Filmkritik: „Mega Shark Vs. Crocosaurus“ (2010)

Deutscher Titel: – Keiner –
Regie: Christopher Ray
Mit: Jaleel White – Gary Stretch – Sarah Lieving – Robert Picardo u.a.
Laufzeit: 90 Minuten
Land: USA
FSK: ?
Genre: Action (100 %)

Inhalt: In Der Fortsetzung des 2009’er Asylum Films Mega Shark Vs. Giant Octopus geht es erneut um den sogenannten Megalodon, einen angriffslustigen Riesenhai, der in internationalen Gewässern gesichtet wird. Doch nach seinem Sieg über den prähistorischen Octopus kann er sich gewiss nicht sicher fühlen. Nicht nur die Menschen sind ihm abermals auf den Fersen, sondern auch ein neuer, zweifelsohne ebenbürtiger Gegner – ein sogenannter Crocosaurus, ein riesiges Krokodil. Diese Kreatur erwacht, als ein paar Bergarbeiter zu tief in einem Stollen in Afrika graben – von diesem Zeitpunkt an folgt es seinen Instinkten, und versucht demnach schlicht zu überleben und Nachwuchs zu produzieren. Auch wenn die beiden Kolosse zu Beginn noch nicht miteinander in Kontakt getreten sind, sorgen dafür die Menschen: der mit Ach-und-Krach betäubte Crocosaurus kommt bei einem Transport frei, und legt von nun an unglaublich viele Eier, vorzugsweise in Küstennähe. Und gerade die könnten der Schlüssel zu allem sein… vielleicht haben die Wesen ja doch eine Schwachstelle ? Ausserdem scheinen die Eier den Riesenhai anzulocken, weshalb man auf einem mächtigen Militärschiff die nötigen Gegenmaßnahmen plant, um schlimmeres zu verhindern.

Kritik: Wer bereits filmische Werke des Produktionsstudios The Asylum kennt, weiss, worauf er sich auch mit Mega Shark Vs. Crocosaurus einlässt. Und: nein, man braucht den Vorgänger Mega Shark Vs. Giant Octopus nicht unbedingt gesehen haben, um in den vollen „Genuss“ dieses Films zu kommen. Das berüchtigte US-Studio arbeitet stets mit äusserst geringen Budgets und macht keinen Hehl draus, dreiste filmische Ableger von derzeit erfolgreichen Blockbustern produzieren zu wollen – und offenbar scheint das Konzept (zumindest teilweise) aufzugehen, denn die Filmografie der Trashschmiede wächst und wächst. Von Titanic 2 über Krieg Der Welten: Die Nächste Angriffswelle bis hin zu den Transmorphers (!) finden sich eher schlecht als rechte Kopien von international erfolgreichen Topsellern – ganz besonders scheinen es dem Studio aber die „Monsterfilme“ angetan haben. Ob nun Riesenhai, Riesen-Oktopus, Riesen-Dinosaurier oder Riesen-Krokodile – in zahlreichen Filmen tauchen die gefährlichen Bestien auf, manchmal allein, manchmal in grotesken „Versus“-Streifen wie eben Mega Shark Vs. Crocosaurus. Das Problem: dass diese Plagiate unter normalen Bewertungsrichtlinien komplett versagen, dürfte jedem klar sein – aber selbst als explizite und gewollte Trash-Filme taugen sie stets nur überraschend wenig. Wer also glaubt, mit Krieg Der Welten 2 (Review) einen der schlechtesten und ärgerlichsten Filme aller Zeiten gesehen zu haben, der hat zweifelsohne Recht – doch in der Riege der Produktionen von The Asylum finden sich noch weitere solcher Hochkaräter.

Achtung, die (Riesen-)Haie fliegen heute tief…

Gute Trash-Filme kopieren zwar auch oft von allerlei „Vorbildern“ und erschaffen daraus zumeist wenig gehaltvolle, aber zumindest noch unterhaltsame oder absurd-witzige Gegenentwürfe fernab des Kino-Mainstreams – doch ein schlechter Trashfilm wie Mega Shark Vs. Crocosaurus schafft nicht einmal dieses. Dies liegt zweifelsohne an der besonderen Frechheit der Ideengeber, die eben solche nicht zu haben scheinen: der Klau und der Anspruch, ein Stück vom Kuchen des Erfolges internationaler Blockbuster abhaben zu wollen, hat in diesem Fall äusserst freche Auswüchse – und lässt zweifelsohne auch nicht-anspruchsvolle Filmzuschauer die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Eigene Ideen gibt es also kaum, und wenn; dann sind es zumeist höchst lächerliche – die selbst für einen zünftigen Trashfilm zu grotesk und billig wirken. Ein Mega-Hai, der wahnwitzige Luftsprünge aus dem Wasser heraus machen kann ? Ein Dschungel-Experte, der sich mal eben vom Mega-Krokodil fressen lässt, um es zu betäuben ? Ein atombetriebenes U-Boot, welches vom Megalodon in einem Stück verschluckt wird, wodurch der Hai zu einer noch größeren Gefahr (nämlich zu einem Atombombenhai) wird ? Eine Art Unterwasservulkan der durch Schallwellen zum Ausbruch gebracht wird, den beiden Riesenviechern trotz Mega-Explosion aber dennoch nichts anhaben kann ? Die Liste ist schier unendlich… nicht zu sprechen von den unglaublichen Logik-Lücken, den plötzlichen Zeit- und Handlungssprüngen und den unterirdischen Dialogen.

Und wer taucht in diesem Werk als Hai-Experte auf ? In der Tat, es ist Jaleel White, hierzulande besser bekannt als Steve Erkel. Viel mehr zu tun als „große Augen“ zu machen und den vermeintlichen Ozean-Experten zu mimen, hat er allerdings nicht – und nicht nur er sieht dabei sagenhaft lächerlich aus. Auch alle anderen Darsteller scheinen sich entweder zu wenig oder aber zu viel Mühe zu geben – und überhaupt, wie muss man sich als Darsteller bei der Produktion eines solchen Werkes fühlen, kann man dabei überhaupt ernst bleiben ? Besonders interessant ist natürlich auch der Auftritt von Robert Picardo, der einigen noch als General Woolsey aus Stargate Atlantis bekannt sein sollte – doch auch hier gilt: wenn man schon in einem derart lächerlichen Machwerk mitspielt, warum nicht zumindest einen Anflug von Selbstironie mit auf die Leinwand bringen ? Stattdessen werden dem Zuschauer bierernste (aber inhaltslose) Dialoge präsentiert, die lediglich vom „Krokomann“ (eine Art verkappter Indiana Jones) aufgelockert werden – doch für Lacher reicht auch das nicht. Die Spielzeit scheint sich enorm in die Länge zu ziehen, weiterhin scheint der Film keinen wirklichen Anfang und auch kein eindeutiges Ende zu besitzen (wie auch, bei dem Drehbuch !), die Spezialeffekte sind – wie es zu erwarten war – absolut unterirdisch und so lächerlich, dass es wehtut.

Fazit: Wer mal wieder einen richtig schlechten Trashfilm sehen möchte, der ist mit Mega Shark Vs. Crocosaurus sicherlich gut beraten. Wer allerdings doch eher den etwas anspruchsvolleren Trash zu schätzen weiss, der sich zumeist durch frische Ideen und generierte Lacher charakterisiert, der sollte dringend nach Alternativen Ausschau halten – beispielsweise Alien Vs. Ninja (Review) als neuerem Vertreter des Genres, oder gleich zu Klassikern wie Braindead (Review) greifen. Filme von The Asylum sind stets eine Qual und fordern den Zuschauer wie sonst selten, da es wahrlich schwerfällt, den Aus-Knopf des Fernsehers nicht zu drücken. Und dennoch: auch solche Filme braucht der Markt, wie sollte man sonst zwischen (richtig) guten und (abgrundtief) schlechten Werken unterscheiden können ? Warum es aber gleich so verdammt viele sein müssen (siehe Liste !), das bleibt ein Rätsel…

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Ein Gedanke zu “Filmkritik: „Mega Shark Vs. Crocosaurus“ (2010)

  1. Super Filmkritik ,Daumen hoch!!! War mir auf den ersten blick ein Rätsel wie du so viel zu solch einem film schreiben konntst. Doch ich hab es mir durchgelesen und es kam mir passend lang vor und ich war schnell durch plus auch mal gelacht wie z.B. beim Atombombenhai, sehr gut ahahha 🙂 Danke und bis bald !!!

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