Metal-CD-Review: BALFLARE – Thousands Of Winters Of Flames (2005)

Land: Japan – Stil: Symphonic / Melodic Power / Speed Metal

Die Trackliste:

01. Flare of Dusk
02. Hunt and Brave
03. Storm Mind
04. Shadows
05. Bind Blaze
06. Dead Fall
07. Four Hundred Years
08. Thousands of Winters of Flames
09. Sound of Silence

Japan-Fans aufgepasst… !

Vorwort: Ja, irgendwie kennt man hierzulande nicht wirklich viele nennenswerte Power Metal-Combos auf dem fernen Osten, genauer gesagt aus Japan… und die, die oftmals genannt werden, sind ohnehin schon solche, die international einen hohen Bekanntheitsgrad geniessen. Aber – es lohnt sich, einmal tiefer in die Materie einzusteigen und einen genaueren Blick zu riskieren. Denn nur dann entdeckt man Bands wie BALFLARE, die seit 2004 existiert.

Kritik: THOUSANDS OF WINTERS OF FLAMES (bitte nicht das eine ‚Of‘ vergessen) ist ein Album, welches einerseits typisch für das Genre ist, andererseits aber genügend Alleinstellungsmerkmale aufweist. Eindeutig ‚typisch‘ ist, dass es sich hier um ein Debütalbum handelt – und die Produktionsqualität wieder einmal alles andere als berauschend ist. Der Sound wirkt einstweilen etwas flach und ‚klirrend‘, der Gesang etwas zu leise und hintergründig. Das ist noch kein Problem wenn man das Intro FLARE OF DUSK zur Hand nimmt – ein reines, beinahe filmreifes Instrumentalstück – doch bei dem Opener HUNT AND BRAVE macht es sich durchaus bemerkbar. Aber auch noch etwas anderes schimmert ab den ersten Sekunden durch die Oberfläche hindurch: BALFLARE setzt auf für europäische Verhältnisse ungewöhnliche Samples und Strukturen, was dazu führt dass ein insgesamt ‚frischer‘ Eindruck vorherrscht. Ein treibender Double-Bass dient als Motor für ansprechende Strophen und exzellente Refrains, wie in diesem Opener – hier regiert die pure Melodiösität, und dass ohne das der Kitsch Überhand nimmt. Vielmehr wirken die Songs leicht mystisch – wie auch das folgende STORM MIND, welches zusätzlich mit stimmigen Keyboardsounds untermalt ist. Der sehr angenehme Gesang von Hideki Tada entwickelt zusammen mit der speziellen Aussprache des englischen sofort einen gewissen Charme. Da macht es auch (fast) nichts, dass man einige der gehörten Passagen nachschlagen muss – es kann sogar sein, dass man (erst) überhaupt nichts versteht. Das ist jedoch nicht so drastisch zu beurteilen wie es klingt, nach ein paar Durchläufen gewöhnt man sich daran.

SHADOWS ist ein stimmiges Interlude, welches abermals eine leicht bedrohliche, geheimnisvolle Stimmung heraufbeschwört – hier merkt man dem Album seine produktionstechnischen Mängel am wenigsten an. Ein solch ruhiges Stück ist auch bitter nötig, schließlich fungiert es als Vorbereitung für die Uptempo-Nummer BLIND BLAZE, welche richtig kräftig durch die Boxen prescht und durch sehr klare Drums und durch versierte Riffs besticht. Es gibt allerdings auch Passagen, in denen man das Gefühl hat, als wäre es manchmal ein wenig zuviel des guten gewesen – vor allem was das Keyboard angeht.Auch der Gesang wirkt in Anbetracht einer solchen, etwas durcheinandergeratenen Instrumental-Mauer noch viel zu hintergründig. Mit Titeln wie DEAD FALL wagt man sich dann wieder in etwas ruhigere Gefilde, sodass eine Mischung aus Ballade und Stampfer-Hymne entsteht. Gerade im Refrain – der weitaus stärker wirkt als die etwas angestrengten Strophen. FOUR HUNDRED YEARS macht dann wieder richtig Laune, auch wenn es zweifelsohne heisst: Keyboard-Alarm ! Überhaupt wirken die Songstrukturen recht ‚unorganisiert‘, gerade im Zusammenspiel mit der etwas schwachbrüstigen Produktion und den leichten Schwächen des Sängers (oder den Effekten, mit denen seine Stimme unterlegt ist). Jedoch merkt man dem Album an, dass reichlich Melodie, Extravaganz und ein gehöriges Ideenreichtum in ihm steckt. Wie auch beim Titeltrack THOUSANDS OF WNTERS OF FLAMES, der mit 9 Minuten einer der epischeren Titel des Albums ist. Sehr markant und super inszeniert: der Einsatz von klassischen Elementen, die den Song tragen und zum Ende hin noch einmal alleinstehend präsentiert werden. Als Outro fungiert noch das schmackige SOUND OF SILENCE, welches eine hohe Eingängigkeit aufweist und einfach typisch nach ‚Japan-Metal‘ klingt. Ein epischer Text, ein Glockenläuten im Hintergrund, krachende Fanfaren und Soundtrack-typische ‚Rummser‘ machen diesen Titel zu einem absolut würdigen, fulminanten Finalstück.

Fazit: BALFLARE liefern mit THOUSANDS OF WINTERS OF FLAMES ein starkes Album ab – für Debütalben-Verhältnisse sogar ein sehr starkes. Der Sound der Band ist äusserst vielschichtig und abwechslungsreich, und zusätzlich mit angenehmen Soundtrack-Elementen garniert. Der Japan-Touch ist angenehm und gerade hierzulande unverbraucht, und sorgt stets für das Gefühl, etwas wirklich ‚besonderes‘ in der Hand (oder im Ohr) zu haben. Das einzige Problem ist und bleibt die Produktionsqualität, welche dem sonst ‚epsichen‘ Eindruck des Silberlings einfach nicht gerecht werden will. Doch, und das muss man ganz klar sagen, macht das Album unglaublich viel Lust auf mehr. Ich vermute mal stark, dass beim nächsten Album der Band eine höhere Wertung drin ist.

Anspieltipps: BLIND BLAZE, DEAD FALL, THOUSANDS OF WINTERS OF FLAMES, SOUND OF SILENCE

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