Metal-CD-Review: SOUL SOURCE – When Heroes Fall (2011)

Land: Schweden – Stil: Melodic Power Metal

1. Destiny Horizon
2. Fight for Freedom
3. Heroes (At Heart)
4. Tyranny Falls
5. Fly
6. Twilight Illusion

‚Sowas kann doch nur aus dem hohen Norden kommen !“

Soul Source ? Wer oder was soll denn das bitte sein – doch nicht etwa eine Dokumentation über die Entstehung des Soul im Amerika der 50’er Jahre ? Eine gleichsam singende und rappende Hip-Hop Combo vielleicht ? Oder gar eine neue Yoga-Übung zur Selbstfindung ? Alles falsch – Soul Source sind eine junge Power Metal-Combo aus Schweden. Zugegeben, der Bandname ist nicht gerade das gelbe vom Ei – und auch sonst spricht auf den ersten Blick nicht viel für die Band. Im Jahr 2003 haben sie eine Demo aufgenommen, ganze 8 Jahre später folgt mit When Heroes Fall nun die erste EP – und das auch nur ‚online‘, dass heisst in Musicshops ? Egal – geben wir der Band eine Chance. Soviel vorab: es lohnt sich !

Der Opener Destiny Horizon beginnt – und überzeugt bereits mit den ersten ’sphärischen‘ Klängen. Dann setzt die flotte Instrumentalisierung ein, die ein wenig an den alten Sound von Kaledon erinnert – mit dem Unterschied; dass das Ganze weitaus professioneller klingt. Im Grunde ist Destiny Horizon ein durch und durch melodischer Titel, dem es jedoch auch nicht an einer gewissen ‚epicness‘ mangelt. Wunderbar: der Gesang, sowie der spätere Soli-Part mit allerlei Instrumtaldarbietungen. Der Leadsänger klingt außerordentlich angenehm, nicht zu auffällig aber dennoch markant genug um aus der Masse herauszubrechen. Zweifelsohne ist aber der Refrain der eigentliche Höhepunkt des Titel: ein dezenter Backgroundchor setzt ein, das Trommel-Dauerfeuer untermalt von einem absolut ON-Key singenden Sänger… Gänsehaut, und ein wohliges Dejavu-Gefühl im Gedenken an frühere Power Metal-Zeiten.

Es folgt Fight For Freedom, ein Titel; der zu Beginn noch relativ unspektakulär daherkommt. Und tatsächlich handelt es sich zwar nicht um einen deutlich langsameren (Doublebass never dies), aber doch um einen insgesamt ‚ruhigeren‘ als es der Opener war. Doch auch hier gilt: nach zwei- bis dreimaligem Anhören (Eingewöhnungsphase) beginnt das Teil einen richtig guten drive zu entwickeln. Der Refrain ist abermals nett, doch dieses Mal keinesfalls der Höhepunkt: denn das sind die Soli- und Instrumentalpassagen ab Minute 3 (circa). Die Jungs von Soul Source können hier erstmals richtig zeigen, was in ihnen steckt. Und das ist mitunter die Fähigkeit, die Instrumente perfekt zu beherrschen – das hört man doch gerne. Sicher, ein klein wenig klischeehaft ist das Ganze (zumindest textlich) schon, doch bei der ersten EP muss einem ja auch nicht gleich ein lyrisches Meisterwerk dargeboten werden.

Es folgt ein weiterer starker Titel, nämlich Heroes (At Heart). Das ist doch mal wieder eine waschechte Melodie-Granate mit einem wunderbar verträumten Refrain vor Bombast-Schlagzeugkulisse. In der Tat bewegt sich das gute Stück hart an der Grenze des Erträglichen, was den Einsatz von Doublebass und Co. angeht – passenderweise gibt es in der Mitte eine etwas ruhigere Instrumtalpassage zum entspannen. Tyranny Falls ist ein weiterer Titel der Marke ‚passt schon‘ – hier wird nichts allzu aussergewönliches präsentiert, aber doch überdurchschnittliche Power Metal-Kost für Fans. Etwas aussergewönlicher ist da schon Fly, eine Mischung aus Ballade, Synthie-Rock und Speed Metal. Oder das abschließende Twilight Illusion, ein Wechselspiel von Growl-artigem Gegrunze und wunderschönem Gesang im Refrain. Die letzten beiden tracks weisen jedoch eine nicht so hohe Produktionsqualität auf wie die ersten vier, dies lässt den Schluss zu dass diese aus früheren Demo- oder Promophasen stammen.


70button

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