Metal-CD-Review: STEEL ATTACK – Predator Of The Empire (2003)

Land: Schweden – Stil: Heavy / True Power Metal

Die Trackliste (ohne Gewähr):

1. „Predator Of The Empire“ 5:18
2. „Cursed Land“ 5:05
3. „The Darkness“ 4:18
4. „Point Of No Return“ 4:54
5. „Heavy Metal God“ 4:27
6. „The Holy Sign“ 4:24
7. „Arise“ 4:51
8. „Nightmare“ 5:20
9. „One Way To Heaven One Way To Hell“ 5:21
10. „Reality Unknown“ 5:45 

Wer’s gerne ‚True‘ und trotzdem melodisch mag, der sollte mal einen Blick riskieren…

Vorwort: PREDATOR OF THE EMPIRE ist das dritte Studioalbum der 1995 gegründeten, schwedischen Metal-Band STEEL ATTACK, welches im Jahr 2003 veröffentlicht wurde. Als Zutaten der musikalischen Art kommen vornehmlich typische Power Metal-Elemente zum Tragen, welche sich vor allem im Keybaordeinsatz und den Fantasy-orientierten Lyrics niederschlagen. Aber auch um eine gehörige Prise True Metal sind die Schweden nicht verlegen – sodass der hohe Gesang von Stefan Westerberg (Spitzname: Steve Steel) besonders durch überaus ‚catchy‘ Riffs und schwere Schlagzeugbretter untermalt wird. Gerade einmal 10 Titel beinhaltet das Album – von denen keiner länger ist als 6 Minuten (auf Intros, Interludes und Outros wurde allerdings komplett verzichtet). Die Folge, beziehungsweise das Bestreben der Band: ein jeder Titel sollte ein echter Kracher für sich sein. Wie werden sie am Ende abschneiden… ? Das farblich interessant gehaltene, leicht ‚düstere‘ Gemälde-Artwork macht jedenfalls schon einmal Lust auf mehr.

Kritik: Wenn man PREDATOR OF THE EMPIRE eines unterstellen kann, dann dass das Album einen der stärksten Opener aller Zeiten vorlegt. Es geht so munter und schnörkellos drauf los, dass es das Power Metal-Herz mehr als nur entzückt – sondern auch ausserordentlich beeindruckt. Selten, wirklich selten schafft es eine Band, einen Titel gleichzeitig ‚True‘ und dennoch leicht ‚Cheesy‘ beziehungsweise eingängig-verspielt klingen zu lassen. Die Gitarren schreddern kraftvoll und versiert, die Strophen werden markant vorgetragen – aber was ist das, dieser Refrain ist einfach nur… göttlich ! Eine Textpassage, die sich auf ewig in die Hirnwindungen einbrennen soll, ein mehr als engagierter Sänger, ein dezenter Männerchor im Hintergrund… einfach nur Kult. Nach all dem Glanz und der Glorie sorgt der zweite Track, CURSED LAND, wieder für eine kleine Verschnaufpause: hier dominiert Elemente des True– beziehungsweise Heavy Metal, die sich vor allem im Gitarrenspiel und der Unterstützung des Schlagzeugers widerspiegeln. Erneut gibt es einen recht eingängigen Refrain, der jedoch weitaus gemäßigter daherkommt als im Opener. Auf einen Uptempo-Kracher folgt ein Midtempo-Stampger mit Dauerrotationsrefrain – so sollte es sein.

Und was sollte auf eine Verschnaufpause folgen… ? In der Tat, ein weiterer Kracher in Form eines brachial-mächtigen THE DARKNESS; zweifelsohne einer der stärksten Titel des Albums. Ein rhythmischer Doublebass treibt das Spektakel an, knackige Riffs sorgen für die nötige Würze – und ein Refrain wie aus dem Bilderbuch lassen hier ein weiteres Alben-Highlight entstehen. Somit haben STEEL ATTACK bereits in den ersten drei Tracks alles richtig, und weitaus besser als so manche der Genrekollegen gemacht. Es folgt der POINT OF NO RETURN, der – leider Gottes – keinen der stärkeren Momente des Albums markiert. Ein etwas langatmiges Tempo, weichmachende Klaviertöne im Refrain und ein generelles zurückstellen der allgemeinen ‚Power‘ lassen den Track zur ersten Ausfallerscheinung werden – sofern man es denn so drastisch formulieren wollte. Immerhin lässt eine kurze Solo-Passage wieder auf die eigentliche Kraft der Band schließen… die man glücklicherweise bald darauf im Titel Nummer 5, HEAVY METAL GOD erneut bewundern darf. Hier handelt es sich um eine typische Metal-Hymne mit Kultcharakter, die angenehm freudig und direkt an die Fans adressiert daherkommt. Ein Refrain der automatisch zum Mitsingen (oder Mitgröhlen) animiert, darf hier natürlich nicht fehlen.

THE HOLY SIN leitet sogleich die zweite Hälfte des Albums ein, und legt dabei ein ordentliches Tempo vor. Und Schwupps – hat es sich einen Platz unter den ‚ersten Drei‘ des Albums gesichert. THE SEVENTH SON IS THE HOLY ONE… mehr braucht man dazu eigentlich nicht zu sagen, ausser: unbedingt reinhören ! Das folgende ARISE setzt erneut auf äusserst schmackhafte, ‚catchy‘ Riffs und einen zwar gemäßigten, aber dennoch mitreißenden Refrain. Zwar lässt der Track ein wenig an ‚Pepp‘ vermissen, doch ist er keinesfalls als Ausfall zu werten. Dieser Gefahr ist schon eher das nun folgende NIGHTMARE ausgesetzt, welches nur noch wenig neues bieten kann und daher entgültig den musikalischen ‚Alltag‘ auf PREDATOR OF THE EMPIRE einläutet. ONE WAY TO HEAVEN, ONE WAY TO HELL setzt sich ebenfalls erst nach mehrmaligem Hören in den Gehörgängen fest, aber auch nur; weil es erneut die musikalischen Stimmungen der Vorgängertitel aufgreift. Besonders der Refrain wirkt hier bereits stark ausgelutscht (und in diesem Fall viel zu simpel), und kann so nur noch schwerlich zünden. Bleibt nur noch REALITY UNKNOWN als Abschlusstitel, wobei auch hier gilt: wozu neues einführen, wenn auch altbekanntes funktioniert ?

Fazit: PREDATOR OF THE EMPIRE beginnt ausserordentlich stark und klingt dabei erfrischend anders – sodass bereits die ersten drei Titel automatisch in die ewige Hall-Of-Fame des Metal einziehen. Denn hier ist einfach alles gegeben: eine angenehme Melodiösität durch Keyboards und catchy Riffs, ein mehr als versierter Leadsänger den man immer wieder hören möchte, eine gewisse ‚Würze‘ – aber dennoch eine allgemeine Ernsthaftigkeit durch deutlich hörbare True Metal-Anteile. Leider kann dieses Niveau nicht wirklich gehalten werden, und das bei gerade einmal 10 Titeln von denen wirklich jeder eine Granate hätte sein müssen – beinharte Ausfälle sind nun inbegriffen (Track # 4), und die musikalischen Elemente beginnen sich merklich zu wiederholen. Das ist schade – aber dennoch ist PREDATOR OF THE EMPIRE ein überdurchschnittlich gutes Album für Freunde des Heavy / True Power Metal, der nicht ganz so kitschig ist wie anderswo – aber mindestens genauso gut ins Ohr geht.

Unbedingte Anspieltipps: PREDATOR OF THE EMPIRE, THE DARKNESS, THE HOLY SIN

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