Filmkritik: „Tanz Der Teufel 2“ (1987)

Originaltitel: Evil Dead 2
Regie: Sam Raimi
Mit: Bruce Campbell, Sarah Berry, Dan Hicks, mehr
Laufzeit: 85 Minuten
Land: USA
FSK: Ab 18
Genre: Horror

Da hat ein zweiter Teil endlich mal wieder die Nase vorn… wenn auch nur knapp.

Inahlt: Ash (Bruce Campbell) und Linda (Denise Bixler) wollen es sich einige Tage lang richtig gemütlich machen. Was käme da gelegener als der Aufenthalt in einer abgelegenen Waldhütte ? Doch was sie dort erwartet, hat wenig mit allgemeiner Entspannung zu tun: auf einem Tisch liegt neben einem Tonbandgerät das mysteriöse Necronomicon bereit. Hierbei handelt es sich um das sogenannte Buch der Toten, welches im Zusammenspiel mit laut ausgesprochenen Formeln in der Lage ist, dämonische Mächte heraufzubeschwören. Unglücklicherweise sind eben jene Formeln auf dem Tonband enthalten – und ehe sich Ash und Linda versehen, sind die Dämonen im Anmarsch. Als erstes ergreifen sie Besitz von Linda… welche daraufhin versucht, ihrem ehemaligen Geliebten die Seele zu stehlen.

Kritik: Nanu, was denn jetzt ? Ist Tanz der Teufel 2 nun ein Remake des ersten Teils, oder doch eine Fortsetzung ? Diese Fragestellung wird definitiv aufkommen an einem gediegenen Filmabend, für den man sich die Evil Dead-Trilogie bereitgelegt hat. Allerdings nur in den ersten Minuten – denn schon bald wird klar, dass es zweifelsohne doch um eine Fortsetzung handelt. Wenn auch um eine recht ungewöhnliche ! Denn zum einen wirft Raimi zu Beginn der Fortsetzung einen (Rück-)Blick auf die Ereignisse des ersten Films – dieser ist jedoch merklich abgeändert und somit als eine Art ‚alternative‘ Version der Ereignisse zu verstehen, die zu Teil 2 geführt haben. Und zum anderen offeriert der zweite Teil einen Inhalt, der mehr als nur verdächtig an den ersten erinnert – während die Story geradezu identisch ist, weisen die Werke auch hinsichtlich der Machart eindeutige Parallelen auf. Einen Unterschied gibt es allerdings: das Budget ist beim weiten Teil schon deutlich höher als beim ersten – dementsprechen können sich alle BEteiligten noch ein stückweit mehr ‚ausleben‘, was man dem Film letztendlich auch ansieht. So wirkt er deutlich ‚lebendiger‘, actionreicher und überladener; vor allem was die überbordenden Schockmomente angeht die irgendwo zwischen furchterregendem Horror und wahnsinniger Komik schwanken.

Stichwort Wahnsinn: tatsächlich geht der zweite nicht gerade zimperlich mit der Visualisierung und Vertonung von Szenen um, die die Besitzergreifung durch einen Dämonen darstellen sollen. Wie auch in Teil regieren hier schnelle Kamerafahrten untermalt von ‚dämonischen‘, lauten Geräuschen, hektische Schnitte und Zooms auf entsprechende Fixpunkte, ungewöhnlich.interessante Positionierungen der Kamera. Doch dieses Mal kommt, wohl auch dank des höheren Budgets, die Einbeziehung der Umwelt eher zum Tragen: der Hauptprotagonist ‚darf‘ oder muss sich so richtig ausleben was die Zerstörung des Hausinventars angeht, Türen und Mauern werden eingerissen, Dämonen ‚verarbeitet’… aber nicht nur das. Denn in teils imaginären, teils tatsächlichen Alptraumsequenzen beginnt das kleine Haus zu wahrhaft zu ‚leben‘, und Bruce Campbell gibt sich vollends dem Wahnsinn hin. Dazu gibt es passenderweise die so höchst makaber wirkende Filmmusik serviert, garniert mit großen Portionen dämonischen Gelächters und allerlei ‚Umgebungsgeräuschen‘. In der Tat ist der Anteil an Elementen des filmisch präsentierten Wahnsinns deutlich höher als noch im ersten Teil – doch dafür zieht ein anderes Element ebenfalls an, nämlich das der Witzigkeit. Ohne Zweifel, Tanz der Teufel 2 dient als sinniges Bindeglied zwischen Teil 1 (vornehmlich Horror) und Teil 2 (weniger Horror, als positiver Trash).

Gut ist, dass die Darsteller, allen voran natürlich Bruce Campbell, sich nun ebenfalls weiter aus dem Fenster lehnen dürfen. Allein aufgrund der überaus makaberen ‚Dämonenhand-Szenen‘ ist Tanz der Teufel 2 einen Blick wert, die später noch von allerlei Auftritten der berühmten Kettensäge getoppt werden. Ebenfalls höchst amüsant und verdächtig kultig: die berühmten Raimi-Vorbereitugnsszenen in Bezug auf eine größere Schlacht: hier bastelt sich der Hautpcharakter irgendwelche Waffen aus herumliegenden Gegenständen, präsentiert unter aberwitzigen Kamerafahrten und übertriebenen Soundeffekten. Köstlich ! Nicht ganz so köstlich, aber dennoch kaum störend ist die Bild- und Tonqualität des Films (kann je nach Medium und Release schwanken), doch passt gerade die optisch keinesfalls ‚geleckte‘ Optik zum schaurigen Horrorflair der 80’er.

Fazit: Es bleibt zu rätseln, in wie weit der zweite Teil der Tanz der Teufel-Trilogie ‚besser‘ oder ’schlechter‘ ist als der erste. Es ist wahr: inhaltlich unterscheiden sich beide kaum voneinander, theoretisch könnte man den zweiten überspringen und von Teil 1 gleich zu Teil 3 übergehen. Doch dann würde man einige der Sternstunden des Horror- / Trashgenres verpassen: der zweite Teil besitzt schlicht einen deutlich höheren Unterhaltungswert und viel mehr Höhepunkte, die in die (Film-)Geschichte eingehen sollten. Teil 1 (circa 6 Jahre älter) punktet dagegen mit dem Originalitätsfaktor. Kuriositäten vor Sinn oder inhaltlicher Tiefe: Tanz der Teufel 2 ist eine würdige Fortsetzung des Vorgängers. Eine Fortsetzung die man zweifelsohne für einen witzigen Trashfilmabend einplanen kann – die aber auch nichts für allzu schwache Nerven ist.

4 Gedanken zu “Filmkritik: „Tanz Der Teufel 2“ (1987)

  1. Hab ihn mir jetzt auf Blu-Ray angeschaut, wie ebenfalls auch Army of Darkness…ich finde letzteren zwar immer noch grandios, leider habe ich ihn bereits so oft gesehen, dass er schon etwas seinen Reiz verloren hat. ^^ Dafür finde ich den zweiten Teil mittlerweile irgendwie ein Stück besser als früher. (vielleicht auch wegen der besseren Bildqualität) Schon komisch. 🙂

    Wenn man sich das Making Of ansieht, dann wird etwas Licht ins Dunkel gebracht, ob „Tanz der Teufel II“ nun ein Remake ist oder ein Sequel. Dort erfährt man, dass man ein Teil des Materials aus Teil 1 im zweiten Teil wiederverwenden wollte, das Problem war aber, dass die Rechte des ersten Teils bei einer anderen Firma lagen. Somit musste man sich einen komplett neuen Ansatz für „Teil 2“ ausdenken. Deswegen muss man sagen, dass es an sich keins von beidem ist….wenn dann eher ein „Redo“ als ein Remake. Es KANN kein Sequel sein, wer wäre schon so blöd und fährt mit seiner liebsten wieder zur genau dieser Hütte. 🙂 Das Remake haben wir ja jetzt (2013)…*würg* (oder doch nicht würg?…we’ll see). Ich frag mich ob von Teil 1 oder von Teil 2. 🙂 (ich weiß es im Moment nicht)

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