar, plump oder allzu klischeehaft und sexistisch. Somit werden sowohl Freunde eines etwas anspruchsvolleren Klamauks enttäuscht, aber eben auch solche, die sich einfach nur mal wieder ausgiebig amüsieren (und dabei bestenfalls lauthals lachen) wollen.

Doch das eigentliche Ärgernis sind gar nicht die Witze, die sich aus dem Original ergeben – sondern die zusätzlichen ‚Raffinessen‘ der Macher, die sich vor allem in aktuellen Medien-Bezügen und einem unglaublich dreisten Product-Placement manifestieren. Nicht nur, dass man den Klamauk mit der Einbeziehung aktueller (und zumeist absolut unwichtiger) Medienereignisse noch ein zusätzliches Maß an Zeitlosigkeit raubt, die hier gewählten Seitenhiebe erscheinen zudem alles andere als durchdacht oder unterhaltsam. Sei es eine leicht neurotische Britney Spears mit ihrem Kind auf dem Arm, ein gealterter Sylvester Stallone als mutiertes Kampfmonster, eine verunstaltet Paris Hilton – witzig geht anders. Noch heftiger wird es bei der Pointierung anderer Filme (ein Auszug: James Bond, Little Miss Sunshine, Happy Feet, 8 Mile, Spider-Man 3, Rocky, Ghost Rider, Transformers), die wahllos zusammengewürfelt werden und dem Zuschauer zu keinem Zeitpunkt mehr als ein müdes Lächeln entlocken können – ein Lächeln des Mitleids ob der laienhaften Inszenierung und der Ideenlosigkeit.

Weitere Bezugnahmen wie die auf aktuelle Fernsehformate (American Idol, Dancing With The Stars, Deal Or No Deal, America’s Next Topmodel) sorgen ebenfalls nicht für eine Auflockerung, sondern vielmehr für einen expliziten Anhaltspunkt dafür, dass man es im Falle einer Persiflage auch übertreiben und einen mehr als schlechten Geschmack beweisen kann.  Sicher, die Frage nach einem Niveau wird bei einem Film wie MEINE FRAU, DIE SPARTANER UND ICH zu keinem Zeitpunkt aufkommen – doch die Frage nach dem Witz sollte erlaubt sein. Der lässt jedoch unendlich lange auf sich warten – in etwa ganze, geschlagene 86 Minuten.

Fazit: Tatsächlich sind die einzigen starken Momente des Films in ein, zwei oder drei platten Witzen zu entdecken – die sich allerdings auch schnell wiederholen und somit ebenfalls unbrauchbar werden. Kurzum: Der Klamauk funktioniert dann am besten, wenn man sich am nähesten an der Vorlage orientiert, und versucht entsprechende Szenenvorbilder eins-zu-eins zu kopieren – mit dem ein oder anderen feinen Unterschied (beispielsweise der anfängliche Empfang des Persischen Abgesandten). Doch dazu gehört wiederum nicht viel – alles andere ist dagegen als gnadenlos misslungener Zusatz aus den Köpfen der Regisseure zu bezeichnen. Gerade diese ‚Zusätze‘ machen leider 98 Prozent des Films aus – und disqualifizieren ihn so nicht nur als gelungene Persiflage, sondern auch als gelungene Komödie.

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