Metal-CD-Review: FAIRYLAND – Score To A New Beginning (2009)

Land: Frankreich – Stil: Symphonic Power Metal

1. Opening Credits
2. Across The Endless Sea (Part II)
3. Assault On The Shore
4. Master Of The Waves
5. A Soldier’s Letter
6. Godsent
7. At The Gates Of Morken
8. Rise Of The Giants
9. Score To A New Beginning
10. End Credits

Vorwort: Das mittlerweile dritte Studioalbum der Franzosen von Fairyland wartet abermals mit einer komplett neuen Besetzung auf – wobei, das ist nicht ganz richtig. Schließlich ist nur noch Band-Mastermind Philippe Giordana übrig, der verlauten liess, dass er von nun an nur noch Gastmusiker für sein Fairyland-Projekt arbeiten lassen möchte. Nun gut, warum nicht – wenn damit garantiert ist, dass die Band wieder an das überraschende Debütalbum anknüpfen kann (Wertung: 10/10) ? Schließlich war der Vorgänger The Fall Of An Empire eher eine Enttäuschung (Wertung: 5/10), sodass zumindest ich selbst mir sage: entweder jetzt (wieder), oder gar nicht. Sehen wir es uns an.

Kritik: Das Intro kommt in etwa der gleichen Stimmung und Qualität daher wie die Interludes des insgesamt eher mäßigen Vorgängers – es klingt nach einer fantasievollen Filmmusik, wirkt rund abgemischt und weckt die Lust auf das Fairyland-Universum (7/10). Es folgt der Opener Across The Endless Sea (Part II), der wahrlich Hoffnungen weckt: tatsächlich scheint es, als hätte sich Mastermind Philippe Giordana wieder ein wenig in Richtung Debütalbum orientiert. Kein allzu nerviger Lead-Gesang mehr wie auf dem Vorgängeralbum, keine schröcklich künstlich scheppernden Drums, kein überreizender Einsatz der Chöre; und endlich: wieder ein wenig Struktur zugunsten der Eingängig- und Zugänglichkeit. Auch in Sachen ‚Epicness‘ wird nun wieder deutlich angezogen. Yuhuu, Fairyland machen (trotz so gut wie nicht mehr vorhandener Besetzung) wieder Spaß (9/10) !

In der Tat – auch Assault On The Shore vermag es, an diese Stimmung anzuknüpfen. Zwar könnte noch immer an manchen Stellen das Gefühl auftauchen, als sei hier an manchen Stellen die Luft ein wenig raus, und auf der Gegenseite ein wenig zuviel gepresste in den Lungen des Sängers – doch der überaus ‚catchy‘ Refrain und die harmonisch klingenden Arrangements machen das locker wieder wett. Ein starkes Stück (8/10) ! Mit Master Of The Waves begeben sich Fairyland dann vollends dorthin, wo sie ihre Stärken haben – in den Fantasy-Filmmusik-Bombast-Bereich. Alles läuft harmonisch ineinander über – weibliche Gastgesänge hie und da, der satte Refrain, die abwechslungsreichen Samples. Zwar wirkt das Ganze noch immer nicht so ansprechend und vor allem einzigartig, wie es einst mit Elisa C. Martin als Leadsängerin war, doch im Gegensatz zum zweiten Album ist ein deutlicher Schritt (in die richtige Richtung) zu spüren (8/10). A Soldier’s Letter beginnt sehr ruhig und andächtig, und tatsächlich bleibt der Titel auch über die gesamte Spielzeit recht balladesk und emotional. Doch nicht nur das, der Refrain erinnert an die wohligen Debütalbum-Glanzzeiten – er wirkt erhaben, majestätisch; und steht als antreibend-energetisch Element in einem stimmigen Gegensatz zu den Strophen. Nette Melodien, verspielte Arrangements und Soli sowie geschickt platzierte Samples machen es deutlich – das ist Fairyland pur (10/10) !

Der nächste Kandidat lauscht auf den Titel Godsent, und präsentiert sich sogleich als recht pompöses Stück mit sofort ins Ohr gehenden Strukturen und einem hohen Wiedererkennungswert. Abwechslungsreiche Gesänge mit den ein oder anderen Höhen und Tiefen machen diesen Titel zu einem ganzheitlichen Genuss, die düsteren Sprechpassagen a’la Bal Sagoth sorgen für eine zusätzliche Stimmungskomponente (9/10). At The Gates Of Morken präsentiert sich eher in einem anderen Licht, und tendiert ein wenig in Richtung Ayreon. Der Sänger begeht hier eine Gratwanderung zwischen angestrengt-aggressiven und sanft-erhaben wirkendem Gesang, Unterstützung vom Chor bekommt er diesmal aber keine. ‚Spacige‘ Klang-Elemente, ein flottes Tempo und der Einsatz einer Gastsängerin runden den Titel ab. Der klingt abgesehen vom Soli-Part und hämmernde Drums aber doch ein wenig zu unspektakulär (7/10).

Rise Of The Giants beginnt Fairland-typisch mit reichlich Prunk und Protz, und tatsächlich scheinen hier – man kann es nur immer wieder betonen – die Stärken der Band zu liegen. Zudem handelt es sich um ein reines Instrumentalstück, ohne Drums oder Gitarren, was dem Titel sehr zu gute kommt. Was ist schon eine Titelmusik zu Fluch Der Karibik, wenn es hier – interessanterweise – ein ähnlich ‚piratig‘ klingendes Pendant gibt ? Gut gemacht (9/10). Nun also folgt er endlich, der Titeltrack Score To A New Beginning – und wieder kann man sich als Besitzer des ersten Albums nicht des Gedankenexperiments erwehren, wie das Ganze wohl mit einer Elisa C. Martin geklungen hätte. Gut, Besetzungen verändern sich, also seien wir fair: man könnte sich auch fragen, wie das Ganze mit einem anderen Sänger geklungen hätte. Denn der ist gerade bei diesem Stück als absolute Geschmackssache zu bezeichnen, da sein. Doch insgesamt dominieren – glücklicherweise – epische Arrangements, nette Melodien, eine überbordende Fantasy-Stimmung und alle Elemente, die Fairyland auszeichnen (9/10). Bleibt das über 3-minütige Outro, welches überraschenderweise gänzlich anders klingt als alles bisher gewohntes. Gänsehaut und Emotionen pur, das ist ein gebührender Abschluss, zudem mit wunderschönen Gesang präsentiert. Kult, Kult, Kult (10/10).

Fazit: Bei Score To A New Beginning handelt es sich um ein etwas zu kurzes Album, welches das Nachfolgealbum zum Debüt Of Wars In Oshyria hätte sein sollen – dann wäre der Metal-Welt ein grundsätzlich zu überspringendes Zweitwerk erspart geblieben. Das ist Symphonic Power Metal von seiner sympathischen Seite – fantasievoll, verspielt; und zumeist versiert vorgetragen. Bravo !

80button

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