Metal-CD-Review: HELLOWEEN – Keeper Of The Seven Keys Part 2 (1988)

Land: Deutschland – Genre: True Melodic Power / Speed Metal

Die Trackliste:

01. Invitation
02. Eagle Fly Free
03. You Always Walk Alone
04. Rise And Fall
05. Dr. Stein
06. We Got The Right
07. March Of Time
08. I Want Out
09. Keeper Of The Seven Keys
10. Save Us

Bereits der erste Teil war bombastisch… dann kann der zweite ja nur ÜBERIRDISCH sein.

Vorwort: Nach den (berechtigten !) Erfolgen und musikalischen Meilensteinen der Deutschen Metal-Kultformation HELLOWEEN in den Jahren 1985 (Walls Of Jericho) und 1987 (Keeper Of The Seven Keys Part  I) erschien bereits 1988 der zweite Teil der legendären KEEPERS-Sage. Abermals lieferten die Speed-Metaller um Kai Hansen und Michael Kiske einen gut bestückten Silberling mit 10 verheissungsvollen Titeln ab, die – wie man inzwischen weiss – fast alle zu zeitlosen Kult-Titeln geworden sind. Aber auch schon damals, vor sage und schreibe 23 (!) Jahren, muss es die Fans und alle Interessierten wie ein Schlag getroffen haben – endlich, eine Fortsetzung zum sagenhaft guten KEEPER OF THE SEVEN KEYS-Album, welches durch-und-durch positive Kritiken abstaubte ! Bevor ich jedoch in vorzeitigen Lobeshuldigungen versinke, wagen wir einen erneuten Blick auf das Album selbst, welches; und soviel darf schon vorher verraten werden, dem Vorgänger in Sachen Qualität und Innovation in nichts nachsteht.

Kritik: Beim ersten Teil wurde das Intro noch mit INITIATION betitelt – nun heisst es INVITATION. Zweifelsohne hat es auch einen etwas differenten Unterton – während es beim ersten teil darum ging, eine größtmögliche, epische Spannung aufzubauen regieren nun geradezu ‚majestätische‘ Klänge. Das Ganze klingt beinahe schon wie eine Fanfare für einen großen, feierlichen Siegeszug – den sich die Band schon damals redlich verdient hatte. Nun also sollte die glorreiche Bandgeschichte um ein weiteres Kapitel ergänzt werden – den Anfang macht hier das flotte EAGLE FLY FREE als Opener allererster Güteklasse. Das Teil bietet einen sagenhaften, unwiderstehlichen Drive; und strotzt nur so vor ‚Power‘ und Spielfreude. Überaus genial und zeitlos ist der gelungene Aufbau, der über die kräftig voranpreschenden Strophen bis hin zum absoluten Gänsehaut-Refrain seine volle Pracht entfaltet und bereits beim ersten Hören fesselt. Weder ‚zuviel‘ (Überladen) noch zu ‚wenig‘ (langatmig) – HELLOWEEN verstanden es als eine der ersten Power / Speed Metal Bands überhaupt, exakt die richtige Dosierung der einzelnen (Metal-) Zutaten zu finden und entsprechend anzuwenden. So gibt es in diesem Stück neben dem ohnehin schon genialen Instrumental- und Gesangspart von Michael Kiske einige Soli-Passagen, in denen unter anderem auch ein Bass-Solo zu hören ist. Der absolute Nummer-1-Moment ist und bleibt allerdings der, wenn man zum letzten Male den Refrain erreicht, und die Lyrics noch zusätzlich von einer dezenten Trompete untermalt werden. Übrigens: genau hinhören lohnt sich, im Hintergrund verstecken sich einige durchaus ’symphonische‘ Elemente, die man beim ersten Mal vielleicht gar nicht so direkt mitbekommt (wie eine Art leiser, sphärischer Chor im Refrain).

Nach so einem Uptempo-Kracher kann und sollte nur ein etwas gemäßigterer Titel folgen – und der kommt in Form des knackigen YOU’LL NEVER WALK ALONE daher. Hierbei handelt es sich um einen eher traditionellen Heavy Metal-Titel, in dem die Speed-Anleihen ein wenig zurückgefahren werden. Das heisst: es regieren fette Riffs, ein dezent wummernder (aber wenig aufdringlicher) Double-Bass, und die ein oder andere fidele Mitsing-Passage. Aber auch die Abwechslung kommt alles andere als zu kurz, seien es die mächtigen Soli-Passagen, stillere Momente oder die stilsicher inszenierten ‚Screams‘ von Michael Kiske- auf einem HELLOWEEN-Album ist eben immer was los. MIT RISE AND FALL folgt nun ein etwas… andersartiger Titel, der zweifelsohne eine etwas humorigere Seite der Band präsentiert. Sicher haben sich hier spätere Bands wie EDGUY & Konsorten das ein oder andere Element abgeschaut, und selbst wenn nicht – ein Titel wie dieser macht einfach nur Spaß, und sorgt für ein Höchstmaß an Unterhaltung. Reichlich makabere Hintergrundgeräusche werden überzeugend in den Kontext des Songs eingeflochten, der wieder einmal mit einem kultverdächtigen Refrain aufwarten kann. Mindestens ein kleines Schmunzeln sollte bei diesem Titel bei jedem drin sein. Aufdrehen und… abfeiern !

Es folgt das nunmehr allseits bekannte DR. STEIN, welches wie so viele andere Titel des Albums eine Vielzahl an Coverversionen spendiert bekommen hat. Und, noch besser; welches es damals sogar bis in die TOP-10 der deutschen Charts geschafft hat ! Warum das so war, ist leicht zu erkennen: der Titel ist ein absoluter Ohrwurm mit gute-Laune-Garantie. Allzu viel Schnickschnack ist gar nicht nötig, die HELLOWEEN-typischen Lyrics (die sich irgendwo zwischen Witz und Grusel bewegen) und die gelungene Gesamtkomposition reichen aus, um den Titel zu einer weiteren Abfeier-Hymne zu machen. Das nun folgende WE GOT IT RIGHT ist der erste Titel der Band überhaupt, der in eine etwas andere Richtung geht als die sonst übliche – als eine Art Ballade (aber mit denselben Instrumenten gespielt)  bietet er rein instrumentell wenig aufregendes, dafür ist der Gesang von Michael Kiske allerdings wieder mal erste Sahne. Und das auch in den höchsten Tonlagen… der Wahnsinn. Vielleicht wird man ein paar mehr Durchgänge brauchen als sonst – aber dann kann auch dieser Titel zünden, in den etwas ruhigeren Minuten. Aber dann folgt glücklicherweise auch schon der nächste Titel der Marke ‚Überhammer‘ oder ‚Zeitlos-Hymne‘ – MARCH OF TIME. Rumms, das sitzt – ein Refrain, der irgendwie ein wenig an die Anfangszeiten von STRATOVARIUS erinnert (die haben ihr erstes Album aber erst ein Jahr später, 1989, veröffentlicht – vielleicht wurden sie hier inspiriert ?), und auch sonst spürt man hier reichlich Glanz und Glorie.

Mit I WANT OUT folgt nun DAS HELLOWEEN-Lied, zu dem man eigentlich nicht mehr viel sagen braucht. Denn nicht zuletzt durch das dazu veröffentlichte Musikvideo (Kult – unten eingebettet) ging das Teil schon so oft über den Äther, das es beinahe jeder kennen sollte. Nur kurz: eine grandiose Leistung wie immer, bis heute ein absolutes Kult-Lied welches immer wieder gerne Live performt wird. Bleiben nur noch zwei Titel, von denen eines das überlange Titelstück (knapp 14 Minuten) KEEPER OF THE SEVEN KEYS ist. Zurücklehnen und geniessen… zum Finale gibt es dann noch das mächtige SAVE US auf dem Silbertablett, das ebenfalls ausserordentlich gut rockt.

Fazit: Was soll man noch sagen ? Sowohl der erste Teil der KEEPERS-Sage als auch dieser hier sind absolute Must-Have-Werke der Metal-Geschichte. Beide unterscheiden sich qualitativ nicht – sodass es kaum möglich ist zu sagen welcher Teil nun ‚besser‘ oder ‚origineller‘ ist. Immerhin bekommt man beim zweiten Teil mehr für’s Geld – schließlich ist die Spielzeit weitaus länger. Aber das soll ja nun wirklich kein ausschlaggebendes Merkmal sein. Man sollte es sich überlegen: diese Musik entstand vor 22 Jahren ! Wieviele Bands machen heute noch die Musik wie HELLOWEEN schon vor 2 Jahrzehnten, und das oftmals deutlich schlechter oder maximal genauso gut ? Richtig, Originalität muss belohnt werden. Und das sieht dann wie folgt aus…

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