Metal-CD-Review: MAGIC KINGDOM – Symphony Of War (2010)

Land: Belgien – Genre: Symphonic Power Metal

CD1 – Symphony Of War

01. Symphony Of War 5:28
02. We Rise 5:37
03. Million Sinners World 6:05
04. Evil Magician 8:13
05. In The Name Of Heathen Gods 3:46
06. Monte Cristo 3:51
07. I’m A Lionheart 5:05
08. Unholy Abyss 4:15

CD2 – The Holy Pentalogy

09. Through The Sea Of Ice / Quest For The Holy Light
10. Before The Apocalypse / War Of The Black Angels
11. At The Gates Of The Last Mystic Dragon Land
12. Resurrection Of The Wizard / With The Gods Of Egrypt On Our Side
13. Tournament In Hell

Info: Nach einer Zeit langen und bangen Wartens auf ein neues Werk der Symphonic Power-Metaller von Magic Kingdom war es im Oktober 2010 endlich soweit: Symphony Of War erblickte das Licht der Welt. Und es scheint, als hätte die Zeit des kreativen Schaffens etwas gebracht – die neue Scheibe von Band-Mastermind Dushan Petrossi (unter anderem auch Iron Mask) schickt sich an, sich spielerisch ganz nach oben in die Alltime-Lieblingslisten von Genrefans zu bugsieren. Ob das auch klappt ? Doch wenn ein so erfahrenes und eingespieltes Team an einem Album werkelt, sollte dies kein allzu großes Problem sein. Und: endlich bekommen auch Fans von Olaf Heyer (Luca Turilli, Dyonisus) etwas neues auf die Lauscher. Und das sogar auf satten 2 CD’s – wobei die erste ein komplett eigenständiges Album beinhaltet, und die zweite eine früher begonnene Geschichte weitererzählt.

Kriitk / Songreviews: Und tatsächlich… bereits der Opener und gleichzeitig-Titeltrack des Albums, Symphony Of War, prescht ordentlich voran, und bietet zugleich eine deutlich positive Überraschung in Anbetracht des in letzter Zeit relativ ausgenudelten Genres. Denn: Magic Kingdom spielen noch immer einen merklich traditonelle(re)n (im Vergleich zu anderen Bands) Symphonic Power Metal, so dass man automatisch denken muss… it’s a classic – andererseits aber bringen sie auch genügend neue, erfrischende Aspekte mit. Die Produktionsqualität ist enorm, und sorgt für einen ordentlich druckvollen Sound und allerlei Atmosphäre. Und, endlich darf auch mal wieder Olaf Heyer ans Werk, um die Hörer mit seinem wunderbar klaren, hellen Organ zu fesseln. Seine Leistung, gepaart mit einem Teil der Lyrics und der „symphonischen“ Instrumentalisierung lässt einen doch glatt an wohlige alte Prophet Of The Last Eclipse-Zeiten (als absolutes Bombast-Ausnahmewerk) denken. Bereits im Opener wird alles feilgeboten, was Genre-Fans seit jeher schätzen – eine saubere Songstruktur, ein eingängiger (aber keinesfalls kitschiger) Refrain, ein flottes Tempo, wuchtige Soli-Passagen und wunderbarer Gesang. Langeweile klingt anders – durch den Einsatz von allerlei Samples (teilweise Kriegs-orientiert, siehe Albentitel) und ständige Tempowechsel entsteht ein gleichzeitig aufregender, wie dennoch in sich geschlossener Gesamteindruck. Eine echte Granate, und das als Opener, was mag da noch folgen (10/10)… ? Nun, es ist das ebenso flotte We Rise, wieder ein Song der sich als waschechte Power Metal-Brett herausstellt. Nicht nur, dass der Refrain und die Strophen abermals eingängig und zu 100% verständlich dargeboten werden, in diesem (einzelnen !) Song findet man soviel Abwechslung wie bei anderen Bands auf einem kompletten Album. Tempowechsel, wahnwitzige Soli-Passagen, stimmungsvolle und unvergleichliche Chorabschnitte… ein Klangerlebnis der besonderen Art. Als besonderes I-Tüpfelchen gibt es ein paar kratzige Screams im Refrain (eher hintergründig), auch mal eine nette und hier keinesfalls störende Idee (10/10).

Der nächste Titel horcht auf den Namen Million Sinners World, und kommt ähnlich versiert wie die beiden vorangegangene Titel daher. Gute Unterhaltung ist definitiv geboten, nur der Refrain wirkt einstweilen etwas unmotiviert (nicht in Bezug auf den Gesang, sondern die Gesamtkomposition). Die Hintergrund-Elemente, die zumeist aus genialen symphonischen Samples und Strukturen bestehen, geraten leider ein wenig zu leise – dabei klingen doch gerade sie so genial und einzigartig ! So bleibt einem nichts anderes übrig, als sehr genau (!) hinzuhören… (8/10). Aber nun, nun heißt es wieder: anschnallen, und ab geht es auf die Reise in ein wunderbares musikalisches Land voller Mythen und Geheimnisse. Das 8-minütige Epos Evil Magician ist ein eben solches, voll-gepackt mit symphonischen Bombast-Elementen, markanten Tempowechseln, heftigen Riffs und einem wunderbaren Mitsing-Refrain. Und – es kommt ja allgemein nicht so oft vor (auf diesem Album aber durchaus !), dass Olaf Heyer zu einem etwas längeren Scream ansetzt, doch wenn gerade dies geschieht, heißt es automatisch: Gänsehaut pur – wie auch bei Minute 5 (ca), bei dem sagenhaften mehrstimmigen Singsang. Atemberaubende Soli-Passagen mit leichtem Cosmic Metal-Einschlag und eine Soundtrack-artige Instrumentalpassage gibt e noch obendrauf. Only one word matches this song, and that is… Epic ! Schade, dass ich nicht höher gehen kann als wie folgt… 10/10. Auch das folgende, allerdings nunmehr wesentlich kürzere In The Name Of Heathen Gods vermag an diesen äußerst erhabenen Eindruck anzuknüpfen… was für ein Album (bisher) ! Und wieder geht es nicht anders… 10/10.

Hüst, gibt es eigentlich auch echte Ausfälle auf diesem Werk ? Nun, Monte Cristo ist jedenfalls (und abermals) kein Titel dieser Sorte. Im Gegenteil, in Sachen Tempo wird nochmal ordentlich angezogen, und besonders die Lyrics gestalten sich als sehr angenehm und „frisch“ in Anbetracht des Genres. ein absolut „unverbraucht“ klingender Song also – auch wenn sich einige Parallelen zum Opener feststellen lassen. Doch, auch dieser Titel ist alles andere als ein qualitativer Ausfall… (10/10). I’m A Lionheart beginnt sogleich geradezu majestätisch-erhaben – und wieder spielen Magic Kingdom all ihre Stärken aus. Doch nicht nur das – hier klingen sie erstmals ein wenig wie eine Mischung aus Rhapsody Of Fire und Luca Turilli (ebenfalls mit Heyer am Mikro) – eine Art Epic Cosmic Fantasy Metal ist es demnach, der hier durch die Boxen rauscht. Was für ein Erlebnis – hier sollten (zumindest bei Genrefans) keine Wünsche offen bleiben (10/10). Es bleibt noch der Unholy Abyss, der die erste CD des Albums abschließen soll. Und wie – hier handelt es sich um den ersten explizit düsteren Track der CD. das heisst, es wird noch einmal eine große Portion Abwechslung und Atmosphäre geboten – die Instrumentalisierung fällt extrem flott (!) aus, manchmal scheint sich das Schlagzeug geradezu zu überschlagen; und wenn zu Beginn einige Screams und Growls die zusätzliche Stimmung dieses Titels untermalen sollten, ist es doch größtenteils ein sehr kräftig-klar singender Olaf Heyer. Eine kurze Passage auf Latein, sowie ein absolut gegensätzlich wirkender, geradezu heiter-fröhlicher Refrain runden den bombastischen Symphonic-Abschlusstrack sagenhaft ab (10/10).

Die Zweite CD kommt mit 5 weiteren Titeln daher, von denen Through The Sea Of Ice den Auftakt markiert. Man merkt recht schnell, dass sich diese Sage die auf der zweiten CD Platz findet, doch von den Tracks der ersten CD unterscheidet. Und zwar merklich – von Anfang an dominieren hier sehr Soundtrack-artige töne. Dieser Eindruck wird 2bei Through The Sea Of Ice durch den mysteriösen Gesang im Hintergrund, sowie das Einsetzen einer Erzählerstimme nur noch unterstützt. Schade, dass gerade diese nicht sonderlich kräftig oder markant daherkommt – kein Verlgeich also zu Rhapsody Of Fire (beispielsweise) mit einem Christopher Lee am Mikro, für Soundtrack-Fans aber allemal interessant und ansprechend. Der Gesamteindruck fällt hier noch ein stückweit düsterer aus als bei den Titeln auf der ersten CD, als Auftakt eines neuen Abschnitts eignet sich dieser Titel perfekt (8/10). Es folgt das epische, knapp 11-minütige Before The War, welches im Midtempo-Bereich angesiedelt ist und mit dementsprechend schweren Riffs daherkommt. Erstmals werden hier auch Frauenstimmen expliziter hervorgehoben, die symphonischen Elemente sind etwas dezenter im Hintergrund gehalten; dafür rücken im weiteren Verlauf auch wieder die härteren Growl- und Screamparts in den Vordergrund. Der Gesamteindruck fällt nun noch komplexer aus, als Gegenpol dazu fungiert der doch reicht heiter wirkende, eingängige Refrain – eine interessante Mischung, ohne Zweifel. Nicht ganz so eingängig wie viele Titel auf der ersten CD, aber ein Stück innovativer, komplexer (9/10).

Bei At The Gates denkt man aufgrund der ersten Töne wohl zuerst an ein ruhiges Interlude – doch dann das: die Gitarren fangen an zu schrammen, und dann wird gegrowlt und dämonisch gelacht, was das Zeug hält. Spätestens jetzt wird auch die musikalische Dimension dieser zweiten CD offenbar: man könnte bei den 5 Titeln im Grunde von einem einzigen, überlangen sprechen – der in verschiedene Abschnitte gegliedert wurde. Irgend woher kennt man das doch… richtig, wieder eine Parallele zu Rhapsody Of Fire. Nur, dass Magic Kingdom deutlich düsterer und „heavier“ daherkommen (8/10). Mit Resurrection Of The wizard folgt dann doch noch das erste rein instrumentelle Stück, aber… was für eins ! Selten konnte ein vermeintlich „simples Musikstück“ eine so dichte Atmosphäre erzeugen wie hier. Später kommt noch ein sanfter Frauengesang hinzu, und auch die Growler dürfen wieder ran – a masterpiece (10/10). Der Finaltrack hört auf den Namen Tournament In Hell, und ist abermals wie sehr vielschichtig aufgebaut. Mal ein erhabener Soundtrack, mal ein alleinstehender Metal-Titel… ganz, ganz großes Kino (10/10).

Fazit: Was für eine Scheibe ! Es ist wahrlich sagenhaft, was die Belgier von Magic Kingdom hier abliefern. Auf zwei CD’s wird ein episches Symphonic Metal Schlachtfest vom allerfeinsten abgehalten, welches seinesgleichen sucht. Ähnlich kraftvoll-bombastisch-erhaben ging es bisher auf nicht gerade vielen Alben zu – dies ist der eindrucksvollen Gesamtkomposition und der satten Produktionsqualität zu verdanken. Und auch Altmeister Olaf Heyer tut seinen Teil dazu bei – denn gerade seine wunderbar klare, aber dennoch enorm druckvolle und erhabene Gesangsstimme sorgt für den ein oder anderen Gänsehaut-Moment. Und davon gibt es wahrliche einige auf den beiden CD’s ! Abschließend bleibt nur noch festzustellen, dass gerade die erste CD einige Ohrwurm-Hymnen beinhaltet, und von einer enormen Spielfreude zeugt – die zweite eher wie ein großes Soundtrack-Metal-Epos aufgebaut ist, in dem die härteren Elemente (Growls) häufiger zum Einsatz kommen. Doch beide CD’s unterscheiden sich in Sachen Qualität und Innovation nicht voneinander – beide sind zeitlose Meisterwerke. Für Fans des Genres ist dieses Album ein absolutes Muss, und an alle anderen und potentiell interessierten: diese Scheibe hier wäre doch eine gute Gelegenheit, mal in das Genre hineinzulauschen ? Denn etwas besseres wird man aus dem Jahre 2010 nicht finden.

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