Special – Heavy Metal Bonustracks Nur Auf Japanischen Editionen ?

Werden Die Japanischen Metal-Fans Bevormundet… ?

Die Japanische Musikszene ist nicht nur sehr bunt, sondern auch riesig: während viele nationale Künstler immer wieder allerlei Verkaufsrekorde brechen, schauen viele japanische Musikfans auch gerne mal über ihren eigenen Landeshorizont hinaus. Seit vielen Jahren scheinen es vor allem die Fans des Heavy Metal auf die europäische Szene abgesehen zu haben: bekannte Kult-Bands wie Gamma Ray, Kamelot, Freedom Call (und unzählige weitere) genießen in Japan einen hohen Beliebtheitsstatus, was sie den Fans oft auf eine ganz spezielle Weise danken. So sorgen Auslandstourneen einiger Bands nach Japan bei vielen Außenstehenden nur für ungläubliges Kopfschütteln – doch dahinter steckt eine ganz besondere, wohl einmalige Bindung. Tja, Musik verbindet und überschreitet alle internationalen Grenzen – das weiß man seit jeher. Doch gerade in Bezug auf den Heavy– beziehungsweise Power Metal scheint dieses „unsichtbare Band“ gar eine gewisse Vorbildfunktion zu besitzen.

Bei aller Liebe – es ist nicht so, dass die Bands ihre „Lieblingsfans“ zwingend in Japan haben. Nein, auch das Wörtchen Marketing sollte hier nicht aussen vor bleiben. So gibt es einen weiteren, äusserst wichtigen Faktor, der maßgeblich dafür mitverantwortlich ist warum man hier in Europa (den Ursprungsländern von allerlei guten Power Metal-Bands) selten in den Genuß von Bonustracks kommt – was einen so manches mal leicht neidisch auf das Land im fernen Osten blicken lässt. Jedoch ist es erwiesen, dass die Preise für CD-Alben in Japan weitaus höher sind als im Westen – und hier kommt der Japanese Bonus Track als Marketing-Clou ins Spiel. So gibt man den potentiellen Käufern einen zusätzlichen Anreiz, die entsprechenden Werke zu erstehen – mit extra auf sie zugeschnittenen Titeln. Immerhin greifen sie auch (vergleichsweise) tiefer in die Tasche… als weiteren Grund für diese Exklusivität muss man die „Gefahr“ zu zahlreicher Importe nach Japan anführen – CD’s aus den USA kosten vergleichsweise wenig, und würden (wenn eben nicht ein gewisser Anreiz dagegen spräche) zu unglaublichen Importschüben führen. Das mag zwar gut für den Export der jeweiligen Länder sein, doch die nationale Musikindustrie (Japan) hätte vermehrt darunter zu leiden.

Doch im Großen und Ganzen ist man stets bemüht, die westlichen Fans nicht allzu sehr im Regen stehen zu lassen. Viele gelangen irgendwie doch noch an die Bonustracks (und sei es über moderne Plattformen wie Youtube), und in vielen Fällen stellt sich heraus, dass man vielleicht doch gar nicht so viel „verpasst“ hat wie zuerst vermutet. Andererseits gibt es auch immer wieder Fälle, in denen ein trauriges oder (bitte nur leicht) wutentbranntes Tränenvergießen angebracht ist: zwei der aktuelleren Beispiele für solche Brecher-Bonustracks finden sich beispielsweise bei Power Quest mit dem Japan-exklusiven Time To Burn sowie bei der polnischen Band Pathfinder mit einer grandiosen Coverversion des Alphaville-Klassikers Forever Young. Was soll man sagen, um dies als nicht-Japaner verschmerzen zu können… haben diese Titel eventuell nicht so Recht zum restlichen Alben-Konzept gepasst ? Vielleicht, schließlich ist auch die Coverversion von Moonlight Shadow nicht auf dem Pathfinder-Album (welches hierzulande nur aus eigenen Titeln besteht). Vielleicht aber auch nicht, sorgt gerade Time To Burn für einen flott-runden Abschluss auf einem Power Metal-Album, welches ohnehin nicht gerade mit Uptempo-Nummern vollgepackt ist.

Es bleibt zu sagen: man sollte sich nicht beschweren – das eine Mal gibt es vielleicht gar nicht so viel zu verpassen, das andere Mal findet der Track doch noch hierzulande (oder generell in Europa) eine offizielle Veröffentlichung – und für alle anderen Fälle bleibt immer noch ein Ausschau-Halten auf den jeweiligen offiziellen Webseiten (kommt durchaus vor) sowie auf gängigen Plattformen wie Youtube. So kann man die japanischen Bonustracks zumindest einmal hören – was sich für einen „echten“ Fan wohl so gehört. Wobei, die ganz eingefleischten werden es wohl auch nicht scheuen, sich eine Japan-Edition zu importieren… nur sind die (beispielsweise bei Amazon) immer recht teuer.

3 Gedanken zu “Special – Heavy Metal Bonustracks Nur Auf Japanischen Editionen ?

  1. So ist das auch mit Marketing, warum nur einmal verkaufen, wenn man zweimal kann. 😉
    Jaja das Mysterium mit den japanischen Bonustracks…da fallen mir spontan zwei Tracks von „Halford – Resurrection“ ein von 2000. In der Remastered Edition 2006 sind die Tracks aber plötzlich wieder für alle zugänglich.^^ Zwei geniale Tracks…vor allem Hell’s last Survivor is so fucking BRUTAL!

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