Metal-CD-Review: POWER QUEST – Magic Never Dies (2005)

Land: Großbritannien – Stil: Melodic Power Metal

Die Trackliste:

1. Ascension
2. Find My Heaven
3. Galaxies Unknown
4. Hold on to Love
5. Diamond Sky
6. The Message
7. Soulfire
8. Children of the Dream
9. Strike Force
10. Another World
11. Magic Never Dies

Das dritte Album soll es nun endgültig richten.

Vorwort: Nach den beiden ersten Studioalben der Engländer von POWER QUEST (WINGS OF FOREVER und NEVERWORLD), steht uns nun das dritte Werk ins Haus, welches den vielversprechenden Namen MAGIC NEVER DIES trägt. Hoffentlich ist genau das auch der Fall – doch wer bereits den mehr als soliden Vorgänger gehört hat, wird bereits wissen, dass der Musik von POWER QUEST tatsächlich etwas ‚magisches‘ innewohnt. Eine Besonderheit, die die einzelnen Titel gleichsam fröhlich und eingängig, aber eben auch kompositorisch erhaben erscheinen lässt – da werden Fans von potentiellen Vergleichsbands wie STRATOVARIUS natürlich zu Recht hellhörig. Der Unterschied ist, dass POWER QUEST als Anfang des neuen Millenniums frisch entstandene Bandformation noch auf keine derart weit zurückreichende Bandgeschichte blicken kann – auch wenn die einzelnen Mitglieder einiges auf dem Kerbholz haben, beziehungsweise an reicher Erfahrung mitbringen. Mit den 2 vorherigen Alben konnten die Jungs also weiterhin Erfahrungen sammeln, und so in ihrem neuen Gesamtwerk MAGIC NEVER DIES kumulieren. Ob das Ergebnis entsprechend überzeugend klingt ?

Kritik: Im Gegensatz zum Vorgänger setzt man bei der aktuellen Scheibe auf ein ‚richtiges‘ Intro, das möchtig-pompöse ASCENSION nämlich. Hier offenbart sich dem Hörer ein erster, interessant-vielfältiger Eindruck von dem was da noch kommen mag – die Komposition klingt wie eine inspirierende, antreibende Mischung aus Filmscore und Märchen-Hörbuch. So wirkt der Übergang zum Opener FIND MY HEAVEN etwas abrupt und befremdlich, da sich POWER QUEST nun in einem gänzlich anderem Soundgewand präsentieren. Allerdings ist eben das ihr Soundgewand: das Tempo zieht an, die Gitarren steigen ein, der Fantasie des Keyboards scheinen keine Grenzen gesetzt. Es dauert nicht lange, bis man gefangen ist in der höchst melodiösen Welt der spielfreudigen Power Metaller, die einen nicht mehr loslässt und immer wieder beeindruckt. Im Gegensatz zum Vorgängeralbum wirken die Kompositionen nun noch ein stückweit professioneller und nicht einmal mehr ansatzweise angestrengt; die Erfahrung macht sich also endlich bezahlt. Das Ganze wirkt schön beschwingt, ohne zu sehr in überschwänglichen Kitsch abzudriften – doch die wirkliche Überhymne, die auf dem Vorgängeralbum SACRED LAND war, kommt erst jetzt, und damit an dritter Stelle. GALAXIES UNKNOWN heisst das gute Stück, welches einen unvergleichlichen Drive entwickelt und dem Albentitel mehr als gerecht wird. Hier legen POWER QUEST die Messlatte für anregend-fantasievolle Metal-Produktionen ein gutes stückweit höher.

Diese Art von Musik ist ‚harmlos‘, viel zu eingängig und innovationslos, möchte nun manch einer sagen ? In gewisser Hinsicht, beziehungsweise aus gewissen Blickwinkeln mag dies zutreffen. Doch an und für sich betrachtet machen POWER QUEST das absolut beste aus ihrer Liebe zur Musik und ihrer Liebe zu verträumten Arrangements – einen temporeichen Power-Metal mit Märchen-Charakter, der schnell die Herzen der Hörer erobern kann. Gesetzt, sie lassen sich auf den Sound und seine Wirkung ein – dann wirkt ein perfekt vorgetragener Refrain wie in GALAXIES UNKNOWN geradezu euphorisierend, auch wenn die Lyrics sicher beliebte Klischees aufgreifen. Sei’s drum, POWER QUEST rocken – auf einem sehr hohen Niveau. Auch das folgende HOLD ON TO LOVE macht einen überaus guten Eindruck, setzt es die POWER QUEST-Tradition der etwas gemächlicheren, leicht balladesken Nummern als Intermezzi fort. Dieses Mal allerdings wirken diese verträumt-melancholischen Nummern nicht mehr wie Experimente – sondern wie absolut vollwertige, gnadenlos versiert vorgetragene Midtempo-Hymnen mit Gefühls-Charakter. So macht auch die ‚ruhigere‘ Seite der Band Spaß wie nie zuvor. Passenderweise regiert auch auf MAGIC NEVER DIES ein gehobenes Maß an Abwechslung, DIAMOND SKY ist eine der nächsten Uptempo-Brecher mit Mitsing-Potential. Wer mag, darf diese Nummer gerne mit dem Opener, FIND MY HEAVEN vergleichen – doch qualitativ geht es noch etwas erhabener zu. Ein sagenhaftes Soli, tolle Backgroundgesänge und der schlicht ‚übernatürliche‘ Touch machen Titel wie diesen zu einem Genuss.

Mit Nummern wie THE MESSAGE wird es nun ‚gefährlich‘, beziehungsweise gewagt – es geht in Richtung Ballade, und zwar zu 100 Prozent. Doch tatsächlich – auch das gelingt POWER QUEST nun erstmals wirklich zufriedenstellend. Das Ganze wirkt ehrlich, gesanglich angenehm und mit so manchem Höhepunkt garniert. Das folgende SOULFIRE setzt wiederum einen drauf, und präsentier sich als nächste super-eingängige Hymne mit einem der stärksten POWER QUEST-Refrains bisher. Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht – man hört und spürt es in Fällen wie diesen, ob es jemand wirklich ehrlich mit seiner Musik meint. Hymne folgt auf Hymne – doch was sich dem Hörer nun in Form des andächtigen CHILDREN OF THE DREAM offenbart, gleicht einem weiteren hervorzuhebenden Geniestreich. Hier handelt es sich zweifelsohne um einen der ergreifendsten Titel des Albums – Melancholie und Selbstreflexion werden hier ganz groß geschrieben. Niemals wird man diesen Ausnahme-Titel missen möchten – schon allein deshalb, weil er es vermag den Hörer in seine eigene Kindheit zurückzuversetzen. Mit STRIKE FORCE, ANOTHER WORLD und dem Titeltrack MAGIC NEVER DIES geht es munter weiter – in bester Hymnen-Manier. Mal etwas ruhig-gemäßigter, mal deutlich flotter und epischer – POWER QUEST decken eine größere Bandbreite an Eindrücken ab als gedacht, und bewegen sich mit ihrer ‚Märchenhaftigkeit‘ und musikalischen Magie auf einem verdammt hohen Niveau.

Fazit: Wie bei bisher jedem POWER QUEST-Album gilt – selbsterklärte Feinde eines wie-auch-immer gearteten ‚Kitsches‘ im Heavy Metal, aufgepasst – diese Musik könnte nichts für Euch sein. Doch für die ist MAGIC NEVER DIES auch nicht geschaffen worden, eher für solche, die sich an tollen Melodien, fantasievollen Arrangements und reichlich Keyboardeinsatz erfreuen können und wollen. In dieser Hinsicht hieven POWER QUEST das Genre nun auf eine völlig neue Ebene – zweifelsohne ist das dritte Studioalbum der Engländer das bisher ausgereifteste, abwechslungsreichste, erhabenste. Das Versprechen, dass die (von der Musik ausgehende) Magie niemals stirbt, kann gehalten werden – zumindest, wenn POWER QUEST weiterhin so ausnahmslos gute Musik machen. Musik, die die Laune hebt, die inspiriert, und einfach nur Spaß macht. Ja, auch das kann die Kraft des Power Metal ausmachen ! Ein Resümee: das Debütalbum erhielt 6.0/10 Punkten, der Nachfolger 8.5/10; und nun… man siehe selbst. Bravo !

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