Spieletest: CRYSIS WARHEAD (2008, PC)

Nachfolger von: Crysis
Release: 18. September 2008
Publisher: Electronic Arts
Entwickler: Crytek GmbH
Genre: Action / Shooter

Die Mission ist noch nicht zuende.

Inhalt: Während Nomad sich noch durch zahlreiche Alien-Horden metzelt, und sich letztlich auf den Weg auf einen Flugzeugträger macht um weitere Schritte gegen die Außerirdischen zu besprechen (Siehe Crysis), ist sein Kumpel Nomad ebenfalls noch in den nunmehr von Eis durchzogenen Dschungel-Landschaften Nordkoreas unterwegs. Sein Ziel ist es, einen seltsamen Behälter mit noch geheimnisvolleren Inhalt wieder aus den Händen der Koreaner um Colonel Lee zu befreien – denn was auch immer in dieser riesigen Kiste verborgen liegt, es muss sich zweifelsohne um einen kriegsentscheidenden Gegenstand handeln. In Anbetracht der schweren Mission ist Psycho nicht allein unterwegs – vor allem steht ihm ein langjähriger bekannter zur Seite, O’Neill – der eigentlich schon vor einigen Jahren aus dem aktiven Militärdienst entlassen wurde. Doch es scheint, als hätte er nun eine Chance, sich erneut zu beweisen. Mithilfe seiner Gefährten schafft es Psycho immer wieder, äusserst nah an den Behälter heranzukommen – doch im letzten Moment geschieht stets etwas unvorhergesehenes. Die Jagd wird sich also hinauszögern… aber, wird Psycho auch solange überleben ?

In der Tat, schließlich hat diese Spielerfigur nicht umsonst einen etwas… markanteren Namen. Doch das erstaunliche ist, dass dieser „Psycho“ sich nicht seinem (Code-)Namen entsprechend verhält, auch wenn es natürlich auch in Crysis Warhead zünftige Ballereien noch und nöcher gibt – doch man erfährt in diesem Fall mehr über die Spielfigur als noch im Hauptspiel. So wird schnell ersichtlich, dass sich die Entwickler die Wünsche der Fans zu Herzen genommen haben, und neben den nun etwas zahlreicheren Hintergrundinformationen weitere Details verbessert haben. Interessant ist auch, dass man die Waffen und Munition nur noch auf dem höchsten (Delta) Schwierigkeitsgrad einzeln aufsammeln muss (wie in Crysis), in den leichteren reicht das blosse darüber-gehen. So empfiehlt es sich besonders für Crysis-Veteranen, Warhead unbedingt auf der höchsten Schwierigkeitsstufe durchzuspielen – zum einen, da das Spiel doch recht kurz und eher wie ein Addon ausfällt; und zum anderen, da es für Kenner der Materie ansonsten einfach zu simpel wäre. Denn auch in Sachen Realismus wurde ein wenig an den Rädchen geschraubt, menschliche Widersacher brauchen nur noch einige wenige Treffer bis sie das zeitliche segnet. Die Außerirdischen vertragen wie schon in Crysis recht viel, doch sie verhalten sich nun noch ein stückweit intelligenter und taktieren des öfteren auch in größeren Rudeln. Das macht Laune, und ist für Crysis-Kenner im Delta-Modus gerade noch genug der Herausforderung. Denn eines ist geblieben: die unterschiedlichen Vorgehensweisen. So kann man nach wie vor wählen, ob man die Gegner erst aus der Ferne beharkt, sich nach und nach anschleicht und auf Nummer sicher geht – oder, ob man sich in eines der Fahrzeuge setzt und direkt in eine schwerbewachte Basis hineinbrettert. Dort finden sich dann des öfteren weitere, schwer gepanzerte Fahrzeuge die man übernehmen kann – weshalb man gerade mit derlei Kamikaze-Aktionen doch überraschend oft Erfolg hat.

Ein wenig hat man es offenbar auch mit dem Munitions- und Waffennachschub übertrieben – stellenweie weiss man gar nicht mehr wohin mit all den Schießkolben (da man weiterhin nur 2 Gewehre auf einmal tragen darf) – und eine wirkliche Munitionsnot gibt es zu keinem Zeitpunkt. So kopiert auch Warhead den mitunter einzigen schwerwiegenden Fehler aus dem Vorgänger – ews lohnt sich niemals wirklich, in der näheren Umgebung nach Gegenständen zu suchen, da man ohnehin genug in die Arme geworfen bekommt. Und selbst wenn man sich entschließt, im etwas dichteren Dschungel zu forschen, macht sich schnell Ernüchterung breit: neben Waffen und Munitionstypen gibt es nämlich auch in Warhead nichts, was man gebrauchen könnte. Kisten und Co lassen sich weiterhin aufheben und werfen – doch wirklich sinnvoll erscheint dies nicht. Glücklicherweise wurden so gut wie alle Vorzüge aus dem ersten Crysis ebenfalls in Warhead verwendet – das wäre in erster Linie die sagenhafte Grafik-Engine mit dem authentisch wirkenden Dschungel. In Wahrhead kommen nun auch noch öfter die speziellen Crysis-Eis-Welten zum Einsatz, welcher abermals äusserst schmackhaft aussehen. Schade nur, dass in Bezug darauf nur in lediglich einer Szene ein neues Fahrzeug zum Zuge kommt: eine Art Luftkissenboot. Viel zu schnell ist dieser Abschnitt dann auch wieder vorüber – aber zum Glück gibt es ja (wie in Teil 1) noch genügend andere fahrbare Untersätze. Bis auf das eben genannte Luftkissenboot und eine neues Panzerfahrzeug (mit verschiedenen Geschütztürmen) waren diese allerdings auch schon in Teil 1 zu sehen. Das macht nichts – die grafisch atemberaubende Welt hat noch lange nichts von ihrem Reiz verloren, und durch die Einführung von Psycho als Spielfigur sorgte man derweil noch für einen (wenn auch kleinen) Story- beziehungsweise Charakterboost.

Wenn die Neuerungen also zu vernachlässigen sind, die positiven Elemente aus dem ersten Spiel nun abermals zum Einsatz kommen – was macht Warhead denn dann so besonders oder spielerisch lohnenswert ? Genau das ist das Problem, um das man keinen Hehl machen sollte. Ursprünglich als Addon geplant, wurde doch ein Stand-Alone daraus – doch die Spielzeit ist selbst im Vergleich zum ersten Crysis eher lächerlich. So wird man selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad, und wenn man sich möglichst „viel Zeit lässt“ nicht viel mehr als 5 Stunden beschäftigt sein – Crysis Warhead ist also doch ein Addon geworden, auch wenn es offiziell anders betitelt wird. Ein weiterer Schwachpunkt ist die Story: zwar hat man sich nun etwas mehr Mühe gegeben, die Spielfigur etwas detaillierter zu porträtieren (was auch recht gut klappt, beispielsweise bei einer längeren Cut-Scene gegen Ende), doch wenn man das erste Crysis gespielt hat, muss man sich einfach wie eine Art „Nebendarsteller“ vorkommen. Denn die Ereignisse finden zeitgleich mit denen aus Crysis statt – wobei gerade der Part von Psycho nicht so bedeutungsvoll erscheint wie der von Nomad. Ständig jagt er einer Kiste hinterher, in der… man wird sehen, was es damit auf sich hat. In keinster Weise aber scheint der ganze Trubel um diese seltsame Fracht gerechtfertigt, und das Gefühl die „Welt zu retten“ kommt niemals auf. Es gibt zwar noch einige Cutscenes in Spielgrafik, doch niemals erreichen sie das eindrückliche, überraschende Niveau des Hauptspiels. Hier scheinen sie eher als Zierde zu fungieren, und um das Spielgeschehen etwas aufzulockern.



Fazit: Alles in allem kann Crysis Warhead sicher nicht als Fehlschlag bezeichnet werden. Für Neueinsteiger eher uninteressant (dann doch lieber zum Hauptspiel greifen), bietet es neues Missions-Futter für Fans – und das auf dem selben technischen Niveau. Pluspunkte gibt es für die stärkere Profilierung der Spielfigur, Abzüge allerdings für die enorm kurze Gesamtspieldauer und das doch etwas störende „Nebendarsteller“-Gefühl. Aber wenn man mit seinem Team an einem Minen-Eingang verharrt, und die immer aggressiver werdenden Alien-Horden abwehrt… wenn man von einem fahrenden Zug aus allerlei Gegner erledigen, und so manches Mal die Weichen neu stellen muss… wenn ein ganzer Flughafen zu einem Schlachtfeld ohne gleichen wird, ja; dann sind viele der Schwächen von Warhead vergessen. Nur nicht das etwas enttäuschende Ende, denn auch hier findet keine wirkliche Verknüpfung zum Hauptspiel statt. Dennoch handelt es sich hier immer noch um einen äusserst soliden Shooter, keine Frage.


80button

„Tolle Erweiterung zu einem legendären Shooter.“

2 Gedanken zu “Spieletest: CRYSIS WARHEAD (2008, PC)

  1. Also ich habe mittlerweile eine Spielzeit von 28 Stunden und habs noch nicht durch. Klar, ich hab mir viel Zeit gelassen, z.B. alle Gegner killen knapp 500 bis jetzt 😀
    Aber ich finde das Spiel einfach nur geil. Würde fast sagen besser als Crysis 1.

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    1. Hups, die Levelzeit die ich abgelesen habe war nur von einem checkpoint und es handelte sich nicht um 28 Stunden, sondern 28 Minuten.
      Meine Tatsächliche Spielzeit habe ich ausgerechnet:
      knapp 7 Stunden und habs gerade durch lol.
      Trotzdem geiles Spiel >:D

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