Metal-CD-Review: DRAGONER – Dragoner (2010)

LAnd: Mexiko – Stil: Speed Metal

Die Trackliste:

1. Intro
2. Venganza
3. Tiempos De Antaño
4. El Vencedor
5. Magico y Eterno
6. Dios del Metal Show lyrics
7. Inmortal
8. Resurreccion

Immer feste druff… wird schon schiegehen !

Vorwort: DRAGONER – das ist doch mal wieder ein Bandname, der recht… unspektakulär daherkommt. Glücklicherweise muss das nicht immer heissen, dass sich die Musik diesem Eindruck anpasst. Die Band existiert noch nicht allzu lange, und legte mit der EP EL COMIENZO DE UNA NUEAVA ERA im Jahre 2008 ihr erstes Release vor. 2010 folgte dann DRAGONER – ein Album, welches alle Titel der EP beinhaltet, sowie noch 2 weitere. Anhand der Stilbezeichnung und dem netten, irgendwie an die 80er erinnernden Coverartwork kann man aber noch nicht so richtig erahnen, in welche Richtung DRAGONER letztendlich mit ihrer Musik gehen würden. Umso mehr freue ich mich darauf, dies hier in einem kurzen Review darzustellen.

Kritik: Nun, sobald der erste Titel des Werkes, schlicht INTRO betitelt, beginnt – weiss man schon so ungefähr, auf was man sich hier möglicherweise eingelassen hat. Auf einen unglaublichen schnellen, kraftvollen, pompösen Melodic Power / Speed Metal nämlich, der nicht nur einige Genregrenzen sprengt, sondern auch einige Membranen. Der Gesang von Leadsänger Rommel Colli (der heisst wirklich so) ist natürlich traditionell in Spanisch gehalten, auch wenn es bei dieser Art von Musik – um mal im ‚internationalen Sinne‘ zu sprechen – nicht wirklich viel ausmacht. Denn sie funktioniert auch bestens, ohne den tatsächlichen Gehalt der Lyrics zu verstehen – dafür sorgt der unglaubliche Drive und das gewisse Maß an Aggressivität. Sagen wir einfach, das Album hat eine sehr ‚mitreissende‘ Wirkung – Schlagzeug und Gitarren werden recht stark beansprucht, wobei der Gesang auf einem zumeist erträglichen Niveau bleibt – das heisst, keine Growls, kein Gegrunze, keine Screams. Dafür gibt es dann aber eben rotzige Exzesse an der Gitarre, sowie zur Abwechslung auch mal ein Bass-Solo oder die leicht sphärischen Hintergrundklänge. In erster Linie dominiert aber weiterhin das unglaubliche Tempo… auch VENGANZA prescht recht ordentlich voran. Übrigens, hatte ich gerade gesagt, es gäbe auf DRAGONER keine Screams zu hören… ? Nun ja, hier wird man eines besseren belehrt… auch wenn das ‚besser‘ nicht unbedingt auf die Qualität derselben Screams zu beziehen ist.

Egal, Laune macht es trotzdem. Auch wenn die Produktionsqualität nicht wirklich mithalten kann, ganz so klar und trotz Chaos strukturiert wie bei den polnischen Kollegen von PATHFINDER klingen DRAGONER dann eben doch nicht. Aber, sie klingen deutlich ‚dreckiger‘, was zur Abwechslung auch mal ganz gut kommt. Gerade im oftmals recht ‚klinischen‘ Bereich des Power Metal. Wobei, mit TIEMPOS DE ANTANO übertreibt man es dann schon ein wenig – leicht kitschige Synthie-Sounds und Keyboards wollen irgendwie nicht so recht zum superschnellen Drumming passen. Dafür gibt es aber eine recht ‚catchy‘ ausfallende Gitarren-Hook, und wunderbar gröhlende ‚Chorgesänge‘. Ja, Live wird diese Mukke sicher ordentlich zünden. Auf CD, nun ja… warten wir mal ab. Denn nun kommt erst einmal VENCEDOR hereingerauscht, das vielleicht kräftigste Stück des Albums. Ohlala, hier gibt es wahrlich kein Halten mehr. Treibende Drums und fetzige Gitarren gehören bei DRAGONER ja zum Standardrepertoire, doch hier gesellen sich noch ein stückweit mehr Melodie und ein leicht ‚mysteriöser‘ Instrumentaltouch hinzu – und natürlich ein sagenhafter Mitgröhl-Refrain, der vor Energie kurz vor der Explosion zu stehen scheint. MAGICO Y ETERNO ist dann schon eher ein Titel, den man sich auch von anderen, gewöhnlichen Power Metal Bands hätte vorstellen können – auch wenn DRAGONER immer noch ein deutliches Stückchen schneller sind. Und wieder kommt der wunderbare ‚Chor‘ (das heisst die pöbelnden Bandmitglieder) zum Einsatz, und verleihen dem Titel zusammen mit der catchy Hook und dem guten Soli-Part eine grundsolide Note.

DIOS DE METAL ist dann ein Titel, der – mal wieder – den Metal anpreist, ganz im Sinne vieler anderer Bands die ähnliche Songs in ihrer Diskografie haben. Aber, oh Wunder – DRAGONER können es auch mal ein wenig ruhiger angehen, so gibt es gar eine kurze Akustik-Gitarrenpassage mit leisem Gesang, gegen Ende – natürlich nur, um danach ein Instrumentalbrett hinzulegen, dass sich gewaschen hat. Herzryhtmusstörungen keinesfalls ausgeschlossen… und auch IMMORTAL ist ein flottes Stück, welches sogar mit noch mehr Druck als die bisherigen daherkommt. So haben wir hier einen wunderbaren Stampfer mit allerlei energetischen Elementen und auch Abwechslung. Schließlich ändert sich das Tempo, hie und dort – und Gesangsparts wechseln sich mit knackigen Instrumentalpassagen ab. Stellenweise glaubt man sich plötzlich im Trash Metal-Genre wiederzufinden – doch dann kommt wieder das Tempo, und DRAGONER zelebrieren ihr ganz persönliches Metal-Fest. Zum Abschluss servieren sie noch RESURRECCION, in dem sich der Leadsänger mal wieder in den höheren Lagen austoben darf. Und tatsächlich – in Verbindung mit einem mysteriösen AhhhAhhh-Backgroundgesang kommen seine High-Pitched Screams sogar ganz gut. Hasta el final gibt es keine Ruhe… mit DRAGONER geht es immer voran. Immerhin  sorgt eine ruhigere Passage in der Mitte des Songs wieder für die nötige Abwechslung und Diversität.

Fazit: DRAGONER sind die mexikanische Version von WIZARD in ihren Anfangszeiten – nur weitaus schneller, und auch ein kleines Stückchen ‚dreckiger‘. Dennoch machen sie trotz der ‚ehrlichen‘ Metal-Elemente nicht vor Keyboardsounds Halt, was das Ganze zusätzlich interessant macht. Überhaupt hört man nicht viele Spanische Bands aus diesem Genre – zumindest nicht derart gute, spielfreudige und schlicht rotzfreche. Das Album macht einfach Spaß – allzu anspruchsvolle oder technisch perfekte Inhalte sollte man nicht erwarten. Genau das richtige für eine (Spanische ?) Metal-Party mit allerlei Getobe und Gezeter also. Das passt schon !

Anspieltipps: VENCEDOR, IMMORTAL, RESURRECCION

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