Metal-CD-Review: FRETERNIA – A Nightmare Story (2002)

Land: Schweden – Stil: Power Metal

Die Trackliste:

Grimbor The Great
Arrival
The Dark Side
Shadowdancers
The Saviour
The Unexpected
New Hope
Battle Of Minds
Requiem#

Enter the world… of Grimbor the great… !

Vorwort: FRETERNIA ist eine (relativ unbekannte) Schwedische Power Metal-Band, die im Jahre 1998 gegründet wurde. Nach der ersten Demo im selben Jahr und einer weiteren im folgenden, erschien 2000 das erste offizielle Album WARCHANTS & FAIRYTALES; welches recht gut von der Szene (den ‚Schwertschwingern‘ & Drachentötern des Metal) angenommen wurde. Die Band bewegt sich mit ihrer Musik irgendwo zwischen klassischem Power Metal a’la HELLOWEEN, eingängigen ‚Warrior‘-Hymnen a’la CRYONIC TEMPLE, und etwas episch-verpsielteren Arrangements a’la DREAMTALE. Eine perfekte Mischung möchte man meinen, sofern sie ihren eigenen Stil entwickeln können – und dazu hatten sie spätestens mit dem 2002 erschienenen Album A NIGHTMARE STORY die Gelegenheit. Das kuriose ist nur, dass die Band danach kaum noch Lebenszeichen von sich gab – bis heute wartet man auf neue Informationen. Aber ein neues Release ist auch jetzt (2012) noch immer nicht in Sicht… obwohl 2009 ein neuer Sample-Trailer veröffentlicht wurde. Es lohnt sich aber zweifelsohne, noch einmal einen Blick in die Vergangenheit zu werfen, und direkt in den Alben-Kosmos der NIGHTMARE STORY einzusteigen. Einerseits, um die Vorfreude auf ein potentielles nächstes Album zu wecken – andererseits ganz schlicht, um sich ein überdurchschnittlich gutes Power Metal-Album nicht durch die Lappen gehen zu lassen.

Kritik: Rumms – mit A NIGHTMARE STORY bricht ein typisch Fantasy-lastiges, melodisches und schlicht Laune-machendes Power Metal-Album über uns herein. Bereits der straighte Opener GRIMBOR THE GREAT führt den Hörer in eine epische Fantasy-Welt aus zeitlosen Heldensagen ein, die zwar typisch für das Genre sind – aber sich in diesem Fall dennoch positiv von der Masse abheben können. Der Leadsänger von FRETERNIA hört auf den (für Deutsche Verhältnisse sicher lustigen) Namen Pasi Humppi, und ist unter anderem noch in der etwas bekannteren Formation IRONWARE tätig. Und, was er hier abliefert, ist eine durchaus respektable Leistung. Jedoch handelt es sich hier um einen Sänger, an dem sich die Geister und Geschmäcker scheiden werden – seine Stimme ist relativ hoch, aber dennoch mit einem Höchstmaß an ‚Kraft‘ ausgestattet. Eine interessante Mischung, die man einfach einmal selbst gehört haben muss, um sich ein Bild zu machen – ich jedenfalls kann mir diese Power Metal-Stimme durchaus und immer wieder gerne anhören, auch wenn sie nicht mit den ‚ganz Großen‘ des Genres (Fabio Lione, Michael Kiske et cetera) mithalten kann.Und rein instrumentell ? Da geht natürlich die Post ab – wie man es auch im folgenden ARRIVAL feststellen kann. Schön satte Drums und Gitarren tragen jedes der Stücke, die zusätzlich mit einigen (aber vergleichsweise dezenten !) KEyboard-Elementen garniert werden. So klingen FRETERNIA durchaus weniger ‚kitschig‘ oder ‚cheesy‘ als viele andere Vertreter des Genres.

Denn gerade der leicht harsche Gesang in Verbindung mit den recht Heavy Metal-lastigen Instrumentalpassagen lässt einen Eindruck entstehen, bei dem man eher weniger an Fantasy Metal-Gefilde denken würde. Vielleicht könnte man auch die Deutschen IRON SAVIOUR zu einem Vergleich heranziehen. Gerade Stücke wie THE DARK SIDE zeigen diese eher True Metal-lastige Seite von FRETERNIA auf – allerdings hätten gerade hier die ‚Chöre‘ (bestehend aus 2-3 Backgroundsängern) ein klein wenig eleganter ausfallen können. Das gleiche Problem hat auch das folgende SHADOWDANCERS, auch wenn man hier einen Tucken mehr Charme verbreiten kann. Ja, auch dank der flotten Instrumentalisierung und der treibenden Soli-Passage. Das Teil macht sogar richtig Laune – wobei, bei diesem Stichwort müsste man viel eher das Mittelstück THE SAVIOUR heranziehen. Erstmals sollte man dringend ein dickes Melodic vor das Power Metal schreiben – hier regiert die pure Eingängigkeit, die im Refrain ihren Höhepunkt erreicht. Aber auch sonst gibt es keinen Grund zur Beanstandung – extraklasse Riffs, Bass-Lines und Soli-Passagen runden den beinahe perfekten Gesamteindruck ab. Und gerade zum Finale hin legen FRETERNIA hier noch eine ordentliche Portion Epicness drauf – bombastisch.

Mit Titeln wie THE UNEXPECTED gibt man sich dann schon wieder etwas gemäßigter, andererseits u8nd durch die Keyboard-Elemente auch etwas verspielter. Der Grundeindruck bleibt jedoch bestehen – nichts allzu spektakuläres, aber mehr als solides. Es folgt NEW HOPE, ein mit 7 Minuten Spielzeit etwas längeres und ‚epischer‘ arrangiertes Stück, welches tatsächlich einige Highlights zu bieten hat. Der Leadsänger wagt hier erstmals Ausflüge in die ganz hohen Lagen, durch verschiedene Tempo- und Stimmungswechsel regiert ein Höchstmaß an Abwechslung, Höhen und Tiefen wechseln sich stimmig untereinander ab. Eindeutig einer der stärksten Titel des Albums ! BATTLE OF MINDS bietet dagegen wieder durchschnittliche Metal-Kost, die weder intensiv zu begeistern noch zu enttäuschen vermag. Bleibt der Finaltitel REQUIEM, der in etwas ruhigere Kerbe schlägt, aber gerade deswegen nochmal für eine Portion Abwechslung sorgt. Das Teil lässt sich hören – die Mischung aus etwas melancholischeren Klängen und Bombast-Elementen macht’s. Ein mehr als würdiger Abschluss für ein insgesamt zufriedenstellendes Album !

Fazit: FRETERNIA machen mit A NIGHTMARE STORY eines klar – sie haben sich offensichtlich enorm weiterentwickelt, besonders im direkten Vergleich zum Vorgängeralbum WARCHANTS & FAIRYTALES. Die Produktion wirkt recht solide, der Sound satt, das Songwriting weist zwar keine absoluten Novitäten, aber doch ein angenehmes Maß an Qualität auf. Zudem ist mit Pasi Humppi ein recht einzigartiger Leadsänger mit von der Partie, der im Zusammenspiel mit den treibenden Drums, Riffs und Melodie-Reihen sein volles Potential entfalten kann. Hoffentlich bleibt es nicht bei diesem Album (2002 !) und einigen weiteren nicht mehr aufgegriffenen Samples (2009)… FRETERNIA, wir hoffen aus ein baldiges Lebenszeichen !

Anspieltipps: THE SAVIOUR, NEW HOPE, REQUIEM

Dieses Album auf Amazon kaufen:

Advertisements

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s