Metal-CD-Review: POWERWOLF – Alive In The Night (2012)

Land: Deutschland – Stil: Epic Melodic Heavy Metal

Die Trackliste:

1. Lupus Daemonis
2. Sanctified With Dynamite
3. Prayer In The Dark
4. Raise Your Fist, Evangelist
5. We Drink Your Blood
6. Werewolves Of Armenia
7. Dead Boys Don’t Cry
8. Resurrection By Erection
9. Saturday Satan
10. Lupus Dei

Dass man soetwas noch erleben darf… !

Vorwort: Worauf mit der fettgedruckten Unterschrift hingewiesen werden soll ? Nun, in erster Linie darauf, dass das hier behandelte Live-Album nicht für jedermann und auf Bestellung erhältlich sein wird – sondern grundsätzlich nur Lesern des Deutschen Heavy Metal-Magazines METAL HAMMER ganz nah ans (Wolfs-)Herz gelegt wird. Wie, das darf doch nicht wahr sein… ? Es darf, und zwar nur allzu gerne – schließlich ist das Album so im Endeffekt kostenlos. Einem geschenkten Gaul schaut man auch so nicht ins Maul – doch wenn es gerade POWERWOLF sind, die sich hier für eine exklusive Dreingabe verantwortlich zeichnen, greift man umso lieber zu. Das mit 10 Stücken gespickte Album hat eine Gesamtlaufzeit von etwa 40 Minuten, und beinhaltet Live gespielte Klassiker der Band – von allen bisherigen Alben. So kann es ganz nebenbei auch noch als inoffizielles ‚Best-Of‘ bezeichnet werden – denn die hier vertretenden Titel haben es wahrlich in sich !

Kritik: Die Scheibe flux entkleidet und eingelegt – das kurze Intro LUPUS DAEMONIS erklingt, welches wunderbar episch anmutet und durch die – glücklicherweise lebhafte und nach POWERWOLF gierende – Fanmeute passend von allerlei Gesängen untermalt wird. Viel Zeit vergeht nicht, bis der Opener SANCTIFIED WITH DYNAMITE über den Hörer hinwegrollt – ein Song des aktuellsten Albums BLOOD OF THE SAINTS (Review hier). So genial das Ganze bereits in der Studioaufnahme daherkommt, in dieser (zusätzlich energetischen) Form entfaltet es noch ein stückweit mehr Atmosphäre und Stimmung. Leadsänger Attila Dorn beweist, dass er auch Live eine mehr als nur solide Performance abliefert – mehr noch, sie ist perfekt und lässt keine Wünsche offen. Auch die restlichen Bandmitglieder holen das Maximum aus ihren Instrumenten, der Sound ist enorm kräftig, druckvoll und stets auf dem höchsten Niveau inszeniert. Der eigentliche Clou aber ist, dass die Fans offenbar in den genau richtigen Momenten zu hören sind beziehungsweise mitmachen – mal mit, mal ohne direkte Aufforderung von Herrn Dorn. Der kommt vor allem zwischen den Titeln zu Wort – und spricht mit einem aussergewöhnlichen Dialekt den man einfach nur lieben kann zu den zahlreichen POWERWOLF-Anhängern. Vielen Dankeschön meine Freunde… !

Es geht über zu PRAYER IN THE DARK – bei dem die Meute nun nicht mehr zu halten ist, und wie die Band selbst endgültig aus sich herausgeht. Und einfach nur genießt – den typischen POWERWOLF-Sound, der sich irgendwo zwischen Kirchengesang, Orgelklängen und der Mischung aus religiösen und geradezu ‚dämonischen‘ Inhalten bewegt. Immer mit dabei: die enorme Kraft und Spielfreude der Band, die einfach nur mitzureißen weiss und sprachlos macht. Wie auch der folgende Titel, der mitunter als einer der stärksten des Albums BIBLE OF THE BEAST (Review hier) gilt: RAISE YOUR FIST; EVANGELIST. Erst wird die Meute schön warmgemacht (Freunde, zeigt mir alle Eure Fäuste !), woraufhin das Intermezzo aus Gänsehaut-erregender, musikalischer Wahrhaftigkeit und metallischer Erhabenheit beginnt. Wieder begeistert der druckvolle Sound, der nicht nur die Orgeln und den Leadsänger gnadenlos gut in Szene setzt – sondern auch die schroffen Riffs und den generell starken Metal-Sound der Band. Es folgt eine wahrlich kultige Zwischenansprache, die abermals klar macht, was POWERWOLF gerne machen: WE DRINK YOUR BLOOD bricht über die Meute herein, und fackelt ein weiteres Live-Metal-Feuerwerk der Extraklasse ab. Der Wahnsinn.

Wenn ich sage Hu, sagt ihr Ha ! – So oder so gestalten sich die (überaus unterhaltsamen) Interludes zwischen den Titeln, die vor Brechern wie WEREWOLVES OF ARMENIA auftauchen und der CD einen zusätzlichen Reiz verleihen. Genial: die weitere Einbeziehung der Fans und die sagenhafte Ausdruckskraft der Band. Hymne folgt auf Hymne – und so ist auch DEAD BOYS DONT CRY keine Ausnahme. Im Gegenteil, hier handelt es sich um eine weitere überaus mächtige Nummer mit Mitsing-Garantie. Aber auch die Frauen sollen auf POWERWOLF-Konzerten nicht zu kurz kommen, wie eine weitere zwischenzeitliche Gesangsprobe aufzeigt. In der Tat – der Vorspann zu RESURRECTION BY ERECTION ist so ziemlich das kultigste (und witzigste), was diese Live-Scheibe zu bieten hat. Halleluja ! Mit SATURDAY SATAN geht es nun etwas ruhiger, aber ebenfalls enorm energetisch zu (der Hammer: die Gitarrensoli-Passage gegen Mitte), bevor eine weitere Fan-Ansprache der kultigsten Art den Auftakt zu LUPUS DEI markiert, dem Abschlusstitel des Albums. Wozu in die Kirche gehen, wenn man einem POWERWOLF-Konzert beiwohnen kann / darf ? Denn auch hier wird eine große GEMEINDE zusammengeführt, eine liebenswerte Gemeinde von Fans mit einem auffällig guten Musikgeschmack und dem Hang zum Besonderen. Eine tolle Abschlussperformance, die die letzten Kräfte mobilisiert und wahrhaftig glücklich macht.

Fazit: POWERWOLF liefern mit ALIVE IN THE NIGHT eine der besten Metal-Live-Scheiben der letzten Jahre ab. Und das zum quasi-Nulltarif – wer hier nicht zuschlägt, ist selber Schuld. Ob Fan oder nicht – die Musik der Band entfaltet gerade in Live-Form einen zusätzlichen Reiz, einen zusätzlichen Sog wenn man so will; der einen unweigerlich in die Welt der Metal-Propheten zieht und nicht mehr loslässt. Das ist Energie und Fanservice pur – sollte die Band in Zukunft eine weitere, ‚offiziellere‘ Live-Scheibe veröffentlichen, weiss man, wo man bedenkenlos zuschlagen kann. Gerne auch zu einem höheren Preis und ohne Heft-Beigabe – denn das ist diese Musik zweifelsohne wert. Danke an POWERWOLF und OBERHAUSEN !

90oo10

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