Metal-CD-Review: THY MAJESTIE – Hastings 1066 (2002)

Land: Italien – Genre: Epic Symphonic Power Metal

1. Rerum Memoira
2. The King and the Warrior
3. III
4. Echoes of War
5. The Sight of Telham Hill
6. Incipit Bellum
7. VII
8. The Scream of Taillefer
9. IV
10. Anger of Fate
11. XI
12. The Pride of Housecarl
13. Through the Bridge of Spears
14. Demons on the Crown

Ohlala… was haben wir denn hier ? Zuallererst: wie glücklich ich doch bin, die Band Thy Majestie erst kürzlich entdeckt zu haben. Und dabei besteht die Band doch nunmehr schon seit einigen Jahren. Sie kommen aus Italien, eine Tatsache; die manche bereits etwas abschrecken könnte – Stichwort automatischer Vergleich mit Rhapsody, oder leichte Akzent- und Melodieaspekte, die nuneinmal typisch für einen Power Metal der italienischen Spielart sind.

Sei es drum – ich widme, da ich Hastings 1066 für das Beste der bisherigen vier Alben der Band halte, nun ein entsprechendes Review. Sicher, die drei anderen sind auch nicht gerade verachtenswert, wenn man sich schon mit diesem Stil anfreunden kann – doch dieses hier sticht einfach noch einen Tucken mehr hervor – wohl auch durch das ansprechende Artwork und das historisch bedeutende Setting. Und mit Rerum Memoria beginnt diese wahrhaft fantastische (Zeit-)Reise in ein England längst vergangener Jahrhunderte. Wie… majestätisch ! Und wie gut, dass es mit Thy Majestie endlich mal wieder eine Band gibt, die ihrem Bandnamen auch in dieser Hinsicht „treu“ bleibt. Das Ganze klingt wie ein epochaler Soundtrack, wie eine musikalische Untermalung für ein Fantasy-Rollenspiel oder eine andere geschichtsträchtige Kulisse. Markant: die bombastischen Chorelemente.

Und dann brettern die Jungs auch schon los: mit The King And The Warrior beginnt das (Freuden-)fest der unterhaltsamen Geschichtsstunde. Hier kommt alles zusammen, was gut ist: ein netter High-Pitched-Scream zum Auftakt, eine treibende Instrumentalisierung, ein sehr angenehmer Sänger, ein epischer Refrain – sowie allerlei Elemente aus Folk- und Powermetal. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass das Laune macht.

Das folgende III ist mit seiner 47-sekündigen Laufzeit ein weiterer Stimmungsmacher, der sehr traditionell und Folk-orientiert klingt. Echoes Of War kommt wieder recht brachial daher, es werden viele Chorelemente eingesetzt. Für Abwechslung ist also definitiv gesorgt ! Und nun aber darf ich zum ersten Mal so richtig „wow“ sagen: The Sight Of Telham Hill ist wahrlich die unanfechtbare Hymne des Albums. Wie… genial ! Es beginnt noch recht folkig-gemäßigt, man fragt sich, welche Mysterien die „Helden“ aus der Geschichte wohl gerade erleben. Und dann setzt der Doublebass ein, und der Leadsänger schmettert alles was er hat obendrauf. Höhen und Tiefen in der Melodie, geschickt eingesetzte Chor-Elemente, spannende Instrumentalpassagen und ein Refrain wie er epischer einfach nicht hätte sein können machen diesen Titel zu einem zeitlosen Power Metal-Anthem. Das hat ordentlich Bumms… !

Mit Incipit Bellum erhält man die Gelegenheit, erst einmal wieder ein wenig runterzukommen. Obwohl, nicht wirklich – denn hier werden einige epische Chorgesänge zelebriert, unter einer abwechslungsreichen Instrumentalisierung. Und gegen Ende hin wird es sogar noch zunehmend klassisch: sehr schön ist der kurze Part, in dem Frau und Mann abwechselnd singen. Danach geht es wieder mit dem Chor weiter… höchst mysteriös wird es dann mit VIII, einem weiteren kurzen Zwischenspiel, welches sehr atmosphärisch-düster klingt – und sich letztendlich zu einem epischen Filmmusik-like Anthem auf noch kommendes aufbaut. Das kommende ist in diesem Fall The Scream Of Taillefer, ein 7-einhalb minütiges Stück, welches sich sehr schön strukturiert aufbaut und nach und nach zu einer von Chorgesängen untermalten Hymne aufbaut. Hier kommen doch erste Anhaltspunkte auf episch angelegte Songstrukturierungen a’la Rhapsody auf: nur, dass das Setting hier nicht in einer Fantasywelt, sondern in der Geschichte spielt. Ob die Jungs nun Rhapsody als Vorbild nahmen oder nicht – das Ganze klingt sehr versiert und durchdacht – und wird zu keinem Zeitpunkt langweilig.

Es folgt wieder ein Intermezzo, IV. Eine Minute lang wird erneut Stimmung (düstere !) aufgebaut, um dem apokalyptischen Anger Of Fate eine solide Grundlage zu bieten. Chorgesänge to the fullest – und erneut eine Darbietung des offensichtlichen Könnens von Thy Majestie, die man direkt für eine Filmmusik-Produktion engagieren könnte. Nun sind wieder 49 Sekunden Zeit für ein Zwischenspiel, XI. Gefühlvolle Streicher untermalen einen bedrohlich wirkenden musikalischen Hintergrund aus Flüsterstimmen und Pianoklängen… Gänsehaut !

Was folgt ist The Pride Of A Housecarl – was für ein episches Brett ! Das allerdings erst so richtig nach mehrmaligem Durchhören zündet, im Gegensatz zu den anderen Titeln. Through The Bridges Of Spears, auch ordentlich; vielleicht nicht mehr ganz so eigenständig – und Demons Of The Crown runden das Ganze ab. Letzter Titel zieht noch einmal alle Register. Was soll man sagen ? Besehen wir doch einfach meine Einzelwertungsliste für die Songs:

1. Rerum Memoira – 9/10
2. The King and the Warrior – 8/10
3. III – 7/10
4. Echoes of War – 8/10
5. The Sight of Telham Hill – 10/10
6. Incipit Bellum – 9/10
7. VII – 9/10
8. The Scream of Taillefer – 8/10
9. IX – 7/10
10. Anger of Fate – 7/10
11. XI – 10/10
12. The Pride of Housecarl – 7/10
13. Through the Bridge of Spears – 7/10
14. Demons on the Crown – 7/10

Für alle Fans von Rhapsody & Co sei diese Scheibe definitiv ans Herz gelegt! Wer sich zusätzlich noch an gewissen „Hörspieleinflüssen“ erfreuen kann (viele Interludes), der wird mit Hastings 1066 ein wahres Fest feiern. Denn stimmungsvoll wird es in jedem Fall – und man kann sogar noch etwas dabei lernen. Geschichtsstunde einmal anders !

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