Selbstvertrauen Vs. Pedanterie In Der Arbeitswelt

Eine alte Weisheit besagt, dass man, einmal aus dem (Arbeits-)Leben gerissen, immer größere Schwierigkeiten mit dem Wiedereinstieg hat je mehr Zeit verstreicht. Davon können besonders häufig betroffene Langzeitarbeitslose ein Lied singen, oder auch deutlich jüngere Menschen wie der Autor dieses Artikels.

Doch woran liegt das ? Liegt es wirklich allein an den Arbeitnehmern selbst, die in der Zeit der Arbeitslosigkeit und erneuten Jobsuche sich geradezu selbst und durch ihre meist damit einhergehende Isolation de-sozialisieren ? Verlernen es diese Menschen wirklich, speziell mit Kollegen oder einem „Chef“ (und der damit verbundenen Hierarchie) umzugehen ? Das fällt generell schwer zu glauben; denn, und das ist erwiesen – der allgemeine Umgang mit Menschen lässt sich nur allzu schwer verlernen. Entweder man ist ein aufgeschlossener (zuvorkommender, sympathischer, freundlicher, hilfsbereiter…) Mensch der auf andere zugeht, oder eben nicht – eine Zeit der Arbeitslosigkeit (als Beispiel) sollte man hier keinesfalls überbewerten.

Und so sollte man sich selbst nicht immer allzu kritisch beobachten; sondern die Fehler auch mal bei anderen Suchen. Das ist natürlich in dem Sinne „gefährlich“ und aufreibend, da man sich selbst so den Wiedereinstieg speziell in die Berufswelt erschwert – doch andererseits sind es gerade diese Neueinsteiger, die offensichtliche Missstände schnell entdecken und beim Namen nennen können. Andere, die seit vielen Jahren „im Geschäft“ sind und es aktiv betreiben, haben sich oft mit allerlei abenteuerlichen Situationen anfreunden können; oder haben sich zumindest an sie gewöhnt – alles geht seinen gewohnten Gang, der Alltagstrott überdeckt so manches.

Etwas ungünstig wäre es nun aber auch, sich selbst komplett aus einer jeglichen Beurteilung herauszunehmen – denn niemand ist unfehlbar. Doch die meisten Tipps und Ratgeber, die man allgemein zu diesem Thema vorfindet, befassen sich ausschließlich mit den Eigenschaften und Verhaltensweisen des einzelnen Arbeitnehmers – niemand traut sich, über diesen Horizont hinauszuschauen. Sicher, es steht immer etwas auf dem Spiel – doch diese Tatsache kann und sollte schnell eine untergeordnete Rolle spielen, wenn absolute Basisregeln in Bezug auf das zwischenmenschliche verletzt werden, man sich (nicht grundlos) in seinem Stolz verletzt fühlt.

Ich selbst kann von einem aktuellen Fall berichten, der noch andauert – wobei man nun sicherlich mutmaßen könnte, ich sei einfach grundsätzlich ein Störenfried mit viel zu hohen Anspruch oder falschen Vorstellungen der Arbeitswelt. Von daher, und um diese Gedankengänge abzuschwächen, ist es immer hilfreich wenn man ein oder zwei „Mitleidende“ hat, die die eigenen Ansichten bestätigen, oder sogar noch übertreffen können. Wie so oft heisst es dann… der „Pöbel“ der neuen Mitarbeiter (die nichts können, nichts wissen und verständlicherweise auch „Konkurrenten“ sind) gegen die Etablierten. Das muss sich keinesfalls auf die Chefetage beziehen, eher im absoluten Gegenteil – denn gerade die „unteren“ in der Arbeitnehmer-Hierarchie wittern oftmals ihre Chance, da sie nun ein noch schwächeres Glied in ihren Reihen haben. Was böte sich da also eher an, als nicht auch einmal „Chef“ zu spielen… ? Es wird sich ja ohnehin keiner trauen, etwas zu sagen; gegenzuhalten…

Falsch. Nur leider fehlt den meisten dazu der Mut oder generell die Konfliktbereitschaft. Auch ich hielt mich bis jetzt noch zurück, wobei ich diesen Beitrag hier als Ansporn verstehe. Sollte sich das betreffende Arbeitsklima sich also nicht bessern, wird ein Clash Of The Titans also unvermeidbar sein. Vielleicht habe ich also einfach nur Pech, immer an die falschen zu geraten. Denn wieder einmal bin ich mir keiner (diesmal sogar 0 %) Schuld bewusst. Ich bin nicht perfekt, aber was bitte sollte man in Bezug auf die Kunst des Kisten- und Warenstapelns (nur vorübergehend, geringfügige Basis) alles falsch machen können ? Richtig, wenig. Hier kommt dann die Pedanterie (grässlich) ins Spiel, die einem das Leben (grundlos) schwer machen kann. Sprüche wie „Du bist ja immer noch nicht weiter… Du bist zu langsam… der Chef hat mich schon angesprochen… heute nicht quatschen… nicht noch einmal, wir verstehen uns… jetzt aber zackig“ und so weiter machen natürlich Laune, und sorgen stets für ein gutes Arbeitsklima.

Man könnte nicht einmal etwas dagegen sagen wenn man wirklich etwas falsch machen würde. Doch ein jeder ist wie er ist, und arbeitet auch dementsprechend – nur leichte „tweaks“ sind immer möglich. Dies steht nun im Gegensatz zur Vorstellung der Kollegen, die einen Dauer-Sprintmodus, hektisches Arbeiten, kein Wort zu niemanden ausser wenn Kunden eine Frage stellen, und natürlich einen Dauer-Stress erwarten. Und das alles für einige wenige Euros in der Stunde (darum geht es gar nicht), aber noch viel schlimmer: in Anbetracht von absoluten Null- und Nichtigkeiten ! Mir wäre es zumindest neu, wenn man in der Verräumung aufgrund von Geschwindigkeit und Pedanterie Leben retten könnte. Es sollte doch eher heissen: sei gut zu Dir selbst, sei gut zu Deinen Mitmenschen – und ein jeder wird dazu in der Lage sein, (sein) Glück zu ernten.

Zu schade, wenn der menschliche Verstand es ggf. nicht erlaubt, diese Botschaft zu verinnerlichen.

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4 Gedanken zu “Selbstvertrauen Vs. Pedanterie In Der Arbeitswelt

  1. Klingt schon wieder alles scheiße. Bereits eine Freundin hat mir vor Jahren klar gemacht, es Leben ca. 90 % Idioten auf diesem Planeten und je schneller man sich an den Gedanken gewöhnt, desto einfacher ist es zu akzeptieren, dass es DEN perfekten Menschen wohl nicht gibt. Nur wie arrangieren sich die restlichen 10 % damit? Ich weiß es nicht…ich glaube aus diesem Grund bringen sich so viele Leute auch um.^^ Ich würde es mir persönlich nicht zu Herzen nehmen…schließlich kann man sich nicht teilen, auch wenn man ein so großer Junge ist wie du. ^^ Es ist grundsätzlich so, dass ein Großteil von Aushilfskräften wie Dreck behandelt wird…nichtsdestotrotz haben aber auch solche Arbeitnehmer ihre Rechte und wenn du dich ungerecht behandelt fühlst würde ich das an deiner Stelle mal lieber direkt klar machen, denn es hat keiner die Wahrheit gepachtet. Je mehr Leute das Maul aufmachen desto besser.

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    1. Danke für den Zuspruch… ja, ich denke dass es bald „zu einem Gespräch“ (allein diese Formulierung, brrr) kommen wird… life goes on – immer noch ! 🙂

      Hmm, 90%… immerhin ein weiterer Beweis, dass wir doch zur (10%-)Elite gehören. Das sind dann zwar meist bessere Menschen, die es dann aber eben merklich schwerer haben in einer offensichtlichen A**lochwelt. The fight must go on, I guess…

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      1. Genau. Das im Anglizismus berühmt berüchtigte „we need to talk…“^^

        Die „Elite“ läßt sich allerdings nicht am Erfolg messen…entweder man gehört dazu oder nicht und die meisten sind sich durchaus im Klaren, dass sie zur Elite gehören unabhängig davon ob das andere glauben oder nicht…und was solls, 90 % haben sowieso keine Ahnung.^^ *takes-an-epic-dump-on-makind*

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