Metal-CD-Review: PATHFINDER – Beyond The Space Beyond The Time (2010)

Land: Polen – Genre: Epic Symphonic Power Metal

01. Deep Into That Darkness Peering…
02. The Whisper Of Ancient Rocks
03. Vita Reducta Through The Portal
04. Pathway To The Moon
05. All The Mornings Of The World
06. The Demon Awakens
07. Undiscovered Dreams
08. The Lord Of Wolves
09. Sons Of Immortal Fire
10. Stardust
11. Dance Of Flames
12. The Island Of Immortal Fire
13. Beyond The Space, Beyond The Time
14. What If…

Ja, was ist denn da los… ? Pathfinder erscheinen im Jahre 2010 einfach mal so auf der Metal-Bildfläche – und rockten so ziemlich jedes Haus. Die Band kommt aus Polen, und ist derzeit musikalische Heimat für 6 Bandmitglieder. Szymon Kostro ist für die Vocals zuständig, Karol Mania und Gunsen für die Gitarren, Arkadius Ruth für Bass und Orchestrierung, Kamil Ruth für Drums und Slawomir Belak für die Keyboards. Ein stattliches Lineup, eine stattliche Bandgeschichte – die eigentlich bereits im Jahre 2008 und mit der ersten kleinen EP begann. Nur kennt die kaum jemand – immerhin waren 4 Titel enthalten, die zum Teil auch den Weg auf das erste offizielle Album gefunden haben, um das es in diesem Review auch geht.

Stichwort Verblüffung: in der Tat hat mich bisher kaum ein anderes Album so überrascht wie Beyond The Space Beyond The Time von Pathfinder. Zum einen ist es der Fakt dass ich vorher noch nie etwas von dieser Band gehört habe, zum anderen dass es sich um das Erstlingswerk handelt – und zum dritten, dass die Jungs einen ganz besonderen Metal spielen. Einen, den ich persönlich sehr, sehr schätze – der Sound von Pathfinder klingt gnadenlos episch, orchestralisch und temporeich. Also endlich mal wieder ein Vertreter, der das Genre des Symphonic Power Metal sinngemäß vertritt – oder vielleicht sogar neu definiert… ?

Denn die Scheibe klingt tatsächlich unglaublich frisch. Von wegen schon tausendmal gehört, ausgelutscht oder langweilig (wird Power Metal-Bands ja gerne mal vorgeworfen) – davon ist nichts auf dem neuen Album zu finden. Im Gegenteil. Bereits das Intro macht deutlich: mit diesem Album wird man sich auf eine (musikalische) Reise begeben. Eine vielleicht nicht ganz so ausgedehnte, aber dafür eine besonders intensive. So lauscht man hier ersten epischen Auftakt-Klängen, bei denen man automatisch an bestimmte Fantasy-Filmkolosse denken muss. Es beginnt ruhig, aber dennoch lauert irgendwo dahinten die Bedrohung… man bereite sich also entsprechend vor. Aufrecht stehen, Kopf heben, Brust raus, das Schwert gezückt…

Und dann rummst es zum ersten Mal, und zwar so richtig. Die überaus flotten Drums in The Whisper Of Ancient Rocks sind nichts für schwache Nerven – aber das ist ja auch gut so. Es scheint, als würden sich die Melodien manchmal überschlagen – soviel Energie steckt in der Musik von Pathfinder. Aber dennoch zieht man es vor, nicht stur draufloszuhämmern und dieses Tempo beizubehalten – wie es sich für eine ordentliche Symphonic Metal-Scheibe gehört, finden sich immer wieder kurze Ruhepausen, in denen sich das Schlagzeug und die Gitarren etwas zurückhalten – stattdessen setzen dann die epischen Elemente ein. Nachdem dieser Track schon deutlich an der Geschwindigkeitsgrenze des erträglichen schrammte, folgt – zur Beruhigung – erstmal ein kurzes Interlude, welches von zarten Klavierklängen eingeleitet wird. So ruhig bleibt es allerdings nicht – denn es folgt ein bedrohliches Flüstern und kriegerisch klingende Laute, was im folgenden Pathway To The Moon mündet.

Klassische Einflüsse sind nicht zu überhören – und wieder ist es diese enorme epische Erhabenheit, die dominiert. Im Gegensatz zum vorherigen Titel aber ist das Tempo schon etwas „alltagstauglicher“ und die epischen Orchesterpassagen noch deutlicher hervorgehoben. Und dieser Refrain… ein wunderbarer Chor, und überhaupt ein wunderbarer Szymon Kostro als Vocalist. Zudem werden immer wieder weibliche Gastsänger herangezogen, die hie und da ein paar Passagen dazusteuern – aber niemals zu viele. Eine sehr schöne Dosierung, wie ich finde. Für die letzte Gänsehaut sorgt das Finale des Titels mit allerlei genialen Screams und einer Violine. Boom !

Gut, dass mit All The Mornings Of The World wieder ein etwas gemäßigterer Titel folgt. Und, schon hat man wieder eine Besonderheit ausgemacht. Auf anderen Power Metal-Alben ist es oft so, dass sich schnellere Brecher mit langsameren Titeln (oder sogar Balladen) abwechseln. Meistens bedeutet das dann allerdings nicht eine Ruhepause einzulegen – sondern unfreiwillig einzuschlafen. Nicht so bei Pathfinder – auch die verhältnismäßig „ruhigen“ Titel wissen durch eine gewisse Erhabenheit und die orchestrale Instrumentalisierung zu fesseln und zu überzeugen. So wie dieser Titel hier ! The Demon Awakens ist dann wieder einer der… Über-Oberkracher ? Mag sein ! Denn hier zeigt der Leadsänger mal wieder so richtig, was er alles mit seiner Stimme anstellen kann (eben auch Growls) – und die Melodie ist wunderbar eingängig. Und auch hier handelt es sich  vergleichsweise – um einen der etwas ruhigeren Titel. Aber dieser hier ist einfach perfekt, und damit noch einen Tucken besser als der vorherige – die weiblichen Gesänge, die Abwechslung machen’s einfach in diesem Fall. Ganz, ganz großes Kino !

Mit Undiscovered Dreams folgt die erste explizite Ballade, mitgesungen von einem weiblichen Part. Zugegeben, dieser Titel ist nicht ganz mein Fall – es geht recht schmalzig zu, auch wenn man sicherlich nichts gegen das „handwerkliche“ sagen kann. Sicher, es wird einige Leute geben die diesen Titel zu schätzen wissen – für mich persönlich ist er aber ein kleiner Tiefpunkt des Albums (zumal ich für dergleichen ohnehin lieber die neue Scheibe Delta von Visions Of Atlantis einlege). Da ist Lord Of Wolves schon eher mein Ding: auch wenn dieser Titel scheinbar ein klein wenig… übertreibt in Sachen Innovationsfreude… ? Hier kommt wahrlich alles zusammen… man mache sich am besten selbst ein Bild mit der inzwischen erschienenen Videoauskopplung !

Uff, das ist brachial… aber auch sehr, sehr episch und geil gemacht. Endlich mal wieder ein vernünftiges Power Metal-Video, bei dem ein gewisser Aufwand zu sehen ist. Ein Tipp: dieser Song zündet erst so richtig beim dritten oder vierten Durchhören (das war zumindest bei mir so), also ein klein wenig Geduld ! Dann aber „hat er einen“ – die Abwechslung ist angenehm, die Screams wie immer unendlich-hoch (Gänsehaut), die Bombast-Elemente kommen gut zum Tragen. Der eigentliche Hammer sind aber auch die Gitarrenparts, hier wird rauf- und runtergeschreddert was das Zeug hält… und wenn die beiden Gitarristen sich kurz zurückhalten, ist es der junge Mann am Keyboard… Bombast pur. Songs Of The Immortal Fire – anmutig-episch, nicht ganz so viel Tempo wie die Songs davor; aber gerade noch eingängig genug (vor allem auch durch den Refrain).

Wie wäre es dann mit Stardust ? Ein sehr abwechslungsreiches Stück, mal wunderbar gelassen, mal extrem schnell. Hier könnte man einen kleinen Vergleich zu Bands wie Rhapsody Of Fire anberaumen… die Songstruktur erinnert schon ein wenig an deren Kompositionen. Aber uff, was ist denn das wieder für ein Refrain… der Hammer ! Es folgt das zweite Interlude des Albums – welches sehr fröhlich und stimmig klingt. Ein wenig Country-, ein wenig Folk – fast schon wieder schade, dass es nur eine gute Minute dauert. To The Island Of Immortal Fire ist ein weiterer epischer Brecher, der jedoch lediglich den Auftakt für das 10-minütige Epos Beyond The Space Beysond The Time darstellt (Highlight !). Abgerundet wird das ganze von einem „offenen“ Ende, einem stimmigen Outro… puhh, da muss man erst einmal wieder von runterkommen. Oder besser noch, das Ganze erneut abspielen. Besehen wir meine Wertungsliste der einzelnen Titel:

01. Deep Into That Darkness Peering… – 10/10
02. The Whisper Of Ancient Rocks – 8/10
03. Vita Reducta Through The Portal – 8/10
04. Pathway To The Moon – 10/10
05. All The Mornings Of The World – 9/10
06. The Demon Awakens – 10/10
07. Undiscovered Dreams – 6/10
08. The Lord Of Wolves – 10/10
09. Sons Of Immortal Fire – 7/10
10. Stardust – 8/10
11. Dance Of Flames – 10/10
12. The Island Of Immortal Fire – 7/10
13.Beyond The Space, Beyond The Time – 8/10
14. What If… – 10/10

Schlussendlich: diesen epischen Brecher muss man als (Symphonic-) Power Metal-Fan einfach in seiner Sammlung haben, das ist Pflicht. Nicht nur die Songs wissen durch und durch zu überzeugen (für mich mit 1-2 Ausnahmen), sondern auch das Drumherum, also das Intro, Outro und die beiden Interludes.

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