Metal-CD-Review: RHAPSODY – The Dark Secret (EP, 2004)

Land: Italien – Genre: Epic Symphonic Power Metal

* Unholy Warcry (Edit version) – 4:27
* Thunder’s Mighty Roar – 5:36
* Guardians Of Destiny (English version) – 5:29
* Sacred Power Of Raging Winds – 10:09
* Non ho Sonno (Remix) – 4:08

Diese Rhapsody Of Fire-EP wurde kurz vor dem 2004’er Album Symphony Of Enchanted Lands II: The Dark Secret veröffentlicht, und sollte somit als eine Art „Appetithäppchen“ für die Fans fungieren. Oder aber, um neuen Hörern einen nicht ganz so komplexen Einstieg in die Welt der Band zu bieten – schließlich ist es gut und schlicht Pflicht, stets um neue Hörer zu werben. Das Artwork weicht hierbei etwas unrühlich vom sonst üblichen Stil ab: ein Porträt schmückt beinahe die gesamte Fläche. Glücklicherweise handelt es sich dabei aber nicht um eine reine Zierde, sondern um einen (vielleicht nicht ganz so dezenten) Hinweis darauf, dass Sir Christopher Lee für die Produktion gewonnen wurde und für das Album den ein oder anderen Erzählerpart sprechen würde. Das macht die Angelegenheit natürlich zusätzlich interessant, und sowohl Herr Der Ringe-Fantasyfans als auch alteingesessene Rhapsody-Hörer neugierig.

Wer bereits das eben genannte Album bereits besitzt, sollte sich den Kauf aber überlegen – es „lohnt“ sich zumindest in Hinsicht auf die Exklusivtracks nicht wirklich – gänzlich neu sind nur Thunder’s Mighty Roar und Non Ho Sonno – „halb neu“ ist die italienische Version von Guardians Of Destiny. Die Titelhymne Unholy Warcry fand (in einer leicht abgeänderten, längeren Version) den späteren Weg auf das Album, ebenso wie das Epos Sacred Power Of Raging Winds. In dieser Kurzkritik werden also lediglich die beiden exklusiven Titel beschrieben werden – für alles andere sollte man sich die Rezension zum kompletten Dark Secret-Album genehmigen.

Für durch-und-durch Fans sollte wohl aber auch diese EP zur gepflegten Cd-Sammlung gehören – allein aus Gründen der Vollständigkeit. Immerhin sind die Exklusivtracks für viele ein weitere Grund. Thunder’s Mighty Roar wartet dabei mit einem Fabio Lione in einer seltenen Stimmlage auf: bisher fand diese Art des aggressiven, auf „dämonisch“ getrimmten Gesang nur bei einem einzigen Titel in der Rhapsody-Diskografie statt: When Demons Awake auf Power Of The Dragonflame. Dementsprechend erscheint auch dieser neue Titel stark gewöhnungsbedürftig, und auch wenn der Refrain wieder in Punkto „Reinheit“ und orchestraler Untermalung punkten kann – sehr eingängig gerät der Titel nicht. Dafür kann die englische Version von Guardians Of Destiny schon eher punkten als die auf dem Album enthaltene italienische: so wirkt sie nicht mehr wie eine einmalige Herkunftsland-Hommage, sondern passend zum Gesamtkonzept der Band. Genial: der höchst epische Refrain, der einen markanten Ausbruch aus der sonst recht gemäßigten Stimmung markiert. Ebenfalls sehr gelungen wirken die wohldosierten, traditionellen Flötentöne. Und was gibt es als Abschluss ? In der Tat, etwas für Rhapsody-Verhältnisse doch recht ungewöhnlich klingendes: eine spezielle Ballade, die vor allem von der Instrumentalisierung her erfrischend „anders“ wirkt, und durch die leichten Female-Vocals im Hintergrund und das „Glöckchenklingen“ zudem stark an die Soloprojekte Turilli’s (allerdings nach Prophet Of The Last Eclipse, was eigentlich nichts gutes heisst) erinnert. Es ist eine Ballade – aber eine, die anders ist als alle anderen von Rhapsody. Merklich düsterer, verspielter, abwechslungsreicher – und zudem noch ohne Gesang (die Chöre ausgenommen) ! zu einer Wertungsübersicht der einzelnen Titel:

* Unholy Warcry (Edit version) – 10/10
* Thunder’s Mighty Roar – 6/10
* Guardians Of Destiny (English version) – 8/10
* Sacred Power Of Raging Winds – 9/10
* Non ho Sonno (Remix) – 8/10

Schlussendlich: für Fans sollte auch diese EP Pflichtprogramm sein, das versteht sich von selbst. Allerdings muss man feststellen, dass besonders der neue Titel Thunder’s Mighty Roar nicht sehr „neu“ klingt, und zudem abermals mit dem eher (absichtlich) schrecklichen Gesang Lione’s aufwartet. Guardians Of Destiny auf Englisch ist nett, und komplettiert die Sammlung, No Ho Sonno ist ein eher experimentelles Stück, wegen dem es sich noch am ehesten lohnt diese EP zu erstehen. Die anderen beiden Titel finden sich auf dem Album – bei Unholy Warcry geht das auch völlig in Ordnung, schließlich ist dies die Hymne die Lust auf das Album machen sollte – bei Sacred Power Of Raging Winds zeigte man nicht gerade viel Mut, indem man das EP-Stück später in exakt der selben Form auf das Album steckt. Weiterhin fällt das Artwork auffallend aus der Reihe der bisherigen, leicht kitschigen (aber niemals billig wirkenden – bis zu dieser EP) Fantasy-Gestaltungen; die zu Rhapsody einfach dazugehören.

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