Filmkritik: „Dead Space – Downfall“ (2008)

Filmtitel: Dead Space – Downfall
Regie:
Chuck Patton
Mit: /
Laufzeit:
74 Minuten
Land:
USA
Genre:
Animationsfilm

Inhalt: An Bord des Raumschiffes USG Ishimura ist die Hölle los – und das, nachdem alles so glatt begonnen hat. Das Raumschiff kam zu einem fremden Planeten, auf dem ein seltsames Objekt entdeckt wurde – der sogenannte Marker. Dieser Monolith sollte abgeholt und zur Erde transportiert werden, damit er genauer untersucht werden könnte. Doch dazu kommt es nicht – denn bereits auf der Planetenoberfläche und im Expeditionscamp kommt es vermehrt zu gewalttätigen Ausschreitungen der Crew – untereinander. Die Vermutung liegt nahe, dass der Marker damit zu tun hat – und als dann auch noch die ersten Menschen mutieren, besteht kein Zweifel mehr. Die so entstehenden, sogenannten Necromorph sind furchteinflößende Wesen, die enorm spitze Gliedmaßen aufweisen und Menschen entweder aufspießen, oder in deren Gehirn eindringen. Während diese „Seuche“ langsam auch zur Ishimura vorzudringen scheint, wird auf dem Schiff ein schlagkräftiger Soldatentrupp zusammengestellt, um die Lage aufzuklären. Doch selbst unter diesen Veteranen häufen sich alsbald die menschlichen Verluste – und je näher die Protagonisten der Wahrheit kommen, desto weniger haben noch die Chance, derer Zeuge zu werden…

Kritik: Dieser Animationsfilm wurde kurz nach der Veröffentlichung des erfolgreichen PC-Spiels Dead Space auf den Markt gebracht – es besteht kein Zweifel, dass dieser „tote Raum“ ein großes Storypotential aufweist. Umso verständlicher ist es, dass das Franchise entsprechend ausgeweitet wird – und weitere Produkte auf den Markt kommen, die die Story weitererzählen. Im Falle dieses Films setzt die Story kurz vor den Ereignissen aus dem ersten Spiel an – einige werden sich erinnern, man begab sich hier mit einem Erkundungsteam auf die Ishimura – der Marker hatte schon entsprechend gewütet. Umso interessanter ist es nun zu sehen, wie es überhaupt zu einer solchen Situation kommen konnte. Das einzige Problem: es wird nicht ganz so weit ausgeholt wie vielleicht erwartet, auch in Dead Space – Downfall wird quasi mittendrin gestartet. Vieles ist demnach als filmische Prämisse hinzunehmen: riesige Raumschiffe die durchs All gleiten, Systeme die Schwerkraft ausser Kraft setzen, Kolonien auf anderen Planeten, ein außerirdischer Marker als Corpus Delicti. Viele Frage darf man hier nicht stellen – eine Eingewöhnungszeit für das Einsteigen in dieses Setting ist nicht vorhanden. Wenn es dann aber losgeht, und das geschieht entsprechend schnell – dann entfaltet das Dead Space-Universum sein wahres Grusel-Potantial.

So ist die Welt die hier gezeichnet wird, dunkel – nicht nur das All selbst, auch die Raumstationen und Kolonien erstrahlen nicht gerade in einem gleißenden Licht. Dieses gepaart mit der aufkommenden Klaustrophobie – durch die beschränkten Räumlichkeiten, an die nun einmal das All grenzt – bereitet einem Unbehagen. Manchen ist dies vielleicht bereits zu viel – und auch das ist verständlich, da gerade das Spiel wahrlich nichts für zart besaitete Spieler ist. Für Menschen, die dieses Setting noch halbwegs vertragen, „aushalten“ können aber bietet auch dieser Animationsfilm hier einen recht hohen Unterhaltungswert. Zwar besteht die Story im Grunde nur aus dem Prinzip Erkunden-Feststellen-Überleben (oder Sterben) – doch die Inszenierung fällt temporeich und atmosphärisch stimmig aus. Hätte man diesen Film noch „besser“ machen können ? Vielleicht. Man hätte etwa die Spieldauer von gerade einmal 71 Minuten ausdehnen können – dann wäre mehr Platz für die Erläuterung von Hintergründen geblieben. Aber, und das muss man beachten: dann hätte man dem Film auch einiges an Tempo und Intensität genommen.

Kommt man zu den technischen Aspekten, fallen in erster Linie zwei Dinge auf: der Zeichenstil und die recht unverblümte Gewaltdarstellung. Wobei, diese beiden Aspekte laufen ohnehin ineinander – doch werden sie nicht jedermanns Geschmack treffen. Gerade die Zeichnungen der Charaktere wirken nicht immer sehr detailliert – und eben klar amerikanisch. Es besteht also kein Vergleich zu der Qualität von japanischen Animes, wenngleich man sagen muss dass diese Art von amerikanischem „Cartoon“ und Fernost-Anime kaum miteinander zu vergleichen ist. Meinen Geschmack trifft es eigentlich nicht – aber dennoch störte ich mich nicht sonderlich an der Darstellung (wenn nicht gerade die Gesichter sowie die Mundbewegungen in Großaufnahme gezeigt werden). Ohnehin gilt in Dead Space: alles, was dunkel ist, ist gut – denn in den Schatten gibt es das ein oder andere (eklige) Detail zu entdecken.

Fazit: Was soll man also sagen ? Dead Space – Downfall ist gehobene Durchschnittskost. Alle, die einmal wieder etwas „anderes“ sehen möchten, sind aufgrund der Optik sicherlich gut beraten – und wenn zusätzlich auf dunkle, gruselige Settings steht, ist man auf der sicheren Seite. Auch Splatterfans bekommen ein wenig Futter serviert, nur der Sci-Fi-Aspekt sticht nicht ganz so hervor wie man es sich vielleicht gewünscht hätte. Klar, eine Art Plasmacutter, das Raumschiff selbst sowie der Marker sind vorhanden – doch manchmal wirkt es eben, als könnte sich das Ganz auch in irgendeiner irdischen Fabrikhalle abspielen. Zombie-Metzelaction und abgetrennte Körperteile inklusive…

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