Filmkritik: „Halo Legends“ (2010)

Originaltitel: Halo Legends
Regie: Mamoru Oshii – Hiroshi Yamazaki – Shinji Aramaki – Daisuke Nishio – Kôichi Mashimo
Mit: /
Laufzeit: 92 Minuten
Land: USA / Japan
Genre: Animationsfilm / Sci-Fi / Action

Inhalt: In Acht Episoden werden vielschichtige Geschichten aus dem Halo-Universum porträtiert. Wer oder was ist der mysteriöse Master Chief, was hat es mit den riesigen Ringen im Weltraum auf sich, warum bekriegen sich Menschen und Außerirdische in einem Jahrhundertkrieg ? Und, was wäre wenn ein alter, noch viel mächtigerer Feind wieder aus den Tiefen des Universums auferstehen würde ?

Kritik: So kurz und knapp die Inhaltsbeschreibung dieses Mal ausfällt, so knapp fällt auch das Urteil aus: Halo Legends ist eher etwas für Fans, Neueinsteiger werden es sehr schwer haben. Das Ganze ist auch nur bedingt als Film zu betrachten, ist die DVD doch in 8 Episoden gegliedert, die (fast) alle eine eigene Geschichte erzählen und stellenweise sogar gänzlich anders gestaltet sind (optisch). Zwar werden mit den ersten beiden Episoden einige Erklärungen abgeliefert, eine Hintergrundgeschichte gesponnen – doch wenn man noch nie etwas vom Halo-Universum gehört hat, fühlt man sich automatisch wie auf einem verlorenen Posten. Vieles wird als selbstverständlich deklariert, filmische Prämissen gibt es ohne Ende – und selbst als Spieler der Halo-Reihe wird man sich doch etwas „bombardiert“ vorkommen was die Informationen und die Bilderflut betrifft. Von der Erde hin zu fernen Universen, hinein in epische Weltraumschlachten, rückblickend in die Vergangenheit – hier kommt wahrlich einiges zusammen, was es zu verarbeiten gilt.

Doch unglücklicherweise bleibt dafür kaum Zeit – denn anstatt die Geschichte aus den ersten beiden Episoden sinngemäß (und in einer ähnlichen Dichte) weiterzuerzählen, folgen nun kontextlos wirkende Erzählfetzen aus dem Halo-Universum. Das erschreckende hierbei ist, das sieht man bereits an der Auflistung der Regisseure die beteiligt waren: die einzelnen Episoden harmonieren kaum unter- und miteinander. So fällt eine gänzlich aus dem optischen Rahmen, in dem sie mit einer experimentell wirkenden, stark verwaschenen Zeichentrickoptik daherkommt – das passt so gar nicht zum eigentlich recht erhabenen Eindruck, den die Einführungsepisoden etablieren konnten. So wirken also nicht nur die jeweiligen Geschichten relativ zusammenhanglos, sondern auch die technischen und stilistischen Mittel. Als weiteres Beispiel könnte man, um dieses zu belegen, den Grundton der Episoden nehmen – der grundsätzlich ein ernster ist. Klar, ein paar Lacher als Auflockerung dürfen auch in einem „echten“ Science Fiction-Film vorkommen – doch eine der Episoden kommt gar komplett komödiantisch daher. In dieser Episode fällt auch die Charakterzeichnung different aus, es gibt zusätzliche übertriebene Kampfszenen – unweigerlich denkt man an Anime-Serien wie Dragonball. Einige der Gags sind hierbei noch überraschend gut gelungen, die Episode ist insgesamt gar recht unterhaltsam – wie sie aber in den Gesamtkontext hineinpassen soll, bleibt ein Rätsel.

Denn gleich darauf geht es schon wieder markant dramatisch zu: kämpferische Missionen auf fremden Planeten, der Einsatz von unbekannter Technologie in einem Mecha-Kampf – der wiederum erinnert an Kult-Mecha-Serien aus Japan, wie die Gundam-Reihe. Unter anderem deshalb hat man sich wohl auch die zahlreichen japanischen Regisseure ins Boot geholt – stellenweise erinnert das Ganze eher an japanische Zeichen- und Erzähltraditionen, doch auch der amerikanische Einfluss bleibt nicht unübersehbar. Besonders in der letzten Episode mit der Weltraumschlacht kommt dies sehr deutlich zum Vorschein: in bester Superhelden-Manier fliegen hier einige wenige Helden durch das All und besiegen dabei selbst die größten Schlachtschiffe – ob dies durch Können oder blosses Glück geschieht, bleibt dabei offen.

Fazit: Was noch recht stark beginnt (die Einführungsepisoden) und auf eine super gezeichnete und animierte, vielschichtige Geschichte schließen lässt – wandelt sich alsbald zu einem kruden Mischmasch aus wirr erzählten Story-Fragmenten und Versatzstücken. Das Ganze wirkt äusserst kontextlos – durch die Erzählweise, die Mischung aus japanischen und amerikanischen Einflüssen, die verschiedenen Regisseure – und nicht zuletzt durch einige komplett aus dem Rahmen fallende Episoden (einmal eine grauenhafte Wasserfarben-Optik, einmal ein merkwürdiger Comedy-Einschlag). Halo Legends ist ohne Zweifel nur etwas für eingefleischte Fans, um nicht-Kennern das Halo-Universum näherzubringen eignet sich diese Episoden-Reihe nur äusserst bedingt. Einzig die ersten beiden Episoden können so manches Mal durch eine teils sagenhafte Optik begeistern.

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