Metal-CD-Review: RHAPSODY – Symphony Of Enchanted Lands (1998)

Land: Italien – Genre: Epic Symphonic Power Metal

01. Epicus Furor
02. Emerald Sword
03. Wisdom Of The Kings
04. Heroes Of The Lost Valley
05. Eternal Glory
06. Beyond The Gates Of Infinity
07. Wings Of Destiny
08. The Dark Tower Of Abyss
09. Riding The Winds Of Eternity
10. Symphony Of Enchanted Lands

Willkommen in der Welt von Symphony Of Enchanted Lands ! Das zweite offizielle Album der Italo-Bombast-Metaller von Rhapsody Of Fire führt die Emerald Sword-Sage fort und kommt abermals mit 10 Titeln daher, die es in sich haben. Tatsächlich wird jede einzelne Sekunde ausgenutzt, um dem Hörer ein geradezu episch-majestätisches Klangerlebnis zu präsentieren, von dem man sich nur noch schwerlich losreißen kann. Unübertrefflich sind nicht nur die erhabenen Kompositionen die ihresgleichen suchen – sondern auch die satte Produktionsqualität, die Lyrics, das Artwork… jeder Aspekt des berühmten „Gesamtpaket“ ist ein Highlight für sich. So wird das Debütalbum der Italiener noch einmal deutlich übertroffen – was hier versprochen wurde, wurde mehr als nur eingehalten. Nein, Genredefinitionen wurden neu geschrieben, die Messlatte für zukünftige Produktionen (vornehmlich denen von anderen italienischen Metalbands) wurde ein erhebliches Stück nach oben gesetzt.

Wer generell ein Freund des Power Metal ist (flottes Tempo, klare und hohe Stimmen, Chöre) und zusätzlich an gewissen Bombast-Elementen interessiert ist, der sollte ohne Bedenken zugreifen, sofern noch nicht geschehen – denn dieses 1998’er Album gehört für jeden Metaller zum Pflichtprogramm. Selbst für die, die sonst eher zu den härteren Genres des Metal greifen – denn besagte Bombast-Elemente finden sich in so hoher Qualität auf kaum einem anderen Werk. Das sind mitreissend-schmetternde Chöre, der Einsatz von klassischen Elementen und Instrumenten, der Eindruck einer Filmmusik.. und so viel mehr, dabei aber immer a’la Rhapsody Of Fire. Das ist einzigartig, und bisher das bahnbrechendste, was es bis dato (1998) in diesem Genre gab. Wirkliche Anspieltipps kann man kaum nennen, denn keiner der Titel weist deutliche Schwächen auf. Dennoch soll es versucht werden:

Der Opener nach dem Intro, Emerald Sword, besingt alte Sagen, alte Helden, wunderschöne Landschaften; und besitzt einen äusserst eingängig-epischen Refrain. Hier handelt es sich um eine Hymne, die „aufräumt“ in der Metalszene. Nicht nur dieser Opener, sondern alle anderen Tracks wie besonders auch Eternal Glory haben eines gemein: ansprechende, originelle Fantasy-Lyrics, eine ausgezeichnete Produktionsarbeit, majestätische Kompositionen, äusserst eingängige Melodien und Arrangements… und: jedes Bandmitglied leistet ausgezeichnete Arbeit. Sei es Leadsänger Fabio Lione mit seinem kräftigen, ausdrucksstarken Organ; Luca Turilli als der Meister hinter den epischen Kompositionen – man bekommt eine Vorstellung von dem, was der Begriff „Heldentum“ bedeuten könnte. Eben nicht nur durch die Lyrics – sondern durch die hier dargebrachten Leistungen. Einzig und allein das Intro, sowie das kürzere Interlude Heroes Of The Lost Valley fallen nicht ganz so spektakulär auf wie die anderen Titel – doch dies war auch so beabsichtigt, schließlich handelt es sich einmal um den Einstieg in das Album – und einmal um einen etwas ruhigeren Stimmungsmacher.

Auf die (qualitative) Spitze treibt es die Band dann gar nicht mal mit epischen Titeln wie dem 13 minütigem Finale – sondern mit Universalstücken a’la The Dark Tower Of The Abyss – vielleicht einer der besten Tracks der Band überhaupt. Wie gekonnt hier klassische Elemente mit stimmigen Power Metal-Einflüssen verbunden werden, grenzt an ein (musikalisches) Wunder und sorgt für eine bisher nie dagewesene Stimmung. Musikalische Experimente, in denen Klassik und Metal gemischt werden ? Wer diesen Titel hier nicht gehört hat, wird das Beste leider verpasst haben. Wow, es macht sich einfach nur ein Staunen breit. Dieser Bombast-Klangteppich, der einem hier entgegenkommt, ist so prächtig und farbenfroh, dass einem das Herz erblüht.

Für die nötige Abwechslung ist ebenfalls gesorgt: mit Wings Of Destiny wurde die perfekte Ballade für dieses Album kreiert. Nicht zu kitschig, nicht zu gewöhnlich – sondern gefühlvoll und mit ein paar „frischen“ Samples und musikalischen Innovationen gespickt. So spannend und gleichzeitig emotional sollten alle Balladen im Metal-Bereich klingen. Und: es klingt erheblich und merklich ehrlich. Kommen wir zu einer Wertungsübersicht der einzelnen Titel, die jedoch relativ eindeutig ausfallen wird:

01. Epicus Furor – 09/10
02. Emerald Sword – 10/10
03. Wisdom Of The Kings – 10/10
04. Heroes Of The Lost Valley – 9/10
05. Eternal Glory – 10/10
06. Beyond The Gates Of Infinity – 10/10
07. Wings Of Destiny – 9/10
08. The Dark Tower Of Abyss – 10/10
09. Riding The Winds Of Eternity – 10/10
10. Symphony Of Enchanted Lands – 10/10

Bonuspunkte sollte es auch für das absolut fantastische Artwork sowie das Booklet geben – die gesamte Aufmachung wirkt einfach sehr stimmig und passend zu Rhapsody Of Fire. Es ist einfach eine unumstößliche Tatsache, dass sich die Italiener noch einmal gesteigert haben und es in Sachen Symphonic Power Metal auf die Spitze treiben. Bis heute gibt es wohl kein bedeutenderes, epischeres, komplexeres Album in diesem Genre. Zeitlos und immer wieder empfehlenswert – in diesem Fall ist eindeutig die Höchstwertung zu vergeben. Es folgt noch eine Hörprobe des vielleicht besten Titels der Band (bis heute)…

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