Metal-CD-Review: TWISTED TOWER DIRE – Make It Dark (2011)


Land: USA – Stil: Traditional Heavy Metal

  1. Mystera
  2. Snow Leopard
  3. The Stone
  4. Make It Dark
  5. White Shadow
  6. The Only Way
  7. Torture Torture
  8. Beyond The Gate

Infos / Allgemeines: Mit ihrem 2011’er Album Make It Dark servieren die Traditions-Metaller von Twisted Tower Dire abermals einen stimmungsvollen Hochkaräter ab – auch wenn das Album mit einer Gesamtspielzeit von 36 Minuten sicherlich kein Langspieler im wortwörtlichen Sinne geworden ist. Wenn man also von einem kurzen und knackigen Metal-Album spricht, dann fällt Make It Dark in genau diese Kategorie. Unglücklicherweise starb Tony Taylor, der ursprüngliche Leadsänger der Band, im Jahre 2010 bei einem Motorradunfall (R.I.P.), weshalb diese Position seitdem an Jonny Aune vergeben ist – doch auch der macht seinen Job sehr, sehr gut. Ebenso wie alle anderen Bandmitglieder und die Produktion – dem Album merkt man sofort an, dass hier vergleichsweise „alte Hasen“ am Werk waren. Dementsprechend wenig gibt es auch zu meckern.

Kritik / Songreviews: Dieser Eindruck weiss sich beim Einlegen der Scheibe nur zu bestätigen – mit dem Opener Mystera wird sogleich die erste Metal-Rakete abgefeuert. Der Titel ist mit einer Spielzeit von gerade einmal 2.33 Minuten nicht gerade lang  – umso besser weiss er als Intro-Ersatz und Stimmungsmacher zu fungieren. Das Ganze klingt wunderbar melodisch; und endlich schämt sich eine Metal-Band mal nicht, ihre Lieder etwas fröhlicher zu gestalten. Denn eines ist klar: das gesamte Album klingt stark nach einer wirkungsvollen musikalischen Dosis gegen Depressionen, und macht dementsprechend Laune. Und dass, ohne dabei allzu sehr ins kitschige oder Uptempo-Geschrammel abzudriften. Eine gewisse Back-To-The-Roots True Metal-Dosis ist immer spürbar (9/10). Auch beim folgenden Snow Leopard, welches abermals äusserst einladend klingt, weiss mit einem netten Refrain zu punkten. Twisted Tower Dire machen Musik, die direkt ins Ohr geht und die man auch durchaus mal auf voller Lautstärke laufen lassen kann, ohne sich dabei in den Keller zurückziehen zu müssen (8/10). The Stone serviert dem Hörer knackige Riffs und dürfte bei manchen zum heimlichen Titeltrack des Albums avancieren – denn dieser Titel kombiniert so gut wie alle Stärken der Band in sich. Markant ist, dass die musikalische Verspieltheit hier in die Strophen verfrachtet wurde, während der Refrain zwar äusserst eingängig, aber nicht mehr ganz so „happy“ daherkommt. In jedem Fall handelt es sich um einen weiteren Anspieltipp… (9/ 10).

Nun aber folgt der eigentliche, offizielle Titeltrack – der sich wohl perfekt für Live-Performances eigenen dürfte. Denn: er weist erneut eine nette Melodie auf, klingt dabei aber noch ein klein wenig melancholisch – und bietet mit den eingeworfenen Make It Dark-Passagen auch noch eine markante Textstelle zum Publikum-Anheitzen. Für mich die noch etwas bessere Version von Snow Leopard (klingen beide ähnlich, passend dazu reimen sich auch die Songtitel) – 9/10. Wie kann man eigentlich ein Metal-Album produzieren, was ausschließlich aus „Hits“ besteht, die sich alle gleichsam für eine Single-Auskopplung eignen würden ? Denn auch White Shadow ist solch ein Titel, der mit dem nötigen Maß an Kreativität und Verspieltheit daherkommt. Allerdings weiss der Titel nunmehr nicht mehr so sehr zu überraschen und zu fesseln wie die vorherigen (7/10). Der nächste wahre Hit horcht auf den Namen The Only Way, und der definiert sich durch zahlreiche unverwechselbare Riffpassagen und einige wunderbar verträumte Soli. Hier erwacht der (Metal-)Geist der 70er und 80er Jahre… 10/10, der absolute Über-Hit ! So langsam sollte aber doch die typische Ballade folgen, wenn die bisherigen Titel schon laune-machende Midtempo-Stampfer waren, möchte man meinen ? Falsch gedacht – Torture Torture klingt allerhöchstens von der Titelbezeichnung her wie ein stumpfer Death Metal-Track, doch in Wahrheit versteckt sich hinter dieser Bezeichnung eines der fröhlicheren Lieder des Albums, zumindest von der musikalisch erzeugten Stimmung her (9/10). Das abschließende Beyond The Gate bietet die gewohnte Songqualität und schließt das Album rund, wenn auch etwas unspektakulär ab (7/10).

Fazit: Ein rundum solides Werk – Twisted Tower Dire werden Fans einer eher traditionellen, in höchstem Maße unterhaltsamen Spielart des Heavy Metal nicht enttäuschen. Und Fans der Band erst recht nicht – denn die Band steigert sich von Album zu Album. Die Spielzeit ist ungewöhnlich kurz (doch dafür steigt das Qualitätsniveau), es gibt keine obligatorische Ballade, es gibt weder ein Intro, Outro, noch Interludes. Und, es gibt ein Cover welches auf den ersten Blick eher wie die Front eines Comic-Heftchens aussieht. So macht Regelbrechen Spaß – die gute-Laune-Musik tut da ihr übriges. Nein, Heavy Metal muss nicht immer „hart“ und bierernst klingen – aber Gegenteiliges sollte man dank Bands wie Twisted Tower Dire auch nicht gleich in die verschrieene Happy Metal-Schublade einordnen.

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