(M)Eine Blu-Ray Ruckelt – WTF ? + Technik-Nonsens

Auf in die (Pixel-)Schlacht !

Ach, was ist die neue Technik toll – mit einem vernünftigen Heimkinosystem kann heutzutage jeder erwarten, mit dem Einlegen eines entsprechend hochqualitativen Mediums – beispielsweise einer Blu-Ray – in den bestmöglichen Genuss eines Films zu kommen. Zumindest sollte das so sein, erst Recht, wenn man mehrere Hundert Euro für die entsprechenden Geräte ausgegeben hat (das ist beinahe unvermeidlich), und auch die Filme selbst noch immer nicht zu ‚Spottpreisen‘ angeboten werden. Jedoch, und das ist immer häufiger festzustellen; ist heute keinesfalls alles ‚besser‘ als damals. Damals, als High-Definition und Flachbildschirme nur in den Köpfen einiger findiger Entwickler herumspukten, und der Videorekorder die überempfindliche, riesige Videokassette aufgenommen, und so manches Mal auch komplett ‚verschlungen‘ hat.

In der Tat bestand dieser Tage Verbesserungsbedarf – aus ganz nachvollziehbaren Gründen. Eben solchen, die noch früher bei TV-Zuschauern entstanden sein müssen, als sie ihr Fernsehbild nur in Schwarzweiß präsentiert bekommen haben – man orientiert sich an der Realität, möchte einen jeglichen medialen Genuss so nah wie möglich an das natürliche Erleben heranführen. Unter anderem deshalb gibt es in der jüngsten Zeit auch Versuche, mit der 3-D-Technik die nächste Hürde dieses Unterfangens zu meistern – der Mensch sieht 3 D(imensional), und so sollen auch Kino- und Spielfilme in Zukunft diesem biologischen Vorbild ein stückweit näher kommen. So fragwürdig das Ganze erscheint; so kritisch man dem technischen Fortschritt als Individuum gegenübersteht – es handelt sich hier um ein Milliardengeschäft, das sich gewisse ‚Fachleute‘ nicht entgehen lassen werden. Auch wenn die heutzutage vorliegenden 3-D-Lösungen alles andere als perfekt erscheinen (und so manchem zusätzliche Kopfschmerzen verursachen), werden zukünftige technische Auswüchse diese Hürden längst gemeistert haben – dafür treten dann andere in Erscheinung. Vielleicht, oder hoffentlich auch moralische – man hört und liest bereits heute von so manch dystopischer Zukunftsvision (im Zusammenhang mit immer fortschrittlicherer Technologie).

Immer schärfer, besser, ‚realistischer‘ und unkomplizierter – so lautet die Devise. Doch es scheint, als würden sich schon heute nicht alle daran halten, oder gar an dieser Entwicklung etwas auszusetzen haben. Wie liessen sich sonst folgende zwei (Beispiel-)Fälle erklären ?

Blu-Ray Qualitäts-DurchFALL 1: ‚300‘

Das war schon ein starkes Stück – eine nagelneue Blu-Ray zu einem Blockbuster wie 300 eingelegt (Review hier), und dann das: irgendwie scheint der Film die neue Technik nicht nur nicht auszunutzen, mehr noch; er sieht in etwa so aus als käme er direkt von einer alten VHS. Das Bild ist schön körnig, schwammig, und irgendwie blass-farblos. Auf den ersten Schock folgte sogleich der Druck auf die Pause-Taste und der Weg in das Eisntellungsmenü: hat man vielleicht als ‚User‘ einfach nur irgendetwas falsch gemacht ? Als auch das nichts half, folgte der Weg in das Internet, wo schnell klar wurde: dieser ‚Low Quality Look‘ wurde 300 eigens spendiert – natürlich nur auf der Blu-Ray Version. Wie bitte… ? Doch es ist leider wahr: man verunstaltet heutzutage also schon mit Absicht einen Film, bezeichnet merkwürdige Filter wie diese hier als ‚Stilmittel‘. Vielleicht ist es eine Form des Protestes, ein Protest gegen die (zu) schnelle Entwicklung des Marktes (siehe Vorwort oben), ein neumodischer Retro-Look der für zusätzliche Stimmung sorgen soll ? Aber das hätte man auch dezenter lösen können, lösen müssen… zumal sich so die Kuriosität ergibt, dass die DVD augenscheinlich ‚besser‘ bzw. hochqualitativer aussieht als die (Full-HD) Blu-Ray. Wenn, dann sollte man ein ‚Stilmittel‘ auch konsequent benützen, und nicht nur auf ein einzelnes Medium beschränken. Diese Liste der Blu-Ray Kuriositäten wird noch erweitert werden – schließlich sollte man doch erwarten könne, ‚mehr‘ zu erhalten (als bei einer VHS oder DVD), greift man zum aktuell fortschrittlichsten Medium. Und für solch ein ‚kunstvolles‘ Pixelgewitter braucht man 50 Gigabyte Speicherplatz ? Irgendwie ungeheuerlich. Das eigentliche Anliegen dieses Beitrages aber beginnt mit dem…

Blu-Ray Qualitäts-DurchFALL 2: ‚Extinction‘

Die Blu-Ray von Extinction muss an dieser Stelle mal für eine allgemeine Feststellung herhalten. Und das ist etwas, was ich vorher nicht wusste beziehungsweise mir noch nicht bekannt war: Ja, auch Blu-Rays können ‚ruckeln‘ ! Dieses ‚ruckeln‘ äusserst sich in enorm unflüssigen Bewegungsabläufen, die gerade bei Kameraschwenks und Momenten mit wenig Bewegung auffallen. Es wirkt, als ob hier Frames fehlen – ganz im Gegensatz zur Bewegungsinterpolation (diese Option hat mein Gerät zum Glück nicht), bei der ’normale‘ Filme plötzlich mysteriöse Zwischenframes erhalten und so zu flüssig erscheinen. Also was nun – mal sind es zu wenig Frames, mal zu viele ?

Es reicht anscheinend längst nicht mehr, die Bildseitenverhältnisse (4:3, 16:9, 16:9 WS und mehr, siehe Kino) auseinanderhalten zu können, man muss schon tiefer im Nähkästchen stöbern. Aber, ganz ehrlich gefragt, hat dazu überhaupt jemand Lust ? Sicher, High-Definition und Full HD kann beziehungsweise sollte man noch auseinanderhalten können. Ebenso wie die internationalen Unterschiede zwischen NTSC und PAL (FPS). Wenn es dann aber tatsächlich einmal soweit ist (wie in diesem Fall) und das Problem vor der Tür steht, dann sieht man sich mit einer Vielzahl von Begriffen konfrontiert. Upscale, Downscale, Pulldown, Interpolation (das leidige Thema hatten wir bereits), Interlaced, Progressive… was auch immer.

So ganz habe ich die Lösung noch nicht gefunden – vielleicht kann mir ja jemand behilflich sein. Es ist so, dass ‚Extinction‘ in Full HD (1080P) vorliegt, die Frames werden mit 23,97 angegeben. Ich denke mal das entspricht dem sogenannten 24P ‚True Cinema‘ – wie man weiss werden Kinofilme mit dieser Framezahl aufgenommen. Aber warum ruckelt der Film nun ? Lösungsvorschläge erwünscht. Hier noch ein paar Randdaten:

  • Blu-Ray Player: Philips BDP3200
  • Fernseher: LG 42LK430 (aktuelle Firmware vorhanden)
  • Film ruckelt unabhängig von der Einstellung im Player. Sowohl ‚automatisch‘, wie z.B. der Extra ’24P-Modus‘ zeigen keine Unterschiede.

Wird dieses Phänomen etwa bei allen ‚Deutschen‘ Blu-Rays auftreten ? Und wenn ja, warum zum Teufel ? Soweit die Befürchtung… meine anderen beiden Blu-Rays (300 und Avatar) ruckeln zumindest nicht. Und auch sonst nichts, was irgendwie vom USB-Stick kommt. Ich werde wohl (erstmal) weiterhin bei der guten alten DVD bleiben… was sich ohnehin nicht verhindern lässt, bei der Sammlung. Dennoch hätte ich nur zu gern eine Antwort auf diese Frage. Wer’s weiss erhält einen ordentlich Klaps auf die Schulter, das heisst die pure Anerkennung meinerseits – das ist doch was.

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4 Gedanken zu “(M)Eine Blu-Ray Ruckelt – WTF ? + Technik-Nonsens

  1. Also was 300 angeht kann ich dir sagen, dass der Film wahrscheinlich genau so aussehen soll. Kein „neumodischer Retro-look“, der Film wurde im Bleach Bypass Verfahren gedreht. (Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Bleichauslassung) Die meisten der Filme die in diesem Verfahren gedreht wurden sehen auf Blu-Ray irgendwie…scheiße aus. Aber scheinbar auch nicht alle. Wie ich gehört habe wurde z. B. Minority Report für die Blu-Ray wohl wieder „korrigiert“.

    Bei „A.I.“ hatte ich mich auch sehr geärgert, dass, obwohl ich mir die Blu-Ray zusätzlich zur DVD gekauft habe, es keine besondere Steigerung in der Bildqualität gab…und warum? Rate mal. Genau. Bleach Bypass. 😉 Leider scheint u.a. eben der Spielberg-Kameramann Janusz Kamiński dieses Verfahren bevorzugt einzusetzen, wie eben auch Larry Fong für „300“.

    Warum die DVD besser aussieht liegt wahrscheinlich daran, dass durch die Unschärfe wiederum die Körnigkeit etc. nicht mehr so auffällt…auf Blu-Ray wird der Effekt also noch zusätzlich verstärkt. Eigentlich widersinnig, wenn man bedenkt warum man sich so eine BD überhaupt zulegt. 🙂

    Was Extinction angeht, hast du da was bewirken können? Leider kann ich nicht beurteilen worum es sich hier handelt, da es mehrere Arten von „Ruckeln“ gibt. Ob das durch die (digitale) Kamera zustande gekommen ist, viele Soaps im Fernsehen neigen auch zu starkem Ruckeln (vor allem in HD gedreht) da hilft wirklich nur die Bewegungsinterpolation einzuschalten oder ob durch die Postproduktion zur BD etwas schief gelaufen ist etc… Die Bewegungsinterpolation hat übrigens durchaus einen Sinn, dazu später an anderer Stelle noch. ^^

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    1. Die EXTINCTION-Blu-Ray war zum Glück nur geliehen, sonst hätte ich mich noch mehr geärgert. Haben diesbezüglich keine Verbesserung erreichen können… wobei ich nicht ganz so viele Einstellmöglichkeiten habe wie andere, d.h. mein Heimkinosystem kein allzu exklusives ist. Das ‚Ruckeln‘ war schon extrem auffällig, will heissen tatsächlich so, als ob man eine grundlegende Einstellung falsch gesetzt hätte – a’la FPS auf 10/Sekunde. So eine Einstellung habe ich allerdings nicht^^ Ist schon verwunderlich für ein Medium wie dieses, schließlich habe ich soetwas zuvor noch nie erlebt. Wenn es nicht nocheinmal vorkommt, gut; wenn ja… werde ich darüber berichten 😉

      Danke auch für die Info bezüglich des Aufnahme-Verfahrens !

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  2. Verdamm doch nicht wegen ein paar Vorfällen gleich die Technik, wobei ich mich mit LCD nicht auskenne..ich setze weiterhin auf Plasma.(seit ein paar Monaten auch in 600Hz sfd – keine Ahnung wie sie auf den Wert kommen – 100Hz FullHD 🙂 ) Aber gerade bei LCD sollte es nicht ruckeln, im Gegenteil…du kennst ja den Effekt mit der Unnatürlichen „zu flüssigen“ Bewegung. ^^ Das ganze hat tatsächlich einen Namen und nennt sich „Soap-Effekt“ http://de.wikipedia.org/wiki/Soap-Opera-Effekt Ein Typisches Phänomen, das bei LCD-Fernsehern auftritt, normalerweise neigen Plasma-Fernseher eher dazu zu ruckeln.

    Ich persönlich würde in diesem Fall auf den Player tippen, sagen wirs kurz: Philips ist scheiße. ^^ Ich hatte zeitweise auch einen Philips Blu-Ray Player…rate mal warum ich ihn wieder verkauft (und gegen ein Sony-Angebot getauscht) habe.Nicht nur, dass Filme geruckelt haben…das Ding war teilweise auch recht laut. Allerdings gibt mir auch zu denken, dass dein Gerät 50 Hz ist…hmmmmm….Frech: leih dir mal kurz von jemandem einen anderen Player aus und schau ob das Problem immer noch besteht!

    Übrigens….findest dus nicht auch irgendwie nervend, dass jedes Gerät irgendwie auf DVB-T oder Kabelfernsehen ausgelegt zu sein scheint? Kein Gerät, das mich interessiert, hat einen eingebauten Sat-Tuner! *grmbl* Andererseits brauch ich auch keinen.

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    1. Thanks… in der Tat geht hier Probieren wohl über Studieren, ein anderer Player muss her… oder eine PS3, mal sehen was die so sagt. Und tatsächlich, laut ist der Player… gerade beim Starten bzw. ‚Hochfahren‘. Ebenfalls nervig: wenn ich gleich zu Beginn den Silberling wechseln will, macht das Gerät das nicht mit, sondern fährt trotz Dauerdrücken auf den Auswurfbutton erst komplett hoch und lädt das, was aktuell drin ist. Eigentlich wollte ich ja nichts gegen Philips sagen, aber… there you have it 😉

      Gut, dass ich zumindest mit dem Fernsehschnickschnack (momentan) nichts zu tun habe, dafür habe ich schon seit langem keinen Nerv. Derzeit läuft noch ganz schlicht ein Scartkabel vom ollen Sat-Receiver zum TV-Gerät. Dementsprechend ist natürlich die Qualität (bei der Bildschirmgröße), aber ich habe es mir wesentlich schlimmer vorgestellt. Da macht die tolle Upscale-Funktion also durchaus was her ! Aber das wenige, was ich aus diesem Bereich noch schaue (nur hintergründig), raucht (pardon, reicht) mir auch in 1/4 HD…^^

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