Filmkritik: „The Hole – Wovor Hast Du Angst ?“ (2009)

Originaltitel: The Hole 3D
Regie: Joe Dante
Mit: Teri Polo – Haley Bennett – Chris Massoglia – Nathan Gamble
Laufzeit: 98 Minuten
Land: USA
Genre: Horror / Fantasy / Thriller

Inhalt: Nicht schon wieder ein Umzug – die alleinerziehende Mutter Susan Thompson (Teri Polo) macht es ihren beiden Söhnen wirklich nicht leicht, ein geordnetes Leben zu führen. Doch in Wahrheit weiss Susan genau, dass sie dies gerade zum Besten von Lucas (Nathan Gamble) und Dane (Chris Massoglia) tut – denn schließlich gibt es da noch einen Vater, der in der Familie jedoch nicht mehr willkommen ist. Angekommen in einer weiteren amerikanischen Vorstadt, die von nun an ihr zuhause sein soll, ist vor allem Dane genervt von der neuen Umgebung – er musste seine Freunde in Brooklyn zurücklassen. Doch alsbald bemerkt er, dass unter seinen neuen Nachbarn auch Julie (Haley Bennett) lebt – obwohl er offenbar an ihr interessiert ist, kommt den beiden etwas dazwischen. Oder sollte man eher sagen, den dreien ? Denn Lucas und Dane entdecken in ihrem neuen Keller ein seltsames Loch, welches von einer schweren Falltür verschlossen ist. Sie weihen jedoch nur Julie in das Geheimnis ein, ohne zu wissen; welche Gefahr ihnen seit der Öffnung der Luke droht. Denn dort unten scheinen sich gar teuflische Dinge abzuspielen…

Kritik: Na also, es geht doch – mit relativ einfachen und in Anbetracht des Genres traditionellen Mitteln ist Joe Dante ein klassischer, guter und zweifelsohne recht spannender Horrorthriller gelungen. Dass The Hole so unterhaltend und atmosphärisch geworden ist, ist eben diese Herangehensweise zu verdanken: nein, es gibt keine meterhohen Blutfontänen, widerliche Folterszenen oder bestialische Morde (Wie es heutzutage im Horrogenre leider üblich ist) – stattdessen könnte man schon beinahe von einem familientauglichen Horrorfilm sprechen, der sich auf die eigentlichen Stärken des Genres besinnt. Und das ist nun einmal der (relativ) altersunabhängige Grusel, der durch beklemmende Stimmungen und ein Höchstmaß an Ungewissheit entsteht – in diesem Fall verkörpert durch das Rätsel um das scheinbar endlose Loch. Natürlich sollte auch The Hole nicht gerade von jüngeren Kindern gesehen werden – die offizielle Altersfreigabe ab 12 scheint sinnvoll und nachvollziehbar, für noch jüngere ist das Ganze dann doch deutlich zu düster.

Massig Bonuspunkte sind auch für die erfrischende Charakterkonstellation zu vergeben. Diese kommt zwar nicht gänzlich ohne typische Klischees (und eine angedeutete Liebesgeschichte) aus, doch endlich einmal wieder muss man sich als Zuschauer nicht mit -wahlweise – einer Bande von kreischenden Teenie-Mädchen oder einer Gruppe männlicher Teenager (die eine Feier im tiefsten Wald oder ähnliches planen) herumschlagen. Nein, die drei Hauptcharaktere wirken einstweilen tatsächlich wie aus dem Leben gegriffen, sodass ihr Handeln stets nachvollziehbar bleibt, und man im Gegensatz zu anderen Filmen nie das Gefühl hat, als müsste jemand irgendeine Dämlichkeit begehen um das Drehbuch (oder den Bodycount) voranzutreiben. Dadurch, dass man neben den beiden fast-Erwachsenen einen jüngeren Charakter (gut gespielt von Nachwuchsdarsteller Nathan Gamble) mit einbringt, entsteht so eine zusätzliche Ebene: denn auch seine, und damit kindliche Ängste im allgemeinen, werden behandelt. Wobei auch die beiden älteren mit eben solchen, aus der Kindheit mitgebrachten Ängsten zu kämpfen haben – hier wird zumindest auch ein wenig Charakterzeichnung betrieben, wenn auch nur in einem geringen Umfang.

Schade nur, dass die eigentliche Geschichte um das Loch relativ aussen vor bleibt – im Zentrum stehen ganz klar die Ängste (und deren Bewältigung) der drei Charaktere. Zwar gibt es eine weitere, potentiell interessante Nebenfigur – den alten Besitzer des Hauses nämlich – doch seine Rolle wirkt relativ schnell heruntergespielt (und abgehandelt), und bietet daher kaum Raum für die Entstehung weiterer Interpretationsansätze. So mündet das Ganze in einem recht effektlastigen Finale, welches man vielleicht doch eher mit ein wenig mehr Sinn – und weniger optischen Raffinessen hätte füllen sollen. Zumal diese Raffinessen auch nicht jedermanns Geschmack treffen werden: die besagte Alptraum-Welt ist höchstens mittelmässig in Szene gesetzt (Farben, Szenenbilder, CGI-Effekte) und beschränkt die Handlung abermals auf die drei Hauptcharaktere (im Grunde sogar nur auf einen). So entsteht niemals ein Gefühl einer größeren, wichtigeren Bedeutung des Lochs; obwohl der Film offenbar genau dies beabsichtigte. Warum sonst hätte man den Charakter des alten Mannes, der sich vor der „Dunkelheit“ fürchtet (und vielleicht auch fürchten muss), mit eingebracht ?

Fazit: The Hole vermag es, den Zuschauer auf einem angenehmen Niveau zu gruseln – und kommt dabei größtenteils ohne künstlich erzeugte Schock-Momente aus. Positiv hervorzuheben ist auch die Tatsache, dass man grundsätzlich niemanden sterben sieht – es geht also auch ohne Opfer, dies scheint man in Hollywood nur leider längst verlernt zu haben. Auch der eher beiläufig eingestreute Humor vermag zu überzeugen, sowie generell der technische Part (Soundtrack, Schnitt, Schauplätze – das Finale aber nur bedingt). Einzig die Tatsachen, dass der Film sich letztendlich doch noch einigen auffälligen Klischees bedient, die Handlung relativ flach bleibt und man am Ende einfach mehr unterhalten, als wirklich fasziniert oder überrascht wurde, verhindern eine noch höhere Wertung.

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5 Gedanken zu “Filmkritik: „The Hole – Wovor Hast Du Angst ?“ (2009)

  1. Frisch entlassen aus dem Film überrascht mich nun die doch recht Hohe Wertung seitens des renommierten Kritikers Oliver D.S.^^ War recht funny der Film, mit einem netten Nachwuchsdarsteller und obwohl Joe Dante seh ich persönlich eine Spontan-Wertung von 6/10. Nur damit Sie’s wissen..müssen ja ab und zu mal abgleichen. 🙂

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    1. Huch, nun hast du ihn also gesehen (sehe gerade Deinen Kommentar von damals). Aber immer doch, vergleichen können wir stets gerne, vergleichen lohnt sich !

      So weit sind wir ja nicht auseinander, aber es könnte in der Tat sein dass ich den Film aufgrund des gewollten ‚Retro‘-Bezuges etwas zu hoch eingestuft habe. Sei es drum, empfehlenswert ist er allemal.

      Dann solltest Du eventuell auch noch einen Blick auf ‚Insidious‘ werfen (ebenfalls Horror mit Retro-Touch), sofern noch nicht geschehen. Auch hier würde mich Deine persönliche Wertung interessieren !

      MfG, Oliver

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  2. Hm…hätte ich nicht gedacht, dass der so ne Wertung bekommt, hab auch gar nicht gewusst, dass der von Joe Dante ist. Also anschaun werd ich ihn mir irgendwann mit Sicherheit schon. Ich bin ja mehr der Retro-Freak, ich glaube das letzte was ich gesehen habe war „The Cowboys“ mit John Wayne. ^^

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