Metal-CD-Review: KALEDON – Chapter 3 / The Way Of The Light (2004)

Land: Italien – Genre: Melodic Power Metal

1 The Inexorable Light
2 The Glory Starts
3 The Angel
4 The Hidden Ways
5 In The Eyes Of The Queen
6 Mighty Son Of The Great Lord
7 Voltures In The Air
8 Lord of the Sand
9 Black Telepathy
10 Come With Me
11 Break The Chant
12 Sword On The Shoulder
13 The Way Of The Light
14 Great Night In The Land

Wir erinnern uns: Kaledon sind die Schöpfer der Legend Of The Forgotten Reign-Sage, die im Jahre 2002 mit dem ersten Chapter (Review) ihren Anfang nahm. Hier wurde allerdings besonders deutlich, dass sich die Produktionsqualität noch nicht auf einem wirklich akzeptablen Niveau (für Symphonic Power Metal-Verhältnisse) befand, und auch die Songkonzepte noch nicht wirklich ausgereift erschienen. Bereits ein Jahr später folgte dann das zweite Chapter (Review), welches schon wesentlich vollmundiger klang und zumindest ein enormes Entwicklungspotential der Band aufzeigte. Für eine überdurchschnittlich gute Bewertung aber reicht es noch nicht – gerade im Vergleich mit anderen italienischen Power Metal-Größen. Vielleicht ist es ja nun Zeit für Kaledon, in die „erste Liga“ der Italo-Metalszene aufzusteigen, nachdem die Band sich abermals zurückzog und fleissig am Nachfolger Chapter 3 arbeitete ?

Eines ist klar: über eine mangelnde Produktionsqualität kann man sich jetzt nicht mehr beschweren, und auch hinsichtlich ihres Konzeptes scheinen Kaledon jetzt eine deutlich erprobtere Linie zu fahren. Was gut ist – schließlich hat man bei diesem Album erstmals richtig das Gefühl, keine „Neueinsteiger“ der Szene zu hören, sondern erfahrene Musiker. Wer es also bis hierhin „geschafft“ hat (nach Chapter 1 und 2), oder dieses Album hier als Einstieg wählt – wird also definitiv belohnt werden. Sehr schön ist auch, dass die musikalischen Experimente gefühlt deutlich zurückgeschraubt wurden – die leicht billig und klischeehaft wirkenden Interludes fallen ebenso weg wie die künstlich wirkenden Hintergrundgeräusche mit vermeintlichem Hörspielcharakter (Pferdegalopp et cetera), und auch der Leadsänger muss uns nun nicht mehr so prägnant zeigen, was er alles mit seiner Stimme anstellen kann.

So ist bereits der Opener The Inexorable Light ein willkommener Einstieg in das dritte Kapitel der Geschichte. Kein sonderlich spektakulärer, aber immerhin ein sehr versierter. Nette Riffs, mal flott, mal etwas gemäßigter; nette Samples, ein abwechslungsreicher Gesang der niemals zu hoch (wie bei den Vorgängern) erscheint, aber doch von der Extravaganz des Leadsängers zeugt. Dem Titel nach müsste The Glory Starts ja nun die zu erwartende Hymne, der Oberbrecher des Albums sein – und in mancherlei Ohren ist er das auch. Das Tempo ist flott, der Gesang ansprechend, und der Refrain entwickelt (allerdings nicht direkt beim ersten Hören) das beliebte „mitwipp“-Gefühl. Ein paar mystisch wirkende Klangelemente und (endlich auch) ein gelungener Hintergrundchor garnieren das Ganze. Das folgende The Angel ist weder Track noch Interlude, eher eine Mischung aus beidem: sphärische, von einer Gitarre untermalte Klänge schaffen für gute 3 Minuten eine stimmige Atmosphäre. Ja, dann doch lieber diese Art Interlude als die von den vorherigen Alben – denn das hier geht runter wie Öl.

Doch dann soll es auch schon wieder Zeit für den nächsten Kracher werden – The Hidden Ways. In der Tat startet der Titel sehr stark und klingt nach einem wohligen Mystery-Touch – doch wirkt der Sänger hier etwas kraftlos (wohl ein beabsichtigtes Stilmittel). Allerdings nur in den Strophen – im Refrain holt er wieder ein wenig mehr aus, was wieder deutlich mehr Laune macht. Auch In The Eyes Of The Queen ist ein ähnlicher Titel, der bis auf den Refrain (mit kleinem aber feinen Chor) nicht sonderlich zu fesseln oder sich gar merklich abzuheben weiss – schade eigentlich. Dann heisst es plötzlich Daniel, follow me – und Mighty Son Of The Great Lord beginnt. In der Tat ist dies eine der Hymnen des Albums, die durch eine ordentliche Portion Abwechslung und geniale Bombast-Elemente zu begeistern weiss. Und wieder ist es so wie schon beim Vorgängeralbum: es scheint, als müsste man einige Zeit (und einige Titel) darauf warten, dass ein Song irgendwo in der Mitte des Albums alle bisherigen Stärken der anderen Titel in sich vereint. Dies hier ist so einer – mal schnell, mal langsam, mal tief, mal hoch gesungen… mal ein satter Doublebass, mal reine, knackige Instrumentalpassagen… hier zeigen Kaledon ihr ganzes Können.

Was folgt… ein wenig gemäßigtere musikalische Erhabenheit in Voltures In The Air, endlich mal ein etwas gewagteres Spiel mit den Instrumenten in dem leicht an Trash-Metal erinnerndem Lord Of The Sand (zu Beginn), welches sich danach zu einem sehr abwechslungsreichen (aber insgesamt ruhigeren) Titel entwickelt – allerdings mit eventuell störenden in die Länge gezogenen Sanges-Silben… ein wahrlich stimmungsvolles Interlude ohne Gesang mit Namen Black Telepathy (Anspieltipp !), die recht unspektakuläre Ballade Come With Me, ein recht vielversprechendes Break The Chant, welches allerdings einen etwas nervigen Refrain besitzt… ein flottes Sword On The Shoulder, ein kurzes Interlude namens The Way Of Light und das Finale mit Great Night In The Land. Eine Übersicht der einzelnen Titel mit Wertungsvergabe:

1 The Inexorable Light – 6/10
2 The Glory Starts – 8/10
3 The Angel – 8/10
4 The Hidden Ways – 6/10
5 In The Eyes Of The Queen – 6/10
6 Mighty Son Of The Great Lord – 9/10
7 Voltures In The Air – 6/10
8 Lord of the Sand – 6/10
9 Black Telepathy – 8/10
10 Come With Me – 5/10
11 Break The Chant – 5/10
12 Sword On The Shoulder – 6/10
13 The Way Of The Light – 6/10
14 Great Night In The Land – 7/10

Schlussendlich, Kaledon wissen sich mit ihrem dritten Chapter der Sage abermals zu steigern – auch im Rahmen meiner musikalischen Maßstäbe. Wenn das so weitergeht, könnten sie vielleicht doch noch an die zeitlos guten Alben von Rhapsody Of Fire (als Nummer-1-Vertreter des Italo-Bombastmetal) herankommen. Aber warten wir erst einmal die nächsten Alben ab. Die Tendenz sieht jedoch positiv aus. Und wieder gibt es ein etwas… cheesiges Video zu Album. Aber der Song ist einfach klasse…


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