Metal-CD-Review: DREAMTALE – Epsilon (2011)

Land: Finnland – Genre: Symphonic Power Metal

1. Firestorm (Keränen – Seppänen)
2. Angel Of Light (Keränen – Seppänen)
3. Each Time I Die (Keränen – Seppänen)
4. Where Eternal Jesters Reign (Keränen/Kaasalainen – Seppänen)
5. Fly Away (Keränen – Seppänen)
6. Reasons Revealed (Keränen – Seppänen)
7. Strangers‘ Ode (Keränen – Seppänen)
8. Mortal Games (Keränen – Seppänen)
9. Lady Of A Thousand Lakes (Keränen – Seppänen)
10. March To Glory (Keränen – Seppänen)

Endlich ist es soweit – nicht nur, dass das lang ersehnte Dreamtale-Album Epsilon dieser Tage Veröffentlichungspremiere feierte; es wurde ausserdem direkt zum kostenlosen Probehören in einem Internetshop feilgeboten. Welch ein netter, natürlich von der Band abgesegneter Service – so können alle potentiell Interessierten schon einmal in das neue Symphonic Power Metal-Werk hereinhören und sich dann entscheiden – während die alteingesessenen Fans der Band es sicher ohne zu Zögern in ihren (virtuellen) Einkaufswagen packen. Einerseits aus Treue zur Band, andererseits aber auch aufgrund der Qualität des neuen Albums. Denn das klingt extrem harmonisch-melodiös, wartet mit einigen echten Hymnen auf und zeugt von der enormen Spielfreude der Band.

Nun, die Finnen von Dreamtale waren seit jeher dafür bekannt, in ihren Liedern sowohl auf wunderbar eingängige Melodien und Arrangements zu setzen – das machen aber nicht wenige aus diesem Genre. Doch etwas ganz Dreamtale-spezifisches gibt es dann aber seit dem Debütalbum serviert: die Samples nämlich, die sich merklich von anderen Genrevertretern unterscheiden und so für ein recht einzigartiges Hörvergnügen sorgen. So klingt ein Großteil der im Hintergrund verwendeten Samples gar nach Elementen aus dem Trance- oder Electrobereich – soetwas findet man bei kaum einer anderen Power Metal-Band. Wenn man so will, könnte man also von einer Art Electro Power Metal sprechen – ohne, dass das Gesamtprodukt dabei so künstlich klingt wie ein reiner Electro-Titel beispielsweise. Denn während sich besagtes Genre ausschließlich an solch künstlichen, am Computer entstehenden Elementen bedient – so packt Dreamtale natürlich noch die gewisse Portion Heavy Metal obendrauf – in Form von starken Riffs, sauberen und treibenden Drums, und markant-starken Soli. Im Gegensatz zum letzten Album Phoenix wirkt das neue Album nun nochmals ein stückweit eingängiger, verspielter; und zugänglicher. Und nicht zuletzt das großartige Coverartwork sorgt für einen sehr positiven Gesamteindruck.

Aber da gibt es noch etwas, was die Band auszeichnet… Leadsänger Erkki nämlich. Wahnsinn, was für ein kraftvoll-klares Organ dieser Mann mitbringt – endlich mal wieder hört man eine Stimme durch die Boxen schallen, welche nicht in typisch-klischeehaften Power Metal-Höhen treibt, sondern auf einem gemäßigten Niveau das ein oder andere lyrische Feuerwerk abfackelt. Das macht natürlich Laune, aber auch die etwas gefühlvolleren, balladesk angehauchten Titel gelingen der Band. Der Opener Firestorm fungiert aber erstmal als erste Uptempo-Hymne, die sofort ins Ohr geht – in Sachen Eingängigkeit kann man den Jungs von Dreamtale nichts mehr vormachen, das haben sie drauf. Aber eben ohne dabei allzu sehr nach „Massenware“ zu klingen. Ein jeder Song offenbart gerade noch genug Komplexität und Abwechslung, sodass einem jeden Power Metal-Fan das Herz aufgeht, aufgehen sollte. Angenehme Samples, ein treibendes Tempo, ein netter Refrain und eine kleine Solipassage – der Song bringt alles mit, was ein guter Opener braucht. Dennoch, ganz so „packend“ und mitreißend wirkt der Titel dann doch (noch) nicht, insgesamt eher etwas ruhiger-verträumter. Aber man muss ja auch erstmal das Album eröffnen, wer wirkliche Brecher sucht, der wird auch noch reichlich beschenkt.

In einer ähnlichen Stimmung ist auch Angel Of Light gehalten – nur, dass der Titel insgesamt noch abwechslungsreicher wirkt, die Gesangspassagen noch eindringlicher, der Refrain noch etwas eingängiger. Das ist Dreamtale so wie man sie kennt und liebt – nur noch etwas besser als auf den vorherigen Alben. Aber so soll es ja auch sein, eine Steigerung ist immer erwünscht. Each Time I Die ist dann der erste wahrliche Brecher-Song, der mit einem noch schnelleren Tempo (und mit markanten Tempowechseln bezüglich der Strophen) daherkommt und auch nicht vor einem heftigen Doublebass-Einsatz halt macht. Und der Refrain kommt wieder derart eingängig daher – wie machen die das nur ? So wirkt ein jeder Titel direkt zugänglich, das Hörvergnügen stellt sich sofort ein – nicht wie bei anderen Bands, bei denen man das Gesamtwerk durchaus erst ein paar Mal durchlaufen lassen muss. Where Eternal Jesters Reign beginnt ebenso kraftvoll und verspielt – hier regiert eine äusserst „catchy“ Stimmung. für Abwechslung sorgen dann etwas ruhigere Titel wie das folgende Fly Away, welche dennoch ein hohes Eingängigkeits-Potential und ein gewisses Maß an Verspieltheit mitbringen. Reason’s Revealed ist dagegen noch ruhiger, und am ehesten als Ballade zu bezeichnen – aber eine durchaus interessante, da mystisch-sphärisch klingende. Und der ausbrechende Refrain sorgt dann doch noch für einiges an Kraft.

Aber was ist das…. ? Die Stranger’s Ode mausert sich doch glatt zur insgeheimen Über-Hymne des Albums. Was für ein Kracher… ! Hier werden alle Stärken von Dreamtale in einen Topf geworfen, und heraus kommt ein sagenhafter, epischer Uptempotrack der mehr als nur Laune macht. Sehr markant: die typisch-genialen Dreamtale Female-Vocal-Samples vor dem Refrain, die musikalischen Höhen und Tiefen, die Tempowechsel, der klare und ausdrucksstarke Gesang… da geht einem das Herz auf. Der beste Titel des Albums ! So ist es kein Wunder, dass mit dem etwas ruhigeren Mortal Games auch wieder die Gelegenheit bekommt, etwas zu entspannen. Zumindest vom Tempo her – doch die Instrumentalisierung gerät auch hier recht kräftig, die Songstruktur überaus melodiös. Das zweite Highlight des Albums ist nach der mitreissenden Stranger’s Ode aber ohne Zweifel die epische Hymne Lady Of A Thousand Lakes. Denn hier findet sich erstmals eine wunderbar-epische Songstruktur, die zuerst mit einigen brachialen Filmmusik-like Klassiksamples aufwartet. Danach ein wenig gefühlvoller Gesang in der Strophe, und zum Refrain steigert sich das Ganze immer mehr, und findet den ein oder anderen Höhepunkt. Und auch der finale Titel braucht sich nicht hinter den anderen Titel zu verstecken, im Gegenteil – hier steckt genau das drin, was draufsteht. Ein erhebliches Maß an musikalischer „glory“ nämlich. Zu den Wertungsvergaben der einzelnen Songs:

1. Firestorm – 7/10
2. Angel Of Light – 8/10
3. Each Time I Die – 10/10
4. Where Eternal Jesters Reign – 9/10
5. Fly Away – 7/10
6. Reasons Revealed – 7/10
7. Strangers‘ Ode – 10/10
8. Mortal Games – 7/10
9. Lady Of A Thousand Lakes – 10/10
10. March To Glory – 10/10

Insgesamt kann man wohl ohne Zweifel von einem sagenhaften Comeback nach der kreativen Schaffenspause sprechen. Weder die Fans der Band werden enttäuscht, noch verwehrt man neuen Hörern den Zugang. Dies geschieht durch wahrlich eingängige Titel, die beinahe alle einen durchweg hymnen-artigen Refrain besitzen und den Hörer sofort mitreissen. Das Tempo ist stets abwechslungsreich, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Vor allem für die Liebhaber von kreativ-verspielten Power Metal-Arrangements, dargeboten von einer sehr ambitionierten finnischen Truppe. In den höchsten Olymp der Wertungslisten kann Epsilon dann aber doch (knapp) nicht einziehen – während die expliziten balladesken Titel noch gut und abwechslungsreich daherkommen, fungieren Titel wie Fly Away oder Mortal Games als doch recht unspektakuläre Lückenfüller. Und da das Album gerade einmal 10 Tracks mitbringt… dennoch, eine klare Empfehlung.

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