Metal-CD-Review: FROM THE DEPTH – Back To Life (2011)

Land: Italien – Stil: Power Metal

Die Trackliste (ohne Gewähr):

01. Back To Life
02. Live For Today
03. Our Music Our Souls
04. Don’t Forget Who You Are
05. Lack Of Emotion
06. The Will To Be The Flame
07. The Cruel Kindness
08. You Just Have To Fly
09. Straight To The Source
10. Nenia
11. Nothing To You
12. Leading My Essence Above All

Wenn schon keyboardlastig, dann richtig…

Vorwort: FROM THE DEPTH, wer soll denn das sein ? In der Tat handelt es sich bei der 2011’er Scheibe BACK TO LIFE um das Debütalbum der Italiener. Es gilt also: frisch ans Werk, die Ohren der Power Metal-Anhänger beglückt – oder eben nicht. Die Chance ist jedenfalls da – aber werden FROM THE DEPTH sie auch nutzen, oder in der Masse der Italo-Metalbands untergehen ? Die Band besteht aus:

  • Bass – Alessandro Karabelas
  • Gesang – Raffaele Albanese
  • Gitarre – Alessandro Cattani
  • Keys – Davide Castro
  • Schlagzeug – Cristiano Battini

Kritik: BACK TO LIFE beginnt recht ruhig, und zwar mit einem Intro welches wie das Album mit BACK TO LIFE betitelt ist. Hierbei handelt es sich um ein melancholisches Instrumentalstück, welches aus einigen wenigen Elementen zusammengesetzt ist. Was auffällt: so richtig professionell und druckvoll klingt das Ganze nicht, gerade wenn die arg künstlich klingenden Samples hinzukommen. Aber hey, es handelt sich schließlich nur um das Intro welches bei Bedarf zu überspringen ist… ein wenig anders sieht es dann schon mit dem Opener LIVE FOR TODAY aus, der ab der ersten Sekunde ordentlich Stoff gibt und von melodiösen Keyboardklängen dominiert wird. Das gelingt den Jungs von FROM THE DEPTH recht ordentlich, auch wenn hierbei sicherlich gilt: irgendwie hat man dergleichen schon einmal gehört. Und als zweite Eskalationsstufe: wahrscheinlich auch schon besser. Besonders der kurze Sample-Part bei Minute 3.10 macht deutlich, dass sich die Band noch enorm verbessern muss, um von dem arg künstlichen Eindruck wegzukommen.

Glücklicherweise macht der Gesang von Raffaele Albanese einiges wieder wett, denn seine Stimme und sein spezieller Akzent ist äusserst angenehm. Dies wird im folgenden OUR MUSIC OUR SOULS ein weiteres Mal deutlich, wenn es darum geht dem Titel den nötigen Pepp zu verleihen. Denn mit dem nackten Instrumental können die Jungs definitiv niemanden mehr vom Hocker reissen – auch hier regieren äusserst klischeebehaftete, künstlich-synthetisch anmutende Keyboardklänge noch und nöcher. Die Gitarren, die in der Riesenportion Kitsch leider ein wenig untergehen, werten das Liedgut wiederum auf. Schade, dass ihnen nicht (deutlich !) mehr Raum gelassen wurde. So drohen die Kompositionen ein wenig im allgemeinen Trief unterzugehen. Und das hat zur Folge, dass Titel wie DONT FORGET WHO YOU ARE entstehen: hier regiert wieder einmal der Pompös-Kitsch in all seinen Facetten. Doch neben der übertriebenen Eingängigkeit haben diese akustischen Maßnahmen noch eine weitere Folge: die Musik von FROM THE DEPTH klingt sehr, sehr harmlos.

Harmlos heisst: sie hat kaum Biss, bietet musikalisch und textlich wenig neues, die Grundstimmung ist eine merklich heitere. Im Gegensatz zu erklärten Happy Metal-Bands a’la FREEDOM CALL aber machen die Stücke von FROM THE DEPTH nicht wirklich Spaß. Es fehlt der Hymnen-Faktor, stattdessen regiert ein wenig episches / knackiges Larifari. Immerhin kann das folgende Instrumentalstück LACK OF EMOTIONS halbwegs überzeugen, und das obwohl der stärkste Faktor der Band nicht mit an Bord ist – der Leadsänger. Dann folgt das bisherige Highlight des Albums: die Videoauskoppelung THE WILL TO BE THE FLAME. In der Tat tat die Band gut daran, diesen Song auszuwählen, und keinen der vorherigen. Denn dieses Stück hat im Gegensatz zu den anderen etwas, was es durchaus hörenswert macht: es hat das Potential zur Hymne ! Wenn auch zu einer reichlich kitschigen, keyboardlastigen – aber sehr melodiösen, eingängigen und gut abgemischten. Der Leadsänger steuert seine Vocals bei und ist auf (s)einem Höhepunkt, ebenso wie die Sampling-Machines: die hier verwendeten Samples und Keyboardpassagen klingen bei weitem nicht so künstlich wie noch zuvor. Abgesehen vom Refrain, hier wird es wieder deutlicher. Doch dieses Manko konterkarieren FROM THE DEPTH mit einem geschickt platzierten Stimmungswechsel, und sorgen letztendlich für einen würdigen Titel-Track.

Bei THE CRUEL KINDNESS handelt es sich um die obligatorische Ballade, dementsprechend unspektakulär ist das Ergebnis. Dann stürmt YOU JUST HAVE TO FLY heran; ein Titel, der wieder eine Melodie besitzt die ‚zu schön ist um wahr zu sein‘.  Ein unermüdlicher Keyboardeinsatz und ein übertrieben eingängiger Refrain sorgen für einen Ohrwurm allererster Güteklasse – mit einem recht hohen Kitschlevel. Hierbei handelt es sich um den wohl verspieltesten, ‚fröhlichsten‘ Track des gesamten Albums. Und in der Tat, ein wenig vermag man es zu spüren, gesetzt man ist in der richtigen Stimmung. Ein wenig festlich-weihnachtlich, ein wenig episch… noch melodiöser geht einfach nicht. Auch das folgende STRAIGHT TO THE SOURCE ist ein solcher Titel, der einiges an fröhlich-verspielten Keyboardelementen im Zusammenspiel mit mitreißenden Strophen und einem absoluten Mitsing-Refrain an den Start bringt. Dann zeigt NENIA doch noch das unglaubliche auf: FROM THE DEPTH können auch anders. Dieses Stück ist eine weitere Ballade, jedoch keine vom Schlage eines THE CRUEL KINDNESS – sondern eine richtig gute. Tja, woran mag es wohl liegen dass die Band gerade in solchen ‚minimalistischen‘ Momenten sehr gut klingt ? Eben – hier handelt es sich um einen Song, der nicht so kunterbunt-kitschig überladen ist wie so viele andere Titel. Und auch die letzten Titel NOTHING TO YOU und LEADING MY ESSENCE ABOVE ALL (Instrumental) machen einen mehr als ordentlichen Eindruck.

Fazit: Die Tendenz ist klar – BACK TO LIFE wird im weiteren Verlauf immer besser, und das nach einem gewöhnungsbedürftigen Start der nicht gerade viel versprach. FROM THE DEPTH klingen ein wenig wie eine zusätzliche verkitschte Version von SUNRISE aus der Ukraine, vermengt mit einer Prise SONATA ARCTICA, POWER QUEST und STRATOVARIUS. Aber: leider nie so gut wie eine der eben genannten Bands ! Sie verstehen ihr Handwerk als Power Metaller, bieten aber noch bei weitem zu wenig Alleinstellungsmerkmale um sich von der Masse der Bands positiv abzuheben. Besonders ärgerlich: die meisten Instrumentals beinhalten weitaus wenige ‚Metal‘ als man es gewöhnt ist, selbst für die so manches Mal verhöhnten Italienischen Power Metal-Verhältnisse. Das viel zu vordergründige Keyboard lässt einen erschreckend künstlich-kitschigen Gesamteindruck entstehen, jeder der auch nur im entferntesten Sinne ein Verfechter eines eher in Richtung True gehenden Metals ist, sollte einen großen Bogen um diese Scheibe machen. Lediglich der Gesang von Raffaele Albanese ist nett anzuhören, und bietet offenkundig einiges an Potential. Vielleicht ja nächstes Mal, auf einer etwas düsterren, rockigeren und weniger keyboardlastigen Scheibe ? Spaß macht sie allerdings trotzdem.

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