Metal-CD-Review: SKYLARK – Dragon’s Secrets (1997)

Land: Italien – Stil: (Experimental / Symphonic) Power Metal

Die Trackliste:

1. The Temple 02:34
2. Creature of the Devil 05:03
3. The Answers 04:56
4. Skylark 06:34
5. Waiting for the Princess 02:59
6. Light 23:53
7. Princess of the Snow 08:07
8. Dragon’s Secrets 06:20

Es wird besser… langsam aber sicher.

Vorwort: Würden SKYLARK es nach ihrem zwar… interessanten, sich produktionstechnisch aber unter aller Kanone bewegenden Erstwerks nun mit ihrem zweiten offiziellen Album DARGON’S SECRETS schaffen, in die oberen Ränge der Italienischen Power Metal-Zunft aufzusteigen ? Immerhin spricht der neue Vertrag bei Underground Symphony dafür. Ausserdem reift man als Musiker mit jedem Album, mit jedem Jahr – sodass gerade nach einem eher experimentellen Debütalbum eine klarere, professionellere Linie gefahren werden kann. Sehen wir es uns an !

Kritik: Das Album beginnt wie auch schon der Vorgänger mit einem eher ruhigen Intro-Stück, welches hier THE TEMPLE getauft wurde. Das klingt mysteriös ? Nun ja, das ist es auch – schließlich wird hier traditionelle Power Metal-Kost geboten, die vor Klischees kaum Halt machen würde. Gerade die typische Dragonslayer-Thematik mit allerlei Fantasy-Protz und Co wird sich noch durch das gesamte Album ziehen – man sollte darauf vorbereitet sein. Während das Intro zuerst noch absolut unspektakulär vor sich hinklimpert und von einem eher mäßigen Gesang garniert wird, geht es nach der Hälfte schon etwas munterer weiter: hier sind schöne Spinett-Klänge zu hören, die wohlig den ‚Spirit‘ des Beginns der Symphonic Power Metal-Ära in den späten neunzigern aufgreifen und durch die offensichtliche Klassik-Orientierung an frühe Werke von RHAPSODY OF FIRE und Co erinnern. Dann startet der Opener CREATURE OF THE DEVIL; und, oh Schreck – die Soundqualität ist erneut auf einem schwerlich erträglichen Niveau. Immerhin klingt gerade das Schlagzeug schon etwas markanter (und mehr nach Schlagzeug) als noch auf dem Debüt, dafür scheinen diesmal allerdings die Gitarren vernachlässigt worden zu sein. Und, wie bereits auf dem Debüt – die gesanglichen Darbietungen. Es scheint, als singe der Leadsänger einfach nur hoch, sehr hoch – doch es kommt nicht wirklich etwas dabei ‚herum‘, ein jegliches Anzeichen von Gefühl, Kraft oder Ausdrucksstärke bleibt auf der Strecke. Da hilft auch der zwar eingängige, aber extrem flache und durch billige Keyboard-Klänge augepeppte Refrain nicht mehr viel. Dennoch, eine Verbesserung ist eindeutig ersichtlich – SKYLARK sind hier schon viel eher SKYLARK als auf dem Debütalbum.

So beginnt auch THE ANSWERS recht vielversprechend, und wirkt durch den Mix aus Metal und Klassik ansprechend. Zwar bei weitem nicht so ansprechend wie bei den Kollegen von RHAPSODY, die einige Zeit nach diesem Album hier richtig durchstarteten – aber immerhin. Und tatsächlich, erstmals werden so etwas wie Melodien und wirkungsvolle Arrangements eingesetzt, um den Hörer in die Welt von DRAGON’S SECRETS zu entführen. Die Keyboard-Sounds wirken zwar auch hier noch recht plump, aber entwickeln doch einen gewissen Charme. Bleiben der zweifelhafte Gesang und die kratzige, absolut drucklose Soundqualität, die den Gesamteindruck wieder ein wenig schmälern.Aber: es wird mehr und mehr Potential ersichtlich, der Weg für wirklich gelungene Fantasy-Epen und epische / orchestralische Arrangements wird langsam geebnet. Das ist auch dem folgenden SKYLARK anzumerken. Hier scheint der Sänger erstmals eine für ihn geeignete Lage zu finden (größtenteils – Ausnahmen gibt es) – was sich zur Abwechslung mal recht annehmbar anhört. Im weiteren Verlauf wird der Titel sogar immer besser, die längere Instrumentalpassage macht sogar richtig Laune. Als absolute Katastrophe sind allerdings die merkwürdigen, manchmal auftretenden ‚Trommeln‘ im Hintergrund, sowie die ‚Chorpassagen‘ anzusehen. Und der Fakt, dass sich die Gitarren bis auf die kurzen Soli-Parts im Hintergrund (weit hinter dem manchmal nervenden Keyboard) ‚verstecken‘.

Mit WAITING FOR THE PRINCESS folgt ein reines Instrumentalstück, welches eine angenehme Struktur aufweist. Der später hinzuaddierte Gesang bewegt sich allerdings zwischen zart und unsäglich kitschig – ein Titel, den man eher überspringen wird. Nun darf es aber gerne richtig episch werden, und zwar mit dem über 20 Minuten (!) langen LIGHT (auf einer Alternativ-Version der CD in 3 Teile geteilt). Klar, das Teil lässt sich hören – es ist episch, ausgezeichnet und ideenreich komponiert und umgesetzt, und Fabio Dozzo kann nun erstmals auch in typischen Power Metal-Gesangspartien punkten. Hier regiert die pure Abwechslung, es gibt viele Höhen und Tiefen, Höhepunkte und Talfahrten, mal gesellt sich weiblicher Gastgesang zum ohnehin schon um Abwechslung bemühten Leadsänger. Der mitunter einzige störende Faktor, noch immer: die Produktionsqualität, die das Ganze einfach nicht ausreichend ‚zeitlos‘ und universell erscheinen lässt. Jedoch steckt in LIGHT ein Großteil der ‚Essenz‘ dieses Albums, und der Fähigkeiten der Bandmitglieder – vor allem auch Eddy Antonini. Hier kann man (fast) nicht meckern. PRINCESS OF THE SNOW macht dann allerdings einen Schritt in die falsche Richtung: das hier präsentierte ‚Hörspiel‘ ist einfach nur lachhaft, die Gespräche der ‚Kreaturen‘ makaber, das Songwriting recht niveaulos. Wer würde denn so etwas auf ein, sein Album packen ? Au weia… und dann geht das Teil auch noch knapp 8 Minuten. Knapp 6 Minuten bringt der Titel- und Abschlusstrack DRAGON’S SECRETS auf die Uhr, der zweifelsohne zu den stärksten des Albums gehört. Warum, ist nicht schwer festzustellen: durch den Wegfall der (scheppernden) Metal-Elemente und des manchmal schrägen Gesangs entsteht ein recht zeitloser Titel, der durch sphärische Klänge und einfallsreiche Arrangements einen gewissen Kult-Faktor entwickelt. Und dabei ein wenig an eine potentielle Vertonung zu einem Computerspiel erinnert.

Fazit: Die Verbesserungen von SKYLARK sind auf DRAGON’S SECRETS deutlich spürbar – es regiert einfach ein ‚mehr‘ an kompositorischer Freude, an Einfallsreichtum und zeitloseren Arrangements. Auch die Produktionsqualität hat sich verbessert – sie bewegt sich allerdings noch immer auf einem schwer zu ertragenden, leider Gottes ’störenden‘ Niveau. Eines ist aber klar: DRAGON’S SECRETS ist fast doppelt so gut wie sein unausgegorener Vorgänger, und erhält damit auch eine höhere Bewertung. Mal sehen, wie es weitergeht…

Anspieltipps: THE ANSWERS, SKYLARK, THE LIGHT, DRAGONS SECRETS

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