Metal-CD-Review: STRATOVARIUS – Polaris (2009)

Land: Finnland – Stil: Melodic Power Metal

Die Trackliste (ohne Gewähr):

Deep Unknown
Falling Star
King Of Nothing
Blind
Winter Skies
Forever Is Today
Higher We Go
Somehow Precious
Emancipation Suit I: Dusk
Emancipation Suit II: Dawn
When Mountains Fall

I am blind – but I can see you in my mind…


Vorwort: POLARIS ist das mittlerweile zwölfte (!) Studioalbum der Finnen von STRATOVARIUS. Als Neueinsteiger in das Genre (oder den Metal) könnte man sich nun natürlich fragen: haben die Jungs noch immer genug zu erzählen, sodass es für eine solche, im (Power) Metal verhältnismäßig hohe Anzahl an Alben reicht ? entwickeln sie sich auch musikalisch weiter, oder präsentieren sie lediglich Massenware ? Nun, in einem solchen Fall müsste man dringend anmerken, dass die Band bereits im Jahre 1984 gegründet wurde und entsprechend viele Erfahrungen gesammelt und musikalische Entwicklungen mitgemacht hat. Die Finnen wissen also ganz genau, was sie da tun – ein Merkmal, welches man zweifelsohne auch dem Gesamtbild von POLARIS attestieren möchte, oder auch muss. Denn weder enttäuschen sie mit diesem Werk langjährige Fans (wie es eventuell beim Vorgängeralbum der Fall gewesen sein könnte), noch verschrecken sie Neueinsteiger mit einem möglicherweise schweren Zugang.

Kritik: Und tatsächlich, bereits der Opener DEEP UNKNOWN lässt sich hören. Wunderbar markant ist hier der Refrain, der sowohl die guten alten Zeiten der Band aufleben lässt, als auch den Schritt in ein neues musikalisches Jahrzehnt vorbereitet. Und, das muss man einfach sagen: Leadsänger Timo Kotipelto gehört zu den stärksten und beständigsten des Genres überhaupt. Das sind STRATOVARIUS wie sie leiben und leben – und das hoffentlich noch viele weitere Jahre. Das folgende FALLING STAR markiert einen der ruhigeren Titel auf dem Album, der vor allem vom wie immer versierten Timo Kotipelto und seiner abwechslungsreichen Performance lebt. In der Tat, auf POLARIS ist mal wieder ein wenig von allem vertreten, was in diesem Fall durchaus positiv zu verstehen ist. Titel wie KING OF NOTHING sorgen für die nötige Härte und ein Klangerlebnis der besonderen Art. Wo hat man sonst schon mal ein derart verspieltes, frisches, experimentierfreudiges Instrumental gehört – welches dennoch niemals kitschig oder überladen wirkt ? Die Band versteht ihr Handwerk – was nach so vielen aktiven Jahren nur eine der erfreulichen Begleiterscheinungen ist.

Denn eine weitere liegt darin begründet, waschechte Oberkracher-Titel mit Hymnenpotenzial zu kreieren – wie das folgende BLIND eindrucksvoll beweist. Ja, was ist denn hier los ? Nach einem noch gemäßigt-andächtigen Spinett-Auftakt bekommt der Hörer hier ein Instrumentalbrett um die Ohren gehauen, welches kraftvoller und epischer nicht hätte ausfallen können. Das Schlagzeug, der Bass, das Keyboard, die Gitarren, Timo Kotipelto; das ansprechende Songwriting… hier entsteht eine wahrhaft ‚göttliche‘ Symbiose, die zweifelsohne das erste absolute Highlight des Albums markiert. Was für eine Über-Nummer ! Nach einem derart… überrumpelndem (und sprachlos machenden) Erlebnis kommt ein ruhigerer Titel natürlich gerade Recht, besonders wenn es sich um eine Ballade a’la WINTER SKIES handelt. Denn auch die balladesken Stücke von STRATOVARIUS sind zumeist ausnahmslos gut, wie dieses emotionale Werk ungläubigen schnell aufzeigen wird. Hier stecken eine große Portion Gefühl, wie auch eine markante Liebe zum Detail drin, die sich letztendlich vollends bezahlt machen. Mit FOREVER IS TODAY folgt nun ein weiterer Titel mit gute-Laune Hymnencharakter, der stark an frühere Glanzzeiten der Band erinnert und niemanden still auf den Sitzen halten wird. Fröhlich, ohne dabei allzu sehr in Klischees überzulaufen; verspielt, ohne eine gedachte Kitschgrenze zu überschreiten – das macht Laune.

Und auch HIGHER WE GO knüpft an die lebensfrohe, heitere Stimmung an, und bietet abermals einen tollen, eingängigen Refrain – auch wenn STRATOVARIUS weit davon entfernt sind, eine Happy Metal-Band a’la FREEDOM CALL zu sein. Dafür sorgen Stücke wie SOMEHOW PRECIOUS, eine Nummer; die noch mehr Gefühl hat als die Vorgängerballade WINTER SKIES. Nun folgen allerdings erst einmal die EMANCIPATION SUITE’s I und II – die eine weitere musikalische Facette der Band präsentieren. Hier wird die Fähigkeit von STRATOVARIUS, Geschichten erzählen zu können, in den Vordergrund gerückt. Denn das gelingt ihnen mit diesen beiden Stücken vortrefflich – viele Höhen und Tiefen, stille Instrumentalparts und Gesangspassagen mit deftiger Metal-Untermalung sorgen für die nötige Abwechslung und den damit einhergehend Unterhaltungswert. Bleibt nur noch MOUNTAINS FALL, die abschließende Ballade; die ebenfalls einen guten Eindruck macht.

Fazit: Ob STRATOVARIUS nun einen temporeich-spielfreudigen Power Metal zelebrieren oder sich gefühlvollen Balladen widmen – sie klingen dabei  einfach stets ausserordentlich gut. POLARIS lässt sich jedem empfehlen – ob nun dem geneigten STRATOVARIUS-Fan oder auch solchen, für denen das musikalische Genre des Power Metal absolutes Neuland ist. Die Band gehört noch längst nicht zum alten Eisen, im Gegenteil – sie sprüht vor Ideen und Spielfreude. 

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