Filmkritik: „Kings Of Rock – Tenacious D“ (2007)

Originaltitel: Tenacious D In The Pick Of Destiny
Regie: Liam Lynch
Mit: Jack Black, Kyle Gass, J.R. Reed u.a.
Laufzeit: 93 Minuten
Land: USA
FSK: Ab 12
Genre: Komödie

Es lebe der Rock, verdammt noch mal… !

Inhalt: JB (Jack Black) ist Rockmusiker mit Leib und Seele – sehr zum Missfallen seiner religiösen Familie. Doch eines Tages schafft er es, den strengen Fittichen seiner Eltern zu entkommen, und begibt sich auf eine große Reise. Er ist auf der Suche nach einem Weg, sein innerstes durch den Rock n‘ Roll nach aussen zu kehren ! Glücklicherweise trifft er alsbald auf KG (Kyle Gass), mit dem er den gemeinsamen Traum von einer Band wiederbelebt und möglichst schnell in die Tat umsetzen möchte. Doch auf diesem Weg hat JB einige Prüfungen zu meistern… von merkwürdigen Push-Ups über den Gig-Simulator ist so gut wie alles dabei. Dann kommen die beiden einem Geheimnis auf die Spur: einige der größten Rockmusiker scheinen alle das gleiche Gitarrenpick benutzt zu haben – das Schicksalpick ! Eben dieses gilt es jetzt zu finden und an den Mann zu bringen, auf das die neugegründete Band Tenacious D ebenfalls den Weg zum unsterblichen Rum finden wird. Leider schaltet sich zu allem Überfluss aber auch noch der Teufel höchstselbst ein…

Kritik: Kings Of Rock ist eine etwas… abgedrehte Musik-Komödie, die in erster Linie von der Präsenz des Hauptdarstellers Jack Black lebt – der grundsätzlich ein ureigener Typ ist den man zumindest kennen, oder noch besser mögen sollte um den Film genießen zu können. Denn eines ist mit Sicherheit gewiss: Tenacious D ist nicht ‚der großartigste Kinofilm aller Zeiten‘, wie es das Filmplakat so wunderbar dezent zu vermitteln versucht. Vielmehr handelt es sich um eine seichte Komödie mit allerlei Musikeinflüssen und -Performances, wobei der Film gerade in diesem Zusammenhang seine Stärken zu entwickeln weiss. Gleich zu Beginn bekommt der Zuschauer – nach dem nett gehaltenen Intro – eine Art Rückblick auf die Kindheit JB’s präsentiert, welcher nicht nur aberwitzig gemacht ist sondern auch einen Gastauftritt von Rocklegende Ronny James Dio (RIP) beinhaltet. Hier werden die Herzen eines jeden Rock- und Metalfans zweifelsohne höher schlagen. Auch danach macht es einfach Spaß, Jack Black und Kyle Gass bei ihren Ambitionen, endlich im Musikgeschäft Fuss zu fassen, beizuwohnen. Die ersten ‚Auftritte‘ (sowohl Solo als auch im Team) und das makabere“Aufnahmeritual‘ sind wunderbar in Szene gesetzt und sorgen für einen hohen Unterhaltungswert.

Wenn dies doch nur so bliebe ! Denn im weiteren Verlauf werden die Schwächen von Tenacious D immer ersichtlicher. Schließlich kann man nicht über die gesamte Laufzeit einer Komödie mit Rahmenhandlung musizieren, wie wild gestikulieren und mit vollem Körper- und Spracheinsatz die Zuschauer in seinen Bann ziehen – irgendwann rückt der Fokus unvermeidlich auf selbige Rahmenhandlung. Und die ist, gelinde gesprochen, nicht von großartiger Bedeutung; und sogar für eine Komödie dieser Art etwas zu trivial gehalten. Hier sollte man definitiv keine Überraschungen oder Höhepunkte erwarten – wenn Tenacious D ein Niveau hat, wird es lediglich durch die Musik-Performances und die Gastaufritte einiger Stars auf einem halbwegs erträglichen Level gehalten. Die finden im übrigen ihren Höhepunkt in einem Schlagabtausch mit dem Teufel höchstselbst – hier fliegen die Fetzen, werden die Gitarren geschwungen und das möglichst ‚beste Lied aller Zeiten‘ performt. All das ist keinesfalls ernst zu nehmen, macht aber dennoch und nicht unwesentlich Spaß. Im besten Fall sollte man sich Tenacious D im Kreise einiger Freunde ansehen – die entweder eine Vorliebe für Jack Black oder aber das Rockgenre im allgemeinen haben.

Denn dieses wird sowohl parodiert als auch ernst aufgegriffen und behandelt – auch wenn man hinterher nicht wirklich schlauer ist was die Geschichte des Rock betrifft, kann man sich durchaus für diese etwas eigensinnige Interpretation begeistern. Es lebe die Kraft des Rock n‘ Roll – eine Botschaft, die der Film durchaus zu vermitteln weiss. Die technischen Aspekte bewegen sich indes auf einem mittelprächtigen Niveau; Kamera, Schnitt und Szenenaufbauten bieten weder spektakuläre Elemente noch gehen sie dem Zuschauer auf die Nerven. Für die nötige Abwechslung sorgen einige comicartige Elemente, sowie eine spezielle Drogenszene nach einem Pilzkonsum – und eine handvoll Spezialeffekte die zwar nicht sonderlich schick aussehen, aber ihren Zweck erfüllen. Die Leistungen der Darsteller sind – Frontmann Jack Black entsprechend – angenehm, zumindest wenn man eine Sympathie für ihn und Kyle Gass hegt. Andernfalls könnten sie auch ein klein wenig ‚aufdringlich‘ wirken – der allgemeine Spaß und Ulkfaktor dominiert über ernstere Aspekte der Schauspielkunst. Das muss man mögen, oder aber einen großen Bogen um Tenacious D machen.

Fazit: Kings Of Rock ist der perfekte Film für Fans von Jack Black und des Rock n‘ Roll – so manch anderer könnte in Anbetracht der allzu trivialen Story nur fragend den Kopf schütteln. Doch die vielen engagierten Musikeinlagen, der etwas eigentümliche Humor, die Verweise auf andere Filme (unter anderem Clockwork Orange) sowie die noch viel zu selten aufgegriffene Thematik des Rock / Metal wissen auch jene zu begeistern, die sich einfach einen launigen Filmabend mit ein paar Freunden machen möchten. Ein hoher Unterhaltungswert ist also garantiert – zumindest im ersten Drittel des Films. Danach flaut das Ganze erheblich ab, um im Hinblick auf das Finale gerade noch die Kurve zu kriegen.  Empfehlenswert, aber keinesfalls zuviel erwarten !

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4 Gedanken zu “Filmkritik: „Kings Of Rock – Tenacious D“ (2007)

  1. Die Musikparts sind klasse, der Film selbst hat seine Durchhänger (keine wirkliche Story harhar)…es empfiehlt sich: Gehirn abschalten, Akoholzufuhr starten/Medikamente einwerfen/Bong klarmachen und ab geht er. ^^ 🙂 Wertung: 7/10

    PS: Der von dir verlinkte Trailer ist Mist, Gesangspart eingedeutscht (Gott wie furchtbar!) und Kyle Gass hat plötzlich eine andere Synchro (Will Smith? – die mir persönlich aber besser gefallen hätte^^). Achja und DIO ist Gott….long live Rock N Roll, babe!^^

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    1. Ähm ja, ich weiss nun auch nicht mehr wie der hier reingeraten ist… ändere ich mal.
      Stimmt natürlich, eingedeutscht geht gar nicht. Im Nachhinein habe ich mir dann so manche explizite Metal-Szene (im O-TON !) noch einmal gegeben, von daher ist dem Film eine gewisse ‚Nachhaltigkeit‘ hoch anzurechnen^^ Macht eine nachträgliche Wertungserhöhung (+0.5) vom Chef 🙂

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