Metal-CD-Review: FJOERGYN – Sade Et Masoch (2007)

Land: Deutschland – Genre: Brutal Gothic Rock

01. Prolog
02. Das Leid des Einhorn
03. Die Hierarchie der Engel
04. Ach sprich doch…
05. Masoch
06. Katharsis
07. Ich sah den Himmel weinen
08. Narziss(t)
09. Sade

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Von Engeln und anderen Gefallenen.

Die Musiker hinter dem durchaus interessanten Bandnamen FJOERGYN kommen aus Thüringen, und veröffentlichten bis heute (2011) drei Alben. Ihr 2007’er Werk SADE ET MASOCH markiert hierbei so gesehen die goldene Mitte ihres bisherigen Albentrios, und bewegt sich irgendwo zwischen einer Black-, Folk- und Pagan Metal-Spielart. Das markante: die Songs wirken zumeist schwermütig-episch, und Leadsänger Stefan L. präsentiert zwei sehr unterschiedliche Gesangsvarianten – einmal in typisch düsterer Black Metal-Manier, und manchmal auch in balladesk-anmutenden, „schönen“ Stimmlagen.

Dieses Album hier könnte man durchaus als kleines Meisterwerk bezeichnen – wenn man so will und generell keine Berührungsängste in Bezug auf das Genre hat. Schließlich ist es von einer musikalischen Ambivalenz charakterisiert: auf der einen Seite klingt es wunderschön, auf der anderen ein wenig verstörend. Die Band schafft den Spagat zwischen diesen beiden musikalischen Grundstimmungen mit Bravour – indem sie schwankende menschliche Emotionen perfekt in eine musikalische Form umzuwandeln vermögen. Diese Wirkung wird unterstützt durch großartige Texte und eine aussergewöhnliche gute Kompositionsqualität.

Die Stimme von Leadsänger Stefan L. klingt einfach nur fantastisch – seine Stärken liegen klar in der Fähigkeit, die verschiedenen Stimmlagen perfekt zu meistern. Wir haben einige Textstellen in denen nicht mehr als ein sanftes Flüstern zu vernehmen ist, eher brachial-wuchtige Passagen, sowie schlicht wunderschöne Gesangparts. Diese Bandbreite und das Zusammenspiel dieser verschieden Stimmungen wird von perfekt passender, teils orchestraler Musik untermalt; und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Es werden Emotionen aufgebaut, hinsichtlich positiver oder negativer Richtungen – nur damit sie gleich wieder relativiert werden. Ein wahres hin- und her der Gefühle; ein Alp- und Wunschtraum in einem.

Mein favorisiertes Stück von diesem Album dürfte Sade sein – ein eher ruhiger, sehr philosophischer Titel mit einer großartigen Performance von Stefan L. – vielleicht das treffendste Beispiel für seine stimmlichen Fähigkeiten in verschiedenen Gesangslagen. Ganz besondere Erwähnung verdient auch die Arbeit des Drummers, sein Schaffen klingt einfach frisch und unverbraucht. In dieses Album wurde offensichtlich eine Menge Arbeit gesteckt – es hat sich gelohnt. Ausgefeilte Texte, eine sehr gut funktionierende Gesamtkomposition.


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„Ein starker Genre-Beitrag.“

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