Filmkritik: „Alien VS. Ninja“ (2010)

Originaltitel: Alien Versus Ninja
Regie: Seiji Chiba
Mit: Masanori Mimoto – Shuuji Kashiwabara – Mika Hijii u.a.
Laufzeit: 88 Minuten
Land: Japan
FSK: Ab 18 (was sonst…)
Genre: Action (50 %) / Komödie (50 %)

Inhalt: Als Ninja führt man zwar ein mitunter ehrenvolles Leben – doch auch ein gefährliches. So lebt auch die Gemeinschaft der Iga zurückgezogen in einer kleinen Siedlung, und muss mit den üblichen Problemen zurechtkommen: verfeindete Ninja-Clans wollen ausgekundschaftet, Angriffe vereitelt werden. Doch eines schicksalhaften Tages taucht eine neue Gefahr in Form eines Feuerballs am Himmel auf… eine Gefahr, die alle Ninjas zusammenschweißen könnte. Einige besonders talentierte Kämpfer werden ausgesandt, um die näheren Umstände zu erkunden – wobei sie auf eine weitere Gruppe mit einer weiblichen Anführerin treffen. Gemeinsam stellen die Ninjas fest, dass sie es mit einer Macht zu tun haben, die nicht von dieser Erde stammen kann… furchterregende Aliens sind auf der Erde gelandet und bieten den Ninjas die Stirn. Dies schaffen die fischartigen Wesen allerdings nur, da sie eine noch schnellere und geschicktere Technik als die Ninjas besitzen, und sich zudem in Menschen einen Wirt für ihren Nachwuchs gefunden haben…

Kritik: Hüst, ja; richtig gelesen – endlich ist der sagenumwobene Japan-Slasher Alien VS. Ninja auch hierzulande erhältlich. So makaber der Filmtitel und die Story klingen, so ist letztendlich auch der Film: es handelt sich um puren, stilechten Trash ! Aber eben dies war ja auch so beabsichtigt, weshalb man diesem Film ebensogut in das Komödien-Genre einordnen könnte. Hier ist wahrlich nichts ernst gemeint – und allerlei merkwürdige (aber gut choreografierte !) Actionszenen sorgen für reichlich Kurzweil und unterhaltsame Minuten, die man so schnell wohl nicht wieder vergessen wird. Im Grunde fungiert dieser Film also auch als Persiflage auf die so beliebten Versus- oder Gegenüberstellungsfilme, in denen verschiedene Rassen oder Comic-Universen gegeneinander antreten, antreten müssen… zumeist wissen diese Filme aber nicht wie ihre Vorbilder (zum Beispiel in  Bezug auf die Alien und Predator-Reihe) zu überzeugen, sondern ein bekanntes Franchise viel  zu offensichtlich weiter auszuschöpfen. Wie passend und angenehm erscheint da ein Film wie Alien Vs. Ninja, der selbige Machwerke auf die Schippe nimmt ? Sicher, ein Tucker Dake Vs. Evil (ähnliche Ambitionen) wirkt da im direkten Vergleich schon wie ein Film für den man studiert haben muss, oder über den man ganze Bücher schreiben könnte… doch Alien Vs. Ninja ist deshalb nicht minder unterhaltsam ausgefallen.

Die zahlreichen Actionszenen können in Sachen Choreografie und Tempo sogar positiv überraschen – schnell wird deutlich, dass hinter diesem Film Macher stehen, die nicht ganz unvorbereitet an die Sache gegangen sind. Und das ist gut so – denn neben diesen, nennen wir es gehobeneren Actionszenen gibt es natürlich auch allerlei vollkommen abstruse. Diese beeindrucken wenn überhaupt durch eine gewisse… Verspieltheit (Kreativität ist hier wohl das falsche Wort) der Macher, und sorgen so für einige spaßige (diesmal beabsichtigte !) Lacher. Nein, eine echte Story sollte man bei Alien Vs. Ninja wahrlich nicht erwarten – es geht ausschließlich um den sich eben so ergebenden Kampf zwischen den beiden Fraktionen. Da werden eben keine Fragen gestellt, sondern sich entsprechend gewehrt – auch wenn die Einheimischen Ninjas (die Aliens kommen schließlich von… irgendwo anders) dabei ebenfalls reichlich einstecken müssen. Höchst amüsant: die „Kostüme“ der Aliens, die einfach wunderbar billig und schnell zusammengeschustert aussehen – besonders im Beinbereich (!). Diese erinnern ein wenig an eine Mischung aus Fischmenschen, den Bestien aus den Alien-Filmen und… richtig, denen die unter dem Kostüm stecken.

Natürlich sollen auch die Aliens nicht bloss fies und schleimig aussehen, sondern auch etwas können: dies mündet dann in den mitunter lächerlichsten (und gerade deswegen so unterhaltsamen) Szenen, die es jemals in diesem Genre zu sehen gab. Schade nur, dass dieser hohe Spaß- und Unterhaltungsfaktor nicht über den gesamten Film kontinuierlich gehalten werden kann: richtig „bunt“ geht es nur am Anfang und am Ende (da allerdings richtig !) zu, der Mittelteil wirkt stellenweise künstlich in die Länge gezogen und wartet nicht immer mit soliden Ideen auf. Hier wird größtenteils durch den Wald gewandert und so manches Mal auch eher… nicht so gut funktionierenden Witzen gefröhnt. Besonders die Darstellung des dicklichen (und zweifelsohne homosexuellen) Samurai scheint keine der besseren Ideen der Macher gewesen zu sein, ebenso wie der nach und nach zum absoluten Nerv-Faktor mutierenden dümmliche Samurai, der die Kämpfer-Truppe natürlich immer (leider !) begleitet. Zwangsläufig kommen Kennern hier Gedanken an den Annoying Man aus Fallout 3 auf… dem man eigentlich nur eines an den Hals wünscht.

Fazit: Alien Vs. Ninja ist ein reines Spaßprojekt, das man auch genau so handhaben sollte wenn es um eine Bewertung geht. Würde man die normalerweise geltenden Regeln für Filmkritiken anwenden, wäre der Film natürlich absolut unten durch – doch letztenendes ist er sogar unterhaltsamer als so manche explizite (Hollywood-)Komödie. Der Film ist also genau das richtige für einen Filmabend, an dem man mal wieder etwas zu lachen haben möchte – wahlweise mit oder ohne einer Kiste Bier. Über die etwas dünn gesäten wirklich guten Ideen und die auffallenden Durststrecken in der Mitte des Films (trotz einer Spieldauer von gerade einmal 88 Minuten !) tröstet zweifelsohne das furiose Finale hinweg. Und überhaupt: Dinge wie Optik, Schnitt, Geschwindigkeit (ständig dieses Pitchen !), schauspielerische Leistungen, Special-Effects, Szenengestaltung, Kostüme und Story sind doch sowieso eher Nebensächlichkeiten…

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Ein Gedanke zu “Filmkritik: „Alien VS. Ninja“ (2010)

  1. Juten tach wie ich sehe hast du dem film doch mehr als 7 gegeben, hhmmmm stimme ich zu, den der film war auf jeden fall lustiger als einige Hollywood komödien. Lustig Komisch, mal was anderes , einer der filme die man nicht jeden tag zu gesicht bekommt. TOP PLUS Weiterempfehlung

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