Metal-CD-Review: SKYLARK – The Horizon And The Storm (1996)

Land: Italien – Stil: (Experimental / Symphonic) Power Metal

Die Trackliste:

1. The Horizon (Intro)
2. Fear of the Moon
3. Little Girl
4. Skylark
5. Crystal Lake
6. A Star in the Universe
7. Escape from the Dark
8. The Storm (Outro)

Was nicht ist, kann ja noch werden… oder ?

Vorwort: SKYLARK – eine Band, mit der man rechnen muss, und das bereits seit 1994. Der Kopf der Band ist Eddy Antonini, ein Italienischer Musiker und Allround-Talent, der sich bis heute einen etwas experimentellen Touch bewahrt und gerne auch mal zu klassisch angehauchten Arrangements greift. Das erste Album in der offiziellen Diskografie der Band ist THE HORIZON AND THE STORM, welches 1996 erschien – und einen recht kurzen Einblick in die ersten musikalischen Versuche der Band ermöglicht. Schließlich beinhaltet es nur 7 Titel, von denen 2 als Intro und Outro fungieren, ein Interlude gibt es ebenfalls – sodass letztendlich nur 4 vollwertige Tracks bleiben. Aber wie die klingen, und warum der Faktor ‚Produktionsqualität‘ bei diesem Erstlings-Werk eine nicht unerhebliche Rolle spielt, wird dieses Review versuchen zu erörtern.

Review: Das Album beginnt, und das durchaus stimmig – ein etwa zwei-minütiges Piano-Instrumentalstück stimmt den Hörer dezent auf das noch kommende ein. Es beginnt noch recht langsam, irgendwo pendelnd zwischen ‚unspektakulär‘ und atmosphärisch, gegen Ende gibt es dann doch noch einen kleinen Tempo-Schub. Sicherlich handelt es sich hier nicht um ein kompositorisches Meisterwerk oder etwas ganz und gar einzigartiges, aber als nennenswertes Intro kann man THE HORIZON (so heisst das gute Stück) dennoch bezeichnen. Der Übergang zu FEAR OF THE MOON folgt sogleich – hier haben wir einen Opener, der von Keyboard-Klängen dominiert wird und insgesamt recht ’sphärisch‘ wirkt. Alsbald offenbart sich allerdings ein echtes, mitunter riesengroßes Problem des Albums: die Produktionsqualität ist, gelinde gesagt, unter aller Kanone. Während die Gitarren noch halbwegs akzeptabel durch die Szenerie schrammen (allerdings eher hintergründig), wissen vor allem Schlagzeug (einfach nur miserabel und unglücklich ‚flat‘) und Gesang (high-pitched Vocals in einer unmöglichen Qualität) zu stören. Auch das, was sich da eine Bass-Line schimpft, hört sich einfach nur arg dumpf und somit geradezu lachhaft an – garniert wird das Ganze von den schon erwähnten Keyboard-Eskapaden in bester Fantasy-Manier. Wie natürlich auch das Songwriting, doch als knallharter Fantasy- / Epic-/ Symphonic- Power Metal Fan ist man da ja schon einiges gewöhnt. Eventuell hätte aus diesem Song etwas werden können – zumindest mehr, als das nunmehr vorliegende Endprodukt. Aber selbst dann wäre das Ganze sehr, sehr cheesy; und durch den ultrahohen Gesang und die leicht aufdringlichen Keyboards enorm schmalzig.

In der Tat erscheint es recht fraglich, warum man Songs in dieser Qualität auf einen Silberling bringt – aber immerhin muss man der Band zugestehen, dass es sich hier um ihr erstes offizielles Album / EP handelt. Dazu stammt es aus dem Jahre 1996, und die Band hatte noch keinen Plattenvertrag. Jedoch, besieht man andere Debütalben differenter Bands, so muss man den Kopf doch zwangsläufig etwas schütteln. So ist auch das knapp 10-minütige ‚Epos‘ LITTLE GIRL eher ein Krampf denn ein Genuss. Hier dominieren eher ruhig-dezente Klänge, vermittelt durch eine Akustik-Gitarre und einen deutlich zärteren Gesang. Zugegeben – das klingt gar nicht schlecht. Doch es dauert nicht lang bis der Titel umschlägt und auf ‚härtere Gefilde zusteuert. Dann gesellen sich, richtig – die schon erwähnten Schlagzeugsounds der wahrlich untersten Schiene zum Gesamtbild hinzu, dass allerdings erst wieder durch den sich verausgabenden Sänger komplettiert wird. Hinzu kommen etwas merkwürdige Effekte, wie die gezielte Soundausgabe auf dem jeweils linken oder rechten Kanal – kurzum, das Ganze wirkt eher plump als episch. Aber, und durch die Klassik-Einschübe zumindest recht ambitioniert. Das Highlight bildet hier noch die Instrumentalpassage, bestehend aus Keyboard- und Gitarrensolo. Das in wirklicher guter Qualität – hätte durchaus Potential gehabt.

Es folgt der Combo-Titel SKYLARK / CRYSTAL LAKE (je nach Version getrennt oder zusammen), der – abgesehen von den schröklichen Drums – recht akzeptabel beginnt, und durch den enormen Klassik-Flair sogar stellenweise zu begeistern weiss. Und, es wird besser: die Arrangements lassen sich nun erstmals sehen (da sie erstmals eine gewisse Professionalität ausstrahlen), die Riffs kommen schön catchy daher. Des weiteren gibt es einen typisch Power Metal-lastigen Mitsing-Refrain, der durchaus Laune macht. Leider war es das dann aber auch schon mit den positiven Aspekten: der Gesang, beziehungsweise die ‚dämonischen Stimmen‘ klingen extrem bemüht, und die (Gesamt-)Soundqualität bleibt nun einmal wie sie ist – absolut unakzeptabel. Es folgt ein 2-minütiges Interludium namens A STAR OF THE UNIVERSE, welches von Piano-Klängen und atmosphärischem Meeresrauschen begleitet wird. Das wäre gar nicht so schlecht, wäre da nicht auch hier der Gesang, der wieder einmal auf eine äusserst merkwürdige Weise entweder nur über den linken oder nur über den rechten Kanal hörbar ist. Gerade die höher gesungenen Passagen gegen Ende zeigen dann aber endgültig auf, dass sich der Leadsänger vielleicht doch eher auf die niedrigeren Stimm-Niveaus beschränken sollte. Autsch !

Bleibt ESCAPE FROM THE DARK, ein Track der mit einem Intermezzo aus synthetischen Orgelklängen und dämonischem Geflüster beginnt. Das klingt noch recht stimmig, doch letztendlich gerät auch dieser Song zu einer schwerlich auszuhaltenden Geduldsprobe aus schrägen Klängen und kläglichem Geschrei. Zum FInale spendiert man dem Hörer noch ein Outro mit dem Titel THE STORM, welches man sich aufgrund der rein klassischen Instrumentalisierung schon eher anhören kann – da diese in einer weitaus besseren Qualität daherkommen als alle Metal-Anteile.

Fazit: Als reine Demo wäre THE HORIZON AND THE STORM vielleicht gerade noch akzeptabel. Aber selbst für diese Verhältnisse ist die Produktionsqualität ausserordentlich mies, die Arrangements eher eintönig und unausgegoren, der Gesang und das Songwriting alles andere als passabel. Immerhin, jede Band muss einmal beginnen, so auch SKYLARK – doch man sollte die Hoffnung eher auf die späteren Alben setzen als auf diesen Einstieg. Dann doch lieber ein Debütalbum von Rhapsody Of Fire, Helloween, Gamma Ray, Stratovarius, Sonata Arctica; oder oder… aber es kann ja noch werden. Zumindest besser als in diesem Fall… für Fans (sowieso) ein Muss, für alle anderen durchaus vernachlässigbar.

Anspieltipps: CRYSTAL LAKE

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