Metal-CD-Review: WUTHERING HIGHTS – Far From The Madding Crowd (2004)

Land: Dänemark – Stil: Melodic / Progressive Power Metal

Die Trackliste:

01. Gather Ye Wild
02. The Road Goes Ever On
03. Tree
04. Longing For The Woods – Part I: The Wild Chilrdren
05. Highland Winds
06. Longing For The Woods – Part II: The Ring Of Fire
07. The Bollard
08. Bad Hobbits Die Hard
09. Longing For The Woods – Part III: Herne’s Prophecy
10. Land Of Olden Glory
11. Lament For Lórien

WUTHERING HEIGHTS goes Progressive.

Vorwort: Nach dem sensationellen Vorgänger-Album TO TRAVEL FOR EVERMORE (2002) folgt nun im Jahre 2004 ein weiteres Release der Dänischen Bandformation WUTHERING HEIGHTS. Aber, was ist da denn nur los – die Band hatte seitdem zahlreiche Besetzungswechsel zu verzeichnen. Der wohl markanteste Wechsel ist der des Leadsängers, mit Nils Patrik Johansson hat man nun einen Nachfolger für Troels Liebgott (1993–1996) und Kristian Andrén (1998–2002) an Bord geholt. Wer schon einmal etwas von diesem ’starken‘ Dänen gehört hat, der weiss wohl um die Tatsache, dass es zumindest gesanglich ein klein wenig härter zugehen sollte auf dem neuesten WUTHERING HEGIHTS-Silberling. Man kann nur hoffen, dass die musiklaische Qualität keinen Schwankungen unterworfen ist – trotz der zahlreichen Wechsel und wohl auch des dadurch entstehenden Stresses. Immerhin kann das 2002’er Vorgängeralbum durchaus als ‚Meisterwerk‘ bezeichnet werden, welches die Masslatte für kommende Releases von WUTHERING HIGHTS auf ein recht hohes Niveau setzte.

Kritik: Das Cover-Artwork sieht schon einmal sehr stimmig und vielversprechend aus – wie gut, dass das Intro diesem Eindruck ebenfalls sehr nahekommt. Man hört hier eine Mischung aus tradtionellen Instrumenten und einem leichten Soudntrack-Touch mit Windgeräuschen, sodass man sich bestens vorstellen kann, in die Welt der (schottischen, oder fantastischen) ‚Highlands‘ abzutauchen, während man mit dem Blick bereits über einige imaginäre Hügel schweift. Dann erfolgt der Überganz zum Opener THE ROAD GOES EVER ON, der erst noch sehr ruhig ist – doch dann setzen erstmals die Metal-Instrumente ein und verleihen dem Ganzen einen schön knackigen Eindruck. Wie auch der neue Leadsänger – der sich als sehr vielseitig herausstellt, größtenteils aber auf seine typisch-raue Stimmlage mit dem einzigartigen Wiedererkennungswert setzt. Und, die Reise kann beginnen – hier präsentiert sich dem Hörer eine vielschichtige Instrumentalisierung aus allerlei progressiven Elementen, denen ein weitaus eingängigerer Refrain entgegengesetzt wird. Wenn dann die Soli-Passage beginnt, gibt es absolut kein Halten mehr – hier haben sich die neuen Mitglieder wohl noch einige Ratschläge von den alten geholt, denn der Sound ist zweifelshone vergleichbar (mit dem des Vorgängeralbums) und daher erst so richtig WUTHERING HIGHTS-typisch. Wieder vermögen es die Dänen, für ein hohes Maß an Unterhaltung zu sorgen – wer hier gradlinige Power Metal-Stampfer erwartet, ist eindeutig fehl am Platz.

Denn die progressiven Anteile wurden i mVergleich zum Vorgänger noch deutlich verstärkt – wie auch dem folgenden TREE zu entnehmen ist. Unzählige Tempo- und Stimmungswechsel ‚beleben‘ diesen Titel, der wieder mal mit Klasse Soli aufzuwarten weiss. Etwas schade ist nur, dass die folkigen Elemente nicht mehr so stark in den Vordergrund gelangen. Mit LONGING FOR THE WOODS Part 1 beginnt sich nun das eigentliche Herzstück des Albums zu entfalten, schließlich kommen die Teile insgesamt auf eine Speizeit von etwa 20 Minuten. Hier können WUTHERING HEIGHTS auch wieder ihre Power Metal-latigere Seite präsentieren, das Teil ist recht flott und druckvoll gehalten. Hier gibt es dann auch -endlich – wieder einige Folk-Elemente zu hören, die den ‚Schunkel-Faktor‘ des Titels deutlich erhöhen und schlicht Laune machen. Überhaupt fallen die Kompositionen im Gesamten äusserst versiert aus – hier scheint wahrlich alles miteinander zu harmonieren. Das heisst, von den Riffs über die Keyboards bis hin zu Gesang – während man bei anderen Bands oftmals das Gefühl hat als würde vieles einfach lieblos aufeinandergeklascht. Ein Titel wie HIGHLANDS WINDS kann doch eigentlich nur den Geist des Intros aufgreifen, und sich entsprechend folkig und soundtracklastig präsentieren, oder ? In der Tat, auch wenn das Teil irgendwie nicht mehr ganz so stark zu fesseln weiss. Auch der Refrain wirkt hier gar etwas merkwürdig, und will nicht so recht zur allgemeinen Atmosphäre passen. Ordentlich gerockt werden darf natürlich trotzdem – denn Energie steckt wahrlich in jedem einzelnen WUTHERING HEIGHTS-Titel.

Nun folgt der zweite Part der LONGING FOR THE WOODS-TRilogie, der in etwa den selben Refrain wie der erste Part beinhaltet – nur, dass er anders klingt. Das ist einerseits innovativ (im Sinne der Verknüpfung der Songs), andererseits fühlt man sich einstweilen zu stark an den ersten Teil erinnert. Immerhin gibt es auch hier zahlreiche Elemente, die der Abwechslung mehr als dienlich sind. Auch sind deutlich einige echte ‚highlights‘ vernehmbar, wie die flotten Passagen vor den Strophen, oder aber die Instrumentalpassage gegen Minute 4. Das folgende THE BOLLARD kommt dagegen schon deutlich ruhiger daher, und kann schon am ehesten als ‚Ballade‘ bezeichnet werden. Hiuer präsentiert sich der Leadsänger von einer gänzlich anderen Seite, sodass man sich stellenweise fragt, ob sich überhaupt um ein und dieselbe Person handeln könne. Doch das Konzept geht auf, durch folkige Flöten-Klänge und tragenden Riffs entsteht alles andere als ein langatmiger Eindruck. Wie wäre es denn nun mit BAD HOBBITS DIE HARD ? Auf ein Stück dieser Art werden viele gewartet haben. Denn hier regiert vor allem eines: Tempo ! Der Leadsänger lässt hier seinen BAndkollegen den Vortritt, es handelt sich um ein reines Instrumental – aber ein selten fetziges und mitreissendes. Danach soll dann der dritte und letzte Part der LONGING FOR THE WOODS-Trilogie präsentieren. Der bietet gewohnt solide Kost, kann aber auch nicht mehr wirklich vom Hocker reissen. Bleiben LAND OF OLDEN GLORY und LAMENT FOR LORIEN – ersterer Titel präsentiert sich zu Beginn noch als Ballade, danach geht’s aber nochmal stark nach vorn und in Richtung anderer großer Bands aus dem Power Metal-Genre. In der Tat stehen solche Titel WUTHERING HEIGHTS noch immer sehr, sehr gut – solche, die etwas eingängigerre sind und einen gewissen Hymnen-Faktor aufweisen. Das abschließende LAMENT FOR LORIEN holt nocheinmal alle Folk-Anleihen hervor, die auf dem Album vielleicht etwas zu kurz geraten sind. Durch den mehrstimmigen Gesang entsteht ein zusätzlich Gänsehaut-verschaffender Eindruck.

Fazit: WUTHERING HEIGHTS liefern mit FAR FROM THE MADDING CROWD eine runum gelungene Scheibe ab. Die Band schafft es trotz der Besetzungswechsel, hochqualitative und wohlstrukturierte Songs abzuliefern, die für ordentlich Stimmung sorgen und das Album in Sachen ‚Unterhaltungswert‘ auf die vordersten Ränge katapultieren. Allerdings können die Dänen nicht ganz an das Innovationslevel des Vorgängeralbums anknüpfen, welches einfach noch an stückweit origäner und einzigartiger daherkam. Auch muss man sich mit einem nicht ganz so hohen Eingängigkeitsfaktor zufriedengeben, denn auf diesem Album fusioniert der eingängige Power Metal nicht mehr so stark mit progressiven und folkigen Anleihen. Es geht insgesamt deutlich progressiver und komplexer zu, sodass sich gerade im Zusammenspiel mit dem neuen Leadsänger ein vom Vorgänger abweichender Eindruck entwickelt. Der ist beileibe alles andere als negativ zu bewerten, aber eben anders – man könnte auch sagen, dass WUTHERING HEIGHTS erwachsener geworden sind. Das ist alles schön und gut – aber für das nächste Album darf es dann gerne auch wieder ein ‚mehr‘ an Power Metal und wirklich eingängigen Arrangements sein, es gilt, bloss nicht zu technisch und verfrickelt zu werden !

Anspieltipps: THE ROAD GOES EVER ON, LONGING FOR THE WOODS PART 1, LAMENT FOR LORIEN

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