TV-Kritik / Anime-Review: EUREKA SEVEN (2005)

Typ: Anime-Serie (50-teilig)
Studio: Bones
Originaltitel: Kōkyōshihen Eureka Seven
Produktion: Atsushi Yukawa, Hiro Maruyama, Hirofumi Inagaki, Hiroshi Morotomi, Kōtaro Nakayama
Land: Japan
Genre: Science Fiction, Abenteuer, Drama

Auf Trapar-Wellen lässt es sich eben am Besten surfen.

Inhalt: Renton Thurston ist 14 Jahre alt und lebt gemeinsam mit seinem Großvater in einem kleinen Ort namens Bellforest. Er träumt von einem Leben als echter Abenteurer, und findet so schnell ein Idol im berühmten Surfer Holland – der allerdings keine gewöhnlichen Wellen reitet; sondern sogenannte Trapars, eine Art energetische Strömung in der Luft. Dazu ist er der Anführer der Gekkostate, einer berühmt-berüchtigten Crew die an Bord des gewaltigen Luftschiffes Gekko unterwegs ist. Nur allzu gern würde auch Renton einmal Dinge erleben, die er bisher nur in einem Magazin der Crew, der Ray=Out gelesen hat – doch sein Großvater ist skeptisch. Immerhin war auch Rentons Vater ein waschechter Abenteurer, der den bisherigen Erkenntnissen nach sogar für die Rettung der Welt verantwortlich gewesen ist – allerdings zu einem hohen Preis; schließlich liess er dabei sein Leben. Eines Tages jedoch scheint das große Abenteuer für Renton unausweichlich – nämlich als die junge Eureka mit ihrem LFO, einem riesigen Mecha-Roboter der als Nirvash bezeichnet wird, in die Werkstatt von Renton’s Großvater stürzt. Es dauert nicht lange, bis Renton erste Gefühle der Liebe für das mysteriöse Mädchen entwickelt und ihr daraufhin das Amita-Drive, eine bedeutende Erweiterung für das LFO; überreicht. Die weiteren Umstände führen dazu, dass Renton nun tatsächlich die Chance bekommt, ein Leben an Bord der Gekko zu führen. Er nimmt das Angebot an, und sieht sich von nun an mit vielen neuen Gesichtern umgeben, zwischen denen er seinen ganz eigenen Platz noch finden muss. Dabei stellt Renton mehr und mehr fest, dass ein vermeintliches Abenteuer nicht immer nur aus Spaß besteht, sondern das oftmals auch Leben auf dem Spiel stehen können. Und überhaupt scheint sich langsam ein höchst bedrohliches Szenario abzuzeichnen, bei dem das Militär, Eureka, die Gekkostate; aber auch der Planet selbst eine nicht unerhebliche Rolle spielen…

Kritik: EUREKA SEVEN ist eine 50-teilige Anime-Serie mit einer satten Gesamtlaufzeit von etwa 1000 Minuten, und damit zweifelsohne eine der ausführlicheren Science Fiction-Serien, die sich in irgendeiner Form mit Mechas, fremden Welten und höheren Mächten befassen. Sicherlich ließen sich, je nachdem wie sehr man in die jeweilige Materie einsteigt, einige Vergleichsserien ausmachen – etwas oberflächlicher betrachtet könnte man schnell Klassiker wie die GUNDAM-Reihe zwecks einer Gegenüberstellung heranziehen – oder generell die unglaubliche Masse an Animes, die in irgendeiner Form Mechas als nicht unwichtiges Element beinhalten. Lehnt man sich ein wenig aus dem Fenster, so würde wohl auch der Klassiker NEON GENESIS EVANGELION mit in diese Kategorie fallen. Wer also generell eher Schwierigkeiten mit Anime-Serien hat, in denen Mecha-Kampfmaschinen eine mitunter überaus bedeutungsvolle Rolle spielen und dementsprechend in Szene gesetzt werden – der könnte auch mit Eureka 7 leichte Anbandlungsprobleme bekommen. Doch gerade hochkarätige Serien wie EVANGELION lehren dem Zuschauer immer wieder, dass unter den vermeintlich von einer stumpfen Action dominierten Mechagewändern ganze Handlungsuniversen stecken können, in die es sich zweifelsohne lohnt, einzusteigen. Niemals sollte man sich von allein von Trailern, schlichten Inhaltsangaben oder Poster- und Coverdesigns von einer Serie abschrecken lassen, von der man sich allein aufgrund dieser Faktoren eher distanzieren würde – viel zu oft entgehen einem dabei wahre Schätze. Aber ob dies auch bei EUREKA SEVEN der Fall ist, oder ob hier tatsächlich die pure Action und allerlei Handgemenge im Vordergrund stehen, bleibt abzuwarten.

Der eigentliche Serienstart lässt zumindest auf Großes hoffen. Zwar ist es längst kein Novum mehr, dass Jugendliche (oder Kinder) die Hauptrollen in Anime-Serien übernehmen, doch der Hauptcharakter Renton Thurston ist endlich mal wieder eine Figur, mit der man sich direkt anfreunden kann. Als Identifikationsfigur Nummer 1 nimmt er den Zuschauer mit auf die auch für ihn ungewöhnliche Reise voller Gefahren und neuer Erkenntnisse – wobei ihm die Macher ein recht vielschichtiges und interessantes Profil verpasst haben. Man spürt es sofort: seine Hintergrundgeschichte – und die seiner Familie – bieten das mitunter größte erzählerische Potential der Serie. Aber allen ernsten Coming-Of-Age Ambitionen zum Trotz, die Serie hat auch nicht gerade wenig urkomische Szenen zu bieten, besonders zu Beginn und während der Eingewöhnungsphase von Renton auf der Gekkostate. Das besondere hierbei ist, dass dieses „Kind in Renton“ (immerhin ist er erst 14) stets für eine ansteckende gute Laune auf dem Schiff sorgt, und so auch die anderen Crewmitglieder für den ein oder anderen Lacher sorgen können. So werden emotionale Drama-Elemente (sozusagen als Erwachsene Seite Renton’s) wie auch die leicht tollpatschig-kindlichen gleichermaßen behandelt, was in einem hohen Unterhaltungsfaktor mündet. Ebenfalls markant sind die andauernden Monologe von Renton, die hier absolut nicht stören, im Gegenteil – sie liefern weitere Erklärungen und erlauben dem Zuschauer, den Ereignissen und dem Gemütszustand von Renton zu folgen. In Sachen Charakterdarstellung kann EUREKA SEVEN also durchaus und auf Anhieb überzeugen – von den überragenden technischen Aspekten gar nicht erst zu sprechen. Die Serie wirkt im allgemeinen sehr farbenfroh, schauplatztechnisch abwechslungsreich und weiß auch in den flotten Action-Momenten nichts an optischer Brillanz einzubüßen. Zum genialen Charakterdesign gesellt sich auch noch ein überaus stimmiger Soundtrack, der sowohl mit klassisch-komponierten Instrumentalstücken als auch elektronisch angehauchten Ambient-Sounds aufwartet.

Doch was ist mit dem Setting, dem Inhalt und dem Verlauf der Story ? Man sollte wissen, dass es sich um eine explizite Sci-Fi-Serie handelt, dementsprechend wird man nicht von allerlei merkwürdigen Begriffen und Prämissen verschont bleiben. Gerade zu Beginn könnte man sich gar etwas überrumpelt fühlen in Anbetracht der flotten Aufeinanderfolge von Ereignissen. Und, zugegeben: die Welt von EUREKA SEVEN fühlt sich schlicht etwas gewöhnungsbedürftig an. Man wird einige Zeit brauchen, um sich an das Setting zu gewöhnen und eine Faszination für die Serie zu entwickeln. Und tatsächlich wirken gerade einige der ersten 20 Episoden etwas länglich, da nicht alle eine entsprechende Bedeutung für den Fortgang der Handlung offenbaren. Oftmals erhält man lediglich weitere Hintergrundinformationen, beispielsweise zu den quasi-Kindern von Eureka oder Renton – jedoch sind diese Informationen sehr dünn gesät beziehungsweise werden nur äußerst bruchstückhaft serviert. Andere große Fragen, die bereit innerhalb der ersten Episoden aufkommen, werden dagegen kaum oder sogar überhaupt nicht behandelt, so beispielsweise die Frage nach der „Wahrheit“ hinter dem Ursprung von Eureka oder jegliche Beweggründe des Militärs neben der offensichtlichen Feindschaft zur Gekkostate. So bleibt es nicht aus, dass die gefühlte Qualität und die Dichte des Inhaltes (und des Anspruches) innerhalb der Episoden starken Schwankungen unterworfen ist. Einige punkten schlicht durch eine gewisse zwischen den Zeilen schwingende Komik, andere bieten mitunter spektakuläre und geradezu epische Kampf- und Flugszenen, andere überzeugen durch intensive Charakterporträts.

Zwei Episoden (der ersten 20) stechen allerdings besonders heraus – eine im negativen, eine im positiven Sinne. Erstere betrifft Folge 14, Memory Band; welche nicht viel mehr ist als eine simple Zusammenfassung der vorherigen Ereignisse. Hier erfährt man kaum neues, die Fragen bleiben ebenso offen wie beim Durchgang der Episoden 1-13, zudem erfolgen auch einige Rückblenden auf „gerade eben“ erst geschehene Dinge (also beispielsweise aus den Episoden direkt davor). Das hat zur Folge, dass sich diese Episode nicht viel wertiger als ein lauwarmer Aufguss anfühlt, der generell deutlich zu früh kommt – bei einer Episodenzahl von immerhin 50. Eine wahrhaft faszinierende und gute Folge ist dagegen die Nummer 13, in der ein höchst ungewöhnlicher Kampf einerseits, ein spektakuläres neues Element andererseits; und als Krönung eine Art metaphysische Traumreise porträtiert wird. Gerade diese fällt höchst dicht und erstmals auffällig komplex aus, und gibt dem Zuschauer weiteren Aufschluss über die Seelenwelt von Renton sowie seine Beziehung zu Eureka und der Nirvash. Bereits zu diesem Zeitpunkt kommt man als Zuschauer also nicht um eine Feststellung herum: die erzählerische Qualität der Serie schwankt zum Teil enorm, was in einer recht einzigartigen Motivationskurve in Bezug auf EUREKA SEVEN als Serie mündet. Zu Beginn ist sie entsprechend hoch, danach fährt sie immer wieder eine sinnbildliche Zickzack-Kurve; bis das Spannungspotential und die Faszination für das Eureka-Universum zum Finale hin wieder deutlich anzusteigen vermag.

Dies lässt eine weitere Schlussfolgerung, oder zumindest eine offene Fragestellung zu: vielleicht haben die Verantwortlich mit einer Episodenanzahl von 50 schlicht zu hoch angesetzt. Die eigentliche Komplexität der Serie, die vor allem aus den mysteriösen Verbindungen von Planet-zu-Mensch besteht, offenbart sich in ihrer Gänze vor allem in den Episoden 40 bis 50 – also vergleichsweise spät. Immerhin lässt die Serie auch nach dem Finale noch einige Fragen unbeantwortet im Raum stehen, sodass eine grundlegende Begeisterung für die Welt aus EUREKA SEVEN auch über den Serien-Kontext hinaus entstehen könnte – eine der wichtigsten Eigenschaften einer guten Anime-Serie. Zwar kann die Serie dabei kein bemerkenswert hohes, oder bis dato einzigartiges Niveau erreichen – in Sachen religiöser, philosophischer oder moralischer Grundsatzfragen wird eben nicht ganz so tief in die Trickkiste gegriffen wie bei anderen Serien. Aber dennoch ist ein überdurchschnittlicher Unterhaltungswert gegeben, man kann immer noch von einer Serie mit Köpfchen sprechen – glücklicherweise. So kommt es, dass die vielen Kämpfe und Actionszenen zwar durchaus von Bedeutung für den Verlauf der Handlung sind, es zumeist aber viel wichtiger und interessanter erscheint, was zu den jeweiligen Zeitpunkten in den Köpfen der Protagonisten vorgeht. Die Beziehung von Renton und Eureka, sowie ihre persönliche Entwicklung in Bezug auf die jeweilige Vergangenheit, stehen hierbei klar im Vordergrund – doch auch die anderen Mitglieder der Crew werden beleuchtet, und im späteren Verlauf auch die geradezu fantastischen Hypothesen in Bezug auf die Koexistenz zweier grundsätzlich verschiedener Lebensformen, der wahre Clou der Serie.

Die Plus- und Minuspunkte der Serie noch einmal zusammengefasst:

+ Fantastische Sci-Fi Story voller Mythen, Abenteuer und Konflikte
+ Faszinierende Hintergrundgeschichte und nette Ideen
+ Gelungene Mischung aus satter Action und beschaulichen Charakter- und Situationsporträts
+ Spannungspotential bleibt über die 50 Episoden kontinuierlich erhalten
+ Vielschichtige Charaktere mit jeweils interessanten Hintergrundgeschichten
+ Nicht nur die Hauptcharaktere erhalten Aufmerksamkeit
+ Verschiedene Fraktionen, die miteinander interagieren oder sich feindlich gegenüberstehen
+ Zwei Beinharte Anführer (die auf eine gewisse Art und Weise miteinander verbunden sind)
+ Zwischenmenschlichkeit und die Kraft der Liebe als Lösungsweg
+ Coming-Of-Age Geschichte und „Erwachen“ von Renton und Eureka
+ Seitenhiebe / Einflüsse in Bezug auf das Verhältnis von Mensch und Umwelt
+ Nicht einfach nur „gut“ oder „böse“
+ Große Abwechslung in Bezug auf Schauplätze, Szenenbilder und jeweils vordergründige Inhalte
+ Schicke, sympathische Optik
+ Geschmeidige Animationen, gelungene Bewegungsabläufe
+ Grandioser, abwechslungsreicher Soundtrack

– Grundsätzlich gewöhnungsbedürftiges Setting
– Teilweise etwas zähe Plot-Entwicklung
– Gefühlte Überlänge
– Finale zusätzlich gestreckt
– Enthüllungen / Erklärungen merkwürdig schubhaft präsentiert
– Lückenfüller-Episoden (minimal)
– Vielversprechende Charaktere (Domenic) erst eingeführt, dann bis zum Finale vorenthalten

Fazit: Qualitative Schwankungen und eine merkwürdige, bruchstückartige Erklärungsweise hin oder her – EUREKA SEVEN ist eine der besseren Anime-Serien des 21sten Jahrhunderts. Hat man sich einmal an die hier porträtierte Welt gewöhnt, so steht dem Vergnügen eigentlich nichts mehr im Wege – schließlich dient der überaus sympathische Renton als Identifikationsfigur und Wegbegleiter inmitten eines manchmal doch recht düsteren Sci-Fi-Szenarios. Wer nach den ersten Episoden eine mangelnde erzählerische Tiefe vermutet, dem sei angeraten, die Serie doch bis zum Ende „auszuhalten“ – im Endeffekt steckt doch mehr hinter und im Eureka-Universum, als vielleicht zu Anfang gedacht oder erwartet. Als „Bonbon“ gibt es jeweils 4 Intros und Outros, die recht unterschiedlich gehalten sind und so jedermanns Geschmack bedienen sollten. Allerdings: mit den ganz großen des Genres kann EUREKA SEVEN aufgrund einiger Längen, der etwas chaotischen Erzählstruktur (trotz minimaler Komplexität) und der Nicht-Nutzung einiger vielversprechender Elemente nicht mithalten. Dennoch: eine klare Empfehlung.


80button

„Eine sehr gute Anime-Serie.“

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5 Gedanken zu “TV-Kritik / Anime-Review: EUREKA SEVEN (2005)

  1. Wieder mal eine gute Review!.. Auch wenn mir hier, und das muss ich leider anmerken, verhältnismäßig viele Tippfehler aufgefallen sind als sonst :s

    Zur Serie:
    Ich habe die Serie bei Episode 20-24 angefangen… ganz einfach weils zu denen ein Stream gab um mich mal mit der Serie vertraut zu machen… und da konnte ich auf Anhieb das Potential und die Tiefe der Serie erkennen… ich weiß nicht ob mir das auch gelungen wäre wenn ich normal bei der 1ten Episode angefangen hätte, denn ich hab schon gemerkt das ich nach den ersten paar Episoden mich daran erinnern musste, das die Serie noch besser wird!.. Und das wird sie auch!
    Nur eine Episode musste ich abbrechen, und zwar die Filler-Episode wo sie Fußball spielten… *würg*
    Ansonsten find ich den Vergleich zu Eva garnicht so Oberflächlich und weit hergeholt… gerade der Anfang der Serie mit dem „7th-Well-Effekt“ (nennt sich der so?) erinnerte mich frappierend and den Second-Impact aus Eva… und auch die kryptische und sperrliche Informationspolitik der Serie bei der man sich als Zusehen offensichtlich auch einiges selbst zusammen reihmen muss… man eben nicht alles vorgekaut bekommt. 🙂

    Das führt mich auch gleich zum Ende der Serie… ohne das zu spoilern, würds mich interessieren was du davon hältst und wie dus dir erklärst (gern auch per Mail)!

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    1. Immer raus mit solchen Anmerkungen, nur so kann ich besser werden ! Ich setze mich gleich mal ran und überarbeite das Ganze ein wenig 🙂

      Zum Ende kann ich momentan eher weniger sagen.. bei der Masse an Filmen und Serien die ich konsumiere, kann so manches auch wieder verschwimmen. EVA ist da natürlich eine der (wenigen) Ausnahmen, die sich für immer im Gedächtnis festgesetzt hat. Aber ich werde nochmal reinschauen und sehen, ob die Erinnerungen wieder hochkommen. Allerdings muss ich festhalten dass ich auch nur etwas zu dem sagen kann wie es in der Serie gezeigt wurde – im Gegensatz zu anderen Animes hat mich Eureka Seven nicht unbedingt dazu bewegt, weitere Recherchen anzustellen.

      Können wir dann auch gerne hier diskutieren, gegen etwaige Spoiler in den Kommentaren sollte nichts einzuwenden sein. Zur Not setzte ich ein großes Warnschild drüber 😉

      BTW, hast Du Dir auch schon den Nachfolger Eureka Seven AO angesehen ? Der klärt zumindest ein paar Dinge auf – aber Vorsicht, mindestens genauso viele neue Mysterien entstehen. Spätestens ab da war dann auch für mich Schluss mit dem Franchise; es wurde einfach zu bunt…

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      1. Ja bitte darum, schau dir am besten die letzten 3 Folgen nachmal an, sind das wiederholte sehen ohnehin wert! 😉

        Ansonsten hab ich den Nachfolger nicht weiter verfolgt, da ich A) schlechte Kritiken dazu gelesen habe B) ohnehin immer vom schlimmsten ausgehen bei jahrelang-verspäteten Staffeln und C) es kaum noch was mit dem Original zu tun haben wird.

        Was mich eben am meisten interessieren würde:
        Achtung !SPOILER!

        Wohin verschminden die beiden am Ende (Renton und Eureka)… man sieht sie ja nur allein in einem großen Wald? Auf einem anderen Planeten?

        Außerdem wie war das mit dem Planet (auf dem sie leben) und der Erde (von der sie flohen) zu verstehen? Am Ende war die Erde unterhalb der Oberfläche des neuen Planeten?

        Soweit ich das Ende verstanden habe, haben sich die beiden Rassen, Menschen und Coralian aufgeteilt sodass jede in ihrem „eigenen Universum“ sich entwickeln kann…
        Sodass Renton und Eureka dann aber entsand wurden um als bestes Beispiel zu dienen?

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        1. Sodale, habe mir nochmal die letzten vier Folgen angesehen. Hat nach wie vor etwas episches… aber sage einmal, war das Ganze auch damals schon so kitschig^^ ? Ist mir jetzt nochmal explizit aufgefallen, mit all den Liebesbekundungen et cetera – aber es mag auch an der deutschen Synchro liegen.

          Ich muss nochmal kurz ausholen, korrigiere mich wenn ich etwas falsches sage:

          Hauptsächlich geht es um die beiden Lebensformen Mensch / Coralian, beziehungsweise den daraus entstehenden Konflikt, da sich beide quasi einen Planeten teilen. Während es die Coralian vergleichsweise ‚ruhig‘ angehen und sich zu großen Teils selbst in eine Art Tiefschlaf versetzten – auf dass die Menschheit weiter gedeihen konnte, Stichwort Lebensgrenze (auch so ein ominöser Aspekt) – sehen viele Menschen einen Feind in der fremden Lebensform und wollen sie ausmerzen. Aber auch die Coralian sind langsam aber sicher nicht mehr allzu gut auf die Menschen zu sprechen… bis, ja bis das Pärchen EurekaXRenton für eine neue Aufbruchsstimmung sorgt, als fehlendes Bindeglied sozusagen. Erstmals rückt ein Frieden zwischen beiden Parteien näher – da sie als erstes und bisher einzigstes Paradebeispiel aufzeigen, dass eine Ko-Existenz ohne Probleme möglich ist.

          Aaaber, und um nocheinmal zu Deinen Ausführung zu kommen… was war da genau los^^ ? Ich habe es so verstanden, dass in jenem wahrhaft EVANGELIONesken Moment als Eureka in ihrer Funktion als Control-Cluster abgelöst wurde, eine Art Dimensionsspalte geöffnet wurde – da viele oder gar alle Coralian erwachten und man das Zusammenstürzen (so nannten sie es glaube ich) des Universums verhindern wollte. Fragt sich nur, wer der Auslöser bzw. Anführer dieser neuen Odyssee ist – etwa die Nirvash, von der man in den letzten Momenten sogar eine hörbare Stimme vernehmen konnte ?

          Ja, ich denke auch dass die Teilung so ausfiel wie von Dir beschrieben… oder aber, was noch ein klein wenig epischer (und vielleicht auch sinniger, aber nur schwer erklärbar) wäre; dass die Coralian einen Teil der Menschen und einen Teil ihrer Art ‚mitgenommen‘ haben und so auch auf der Erde noch Coralian sind – nach dem Hälfte-Hälfte-Prinzip. Denn was hätte das Ganze philosophieren über die Koexistenz gebracht wenn sich am Ende beide Rassen doch wieder voneinander trennen ?^^ Spekulationen über Spekulationen…

          Somit bleibt auch mir die Frage, wo genau Eureka und Renton waren bzw. immer noch sind, als der Großvater mit den Kindern gen Himmel schaut. In der Tat macht die Serie wenig Anstalten, die Ortsdarstellungen nachvollziehbar zu gestalten – es beginnt ja schon mit der riesigen Höhle unterhalb einer versiegelten Erdschicht und nicht zuletzt mit der von den Coralian erschaffenen ‚Gedankenwelt‘ (in der sich Renton und Eurka zuvor befanden)… und dann diese Art ‚Lebensbaum‘, der wiederum irgendwo in der Atmosphäre der Erde zu schweben scheint, samt darauf folgender Dimensionsbrücke und Pärchen-Stempel auf dem Mond (kitschiger WTF-Moment übrigens)… schwierig, und leicht abgedreht. Meine Möglichkeiten:

          1) Eureka und Renton befinden sich auf der andere Seite der Spalte, d.h. in der ’neuen Welt‘ – vielleicht um allen zu zeigen und zu beweisen, was mit der Kraft der Liebe möglich ist.
          2) Eureka und Renton befinden sich in einer Art Zwischenwelt und in einer Beobachterposition, in der sie beide Welten betrachten können. Sie genießen erst einmal ihre Zweisamkeit und entscheiden sich dann für eine der beiden Welten.
          3) Eureka und Renton sind derart ‚verschmolzen‘, dass sie ihre Körper abgelegt haben und nicht mehr auf die Erde zurückkehren können; vielleicht fungieren sie fortan als eine Art Gottheit der beiden Welten.

          Welche soll’s sein ?^^

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          1. So wie ichs verstanden habe würde nur Punkt 1 in Frage kommen, schließlich hat ja Nirvash explizit erwähnt das sie als Parade-Beispiel fungieren sollen…

            ABER das macht ja wenig Sinn, wenn sich die beiden Rassen komplett voneinander trennen und sich in unterschiedlichen Universen entwickeln? Was brauchts da noch eine Koexistenz?

            Die Trennung Ansich fand ich hingegen sehr eindeutig formuliert, gleich an mehreren Stellen. Was ich allerdings als eine sehr „eigenwillige“ Lehre aus der Geschichte empfinde… ich mein man könnte daraus ja ein Pro für Rassentrennung interpretieren? DAS kann ja schwer die Botschaft gewesen sein 🙂

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