Metal-CD-Review: SHADOW HOST – Bringer Of Revenge (2011)

Bandherkunft: Russland – Musikalischer Stil: (True) Heavy Power Metal

Die Trackliste (ohne Gewähr):

1. Bringer Of Revenge
2. Wicked Curse
3. Eye For An Eye
4. Forsaken One
5. Demon Hunter
6. Secret Left Untold
7. Back To The Shadowland
8. Beware Your Dreams
9. Facing The Truth

Oh mächtiger Rachebringer, erschlage unsere verdammten Feinde !

Vorwort: Die bereits 1993 gegründete Band SHADOW HOST stammt aus Russland (Moskau), und hat bisher 2 Demos und 5 Studioalben veröffentlicht. Mit BRINGER OF REVENGE liefern die Jungs nun ihr sechstes Album ab, welches sich vornimmt, wie eine Bombe einzuschlagen. Und tatsächlich: der Sound von SHADOW HOST ist gleichsam unverbraucht und erfrischend hart – zumindest, wenn es um handelsübliche Power Metal-Definitionen gilt. Äusserst ansprechend ist auch das geniale Cover-Artwork, welches den Hörer schon einmal auf das mächtige Demon-Slayer-Treiben einstimmt. Wie werden sich Victor Anger (Vocals), Alexey Arzamazov (Gitarre), Yuri Naletov (Gitarre), Evgeny Nesterov (Bass) und Efim Burak (Drums) schlagen, können sie diese Schlacht gewinnen ?

Kritik: Das Album beginnt mit dem Intro BRINGER OF REVENGE, welches entgegen möglicher Vermutungen (ja, wie klingt denn Rache ?) eher ruhig daherkommt. Erst sind es nur ein paar zarte Griffe in die Gitarrensaiten, später kommen die ersten knackigen Riffs zum Vorschein… bis es hinüber zum Opener geht. Spräche man von einer ‚Ruhe vor dem Sturm‘, so würde diese Formulierung sehr gut zum Auftakt von BRINGER OF REVENGE passen. Denn der Opener WICKED CURSE zeigt sogleich auf, um was für ein mächtiges Album sich bei BRINGER OF REVENGE handeln würde. Von der ersten Sekunde an regiert ein wahrlich kristallklarer, äusserst druckvoller Sound, der auf eine hohes Qualitätslevel der Produktion schließen lässt. Brachiale Riffs harmonieren hier in einem dunklen Wechselspiel der Emotionen mit dem treibenden Schlagzeug und dem klaren und stets verständlichen Gesang des Leadsängers Viktor ‚Anger‘ Lysiy – die Aufmerksamkeit ist geweckt, der Start in dieses 2011’er Album gelingt den Jungs von SHADOW HOST vorzüglich.

Aber in welcher Kategorie ist ihre Musik am ehesten anzusiedeln ? Als Genre-Oberbegriff fungiert hier am ehesten der Power Metal, doch im Vergleich zu vielen Genrekollegen kommt der Sound von SHADOW HOST noch ein stückweit düsterer und aggressiver daher. Dies macht die Band durch leichte Trash-Anleihen und einen etwas mehr in Richtung True gehenden Metals möglich. Auf (im allgemeinen ebenfalls nette) Tralala-Hymnen sollte man auf diesem Silberling jedenfalls nicht hoffen ! Denn auch das folgende EYE FOR AN EYE ist ein ordentliches Brett, welches vor allem von den satten Bässen und den unterstützenden Riffs getragen wird. Das Ganze klingt zwar irgendwo ‚düster‘, weist aber immer noch genügend Melodiösität und Anzeichen einer professionellen Verspieltheit auf, dass man zum Hören dieses Albums sicher nicht in den Keller gehen muss. Gerade das macht die Musik von SHADOW HOST so interessant !

Selbstverständlich bewegt sich auch der Leadsänger Viktor ‚Anger‘ Lysiy passend dazu auf einem recht… nennen wir es ‚gemäßigten‘ Niveau was die Stimmlagen und Ausflüge in den Screambereich angeht. Seine Stimme wirkt aber dennoch enorm druckvoll und imposant – die Power sprudelt förmlich aus ihm heraus, und kämpft mit den zünftigen Riffs und Drums um die Oberhand in Sachen Energieverteilung. Das er auch ‚anders‘ kann, zeigt er zu Beginn des folgenden Titels FORSAKEN ONE, bei dem man zuerst an eine Ballade denkt. Doch alsbald gesellt sich ein weiterer markanter Instrumentalteppich hinzu, der sich von nun an mit ruhigeren Passagen abwechselt. Bald wird klar, dass es sich um einen recht eingängigen Titel handelt, der abwechslungsreich und ‚catchy‘ zugleich ist.

DEMON HUNTER dagegen ist ein waschechter Brutalo-Track, und das ab der ersten Sekunde. Die Laune ist entsprechend ! SECRET LEFT UNTOLD täuscht durch den zarten Beginn wieder geschickt balladeske Züge vor, mündet dann aber – natürlich – auch wieder in einer von harten Riffs dominierten Hymne. Und zwar zur vielleicht eingängigsten auf dem gesamten Album – die für SHADOW HOST-Verhältnisse freundlichen Melodien, der stimmige Refrain, der weibliche Gastgesang sowie der nette Soli-Part sorgen für eine treibende Stimmung die die 6 Minuten Spielzeit wie im Fluge vergehen lassen. BACK TO THE SHADOWLAND kommt schon wieder ein wenig düsterer daher, zumindest bis es in den abermals hymnenverdächtigen Refrain geht. Immer dabei: die feurigen Drums sowie die fetzigen Gitarren, von dessen Energie und ‚Sattheit‘ sich so manche Band ruhig noch etwas abschauen könnte. Auch BEWARE YOUR DREAMS und FACING THE TRUTH sind alles andere als Ausfälle, vor allem letzterer legt nochmal ordentlich was obendrauf.

Fazit: Wer auf der Suche nach einem guten 2011’er Power Metal-Release der etwas härteren Sorte sucht, ist mit BRINGER OF REVENGE von SHADOWHOST mehr als nur gut beraten. Die knackigen Riffs und die gut gelungene Mischung aus Trash– und True Metal-Einflüssen machen diese Scheibe zu etwas ganz besonderem. Ein echtes TOP-Release für alle True Power Metal-Fans, welches sich aus dem Stegreif eine der höchsten Positionen in der Alltime-Bewertungsliste überhaupt sichert. Hail !

90button

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