Filmkritik: „Die Etwas Anderen Cops“ (2010)

Originaltitel: The Other Guys
Regie: Adam McKay
Mit: Mark WahlbergWill FerrellEva MendesSamuel L JacksonDwayne Johnson
Laufzeit: 107 Minuten
Land: USA
Genre: Komödie

Inhalt: Danson (Dwayne Johnson) und Highsmith (Samuel L. Jackson) bilden das wohl beinharteste Duo der New Yorker Polizei. Wenn die beiden eine Verbrecherbande verfolgen, dann können auch mal dinge zu Bruch gehen, wobei der Sachschaden meist in keinem Verhältnis zum Ermittlungsziel steht. Eines Tages jedoch geschieht ein merkwürdig-tragisches Unglück… im Kommissariat sitzen derweil Detective Allen Gamble (Will Ferrell) und sein Partner Terry Hoitz (Mark Wahlberg), die nun ihre große Karrie-Chance wittern. Aber können diese beiden als sture Bürohengste verschrieenen Chaoten wirklich in die Fußstapfen der ehemaligen Supercops treten ? Die Kollegen haben nicht viel mehr als Spott und Hohn für sie übrig, gerade jetzt da sie sich zusätzlich ambitionieren. Doch tatsächlich scheint es, als gäbe es da einen Fall, der wie für die beiden gemacht ist – es geht um Veruntreuung von Geldern in Milliardenhöhe. Doch dass der Weg für die beiden steinig werden wird, das ist kein Geheimnis…

Kritik: Die etwas anderen Cops ? Eine etwas andere Komödie ! In der Tat sprüht der Film vor Ideenreichtum, Witz; und einer bemerkenswerten Liebe zum Detail. Eine grundsätzlich interessante, Thriller-taugliche Storybasis (böse Buben verspekulieren Unsummen und landen auf der Abschussliste) wird mit einem Gagfeuerwerk der Extraklasse garniert. Oder sollte man besser sagen, der Ferrell-Klasse ? Denn eines ist klar: wer sich diesen Film anschaut, sollte schon eine gewisse Sympathie gegenüber den beiden Hauptdarstellern aufbringen können. Und das sind nun einmal Mark Wahlberg und Will Ferrell (Samuel L Jackson und Dwayne Johnson haben nur einen relativ kurzen Cameo-Auftritt) – zweiterer aber noch ein klein wenig mehr, zumal er mit dem Regisseur befreundet ist – eine besondere Konstellation, die dem Film auch anzumerken ist. So hat man ihm sicherlich den ein oder anderen Freiraum gelassen, seine ganz eigene, spezielle Art von Humor zu präsentieren. Doch dieser funktioniert – auch wenn man grundsätzlich sagen muss, dass ein Großteil der Gags relativ platt und nicht immer besonders geistreich daherkommt. Das ist aber auch kein Wunder – Die Etwas Anderen Cops richtet sich wohl am ehesten an eine jüngere Zielgruppe.

Mark Wahlberg ergänzt hierbei Ferrell’s Part perfekt. Höchst makaber: eine Szene, in der er in einer besseren Max Payne-Manier über einen Tisch gleitet und dabei mit zwei Waffen hantiert. Diese Szene hätte gut in den Originalfilm gepasst, der einiges an kultigen Action-Szenen vermissen liess – ähnlich selbstironisch zeigten sich natürlich auch Samuel L Jackson und Dwayne Johnson, deren (kurzer) Auftritt für einen tempo- und actionreichen Start in den Film sorgt. Hier fliegen die Fetzen – Szenen wie die, die dann zum filmischen Ableben der beiden geführt haben; muss man einfach so stehen lassen – man wird sich die Hand vor den Kopf schlagen ob der Absurdität. Aber genau auf eine solche Herangehensweise setzt der Film – überall wird ein klein wenig übertrieben und überzeichnet. Ein wirkliches Kult-Potential besitzt der Film jedoch und trotz allem nicht – einstweilen wirkt er einfach deutlich zu hektisch und überdreht, die Crime-Story ein wenig fehl am Platze. Auch das Tempo schwankt erheblich – mal reihen sich Gag-Feuerwerke pausenlos aneinander, mal herrscht ein wenig Leerlauf (besonders in Bezug auf die Szenen mit den vermeintlichen Bösewichtern).

Bei diesem Duo haben die Bösewichter kaum eine Chance...

Weiterhin: die eindringliche Tempo-Explosion hätte vielleicht besser zum Finale, und nicht gleich zu Beginn des Films stattfinden sollen. Hier läuft eindeutig irgendetwas verkehrt herum. Aufgrund der insgesamt etwas überladenen Inszenierung dürften auch nicht allzu viele Szenen im Gedächtnis bleiben – Ausnahmen bilden da sicherlich das Gespräch der beiden neuen Supercops über Löwen und Thunfische, der Unglaube Terry’s über Allen’s Frau (gespielt von Eva Mendes) oder aber die makabere Dialogszene, in der Allen’s Frau über ihre Mutter mit ihrem Mann kommunizieren muss. Hier herrscht eine herrlich absurder Grundton, dem man sich als Zuschauer kaum entziehen kann – Ideen hatten die Macher genug, und auch die Umsetzung weiss zu überzeugen. Technisch bewegt sich das Ganze auf einem hohen, angenehmen Niveau – die Optik ist glasklar, die Farben satt. Auch wenn der Film letztlich etwas hektisch und durcheinander-anmutend ausfällt, sind dafür nicht die Schnitte verantwortlich – eher die einzelnen Szenen selbst. Die Darsteller spielen hier sicherlich nicht die schwersten Rollen ihres Lebens, jedoch macht es Spaß ihrem (überdrehten) Spiel beizuwohnen.

Fazit: Schlussendlich kann man den Etwas Anderen Cops nur vorwerfen, dass die zugrundeliegende Crime-Story nicht sonderlich originell daherkommt und ein wenig Tempo aus der sonst vorherrschenden Gag-Orgie herausnimmt – und, dass der Film insgesamt wenig zusammenhängend erscheint. Natürlich, es gibt einen roten Faden um den die ganzen Gags und Ereignisse gesponnen werden – doch das Gefühl, als bestehe der Film aus unzähligen Versatzstücken, bleibt omnipräsent. Mit 107 Minuten ist er für eine Komödie auch relativ lang – vielleicht wäre hier etwas weniger mehr gewesen. Alles in allem aber eine solide Komödie für einen unterhaltsamen Filmabend. Nichts weltbewegendes, aber glücklicherweise auch kein Trash der schlimmsten Sorte.

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Ein Gedanke zu “Filmkritik: „Die Etwas Anderen Cops“ (2010)

  1. hab’s eigentlich genauso empfunden, dass der film nicht ganz so zusammenhängend wirkt… na ja, immerhin ein netter unterhaltungsstreifen, den man aber kein zweites mal sehen muss

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