Metal-CD-Review: DARK MOOR – Ancestral Romance (2010)

Land: Spanien – Genre: Symphonic Power Metal

01. Gadir
02. Love From The Stone
03. Alaric De Marnac
04. Mio Cid
05. Just Rock
06. Tilt At Windmills
07. Canción Del Pirata
08. Ritual Fire Dance
09. Ah! Wretched Me
10. A Music In My Soul

Die spanische Power Metal-Combo Dark Moor ist mal wieder so eine der Bands, die bisher stark polarisierte. Mit ihrem mittlerweile 9ten (!) Studioalbum soll es nun also wieder neues Bombast-Futter für die Fanohren geben – doch auch an Neueinsteiger richtet sich die Scheibe. Man muss also nicht unbedingt die komplette Diskographie besitzen, um mitreden zu können – denn die Ancestral Romance markiert offenbar ohnehin ein (qualitativ) neues Kapitel in der Bandgeschichte von Dark Moor.

Das gute ist: der Sound von Dark Moor klingt nun wesentlich reifer, aber immer noch sehr frisch. Das Tempo fällt im Vergleich zu den Vorgängern nun wesentlich gemäßigter aus, dafür wurden die Chorgesänge und die melodischen Arrangements aber mit wesentlich mehr Druck versehen. Das Ganze klingt kräftig, und vor allem technisch überaus versiert. Eine großartige Arbeit des Produzenten Luigi Stefanini ! Und auch der Leadsänger Alfred Romero schöpft abermals aus dem Vollen: passend zur Single-Videoauskopplung (siehe unten) klingt seine Stimme sowohl in hohen als auch tieferen Stimmlagen geradezu majestätisch. Doch beginnen wir am Anfang des Albums, das mit dem Opener Gadir startet. Hierbei handelt es sich um typisches Dark Moor-Liedgut: orchestral anmutende Instrumentalpassagen, wohldosierte Female-Vocals als Backup, chorale Gesänge im Refrain… und ein doch recht flottes Tempo. Der Titel klingt mystisch, und stimmt perfekt auf das insgesamt etwas düster angehauchte Album ein.

Love From The Stone, die Videoauskopplung, kommt schon mit einem gemäßigterem Tempo daher – besitzt aber dennoch eine recht ansprechende Kraft – auch eine poetische. Dass hier Berenice Musa als Gastsängerin einen größeren Part beisteuert, ist Geschmackssache – an der stimmlichen Leistung gibt es jedenfalls nichts auszusetzen. Nach einem leichten Chill-Out-Song darf ein etwas flotterer natürlich nicht fehlen, und der kommt mit dem geheimnisvollen Alaric De Marnac. Dieser Song besticht durch die dargebotene musikalische Abwechslung – eine fette PowerMetal Instrumentalpassage wechselt sich mit den langsameren Gesangspassagen und dem düsteren Refrain ab. Mio Cid ist wohl am ehesten im Midtempo-Bereich anzusiedeln und vereint abermals viele der Elemente, die Fans von Dark Moor zu schätzen wissen. Abwechslung wird geboten – wenngleich man dem Song dennoch eine gewisse Langatmigkeit vorwerfen könnte.

Und was hat es mit dem heiteren Just Rock auf sich ? Man weiss es nicht, jedenfalls sorgt der Song für (stimmungstechnische !) Abwechslung, indem er richtig gute Laune macht. Irgendwie klingt das Teil ungewöhnlich für Dark Moor Verhältnisse – aber als kleines Experiment, warum nicht ? Tilt At The Windmills ist eine sanfte Ballade, die sicherlich alle Fans der ruhigeren Spielart von Dark Moor begeistern wird. Technisch perfekt, langweilt der Titel mich persönlich aber – für eine „richtige“ Ballade sind mir hier noch zuviel Schlagzeug und Gitarre (und zuwenig Streicher etc.) vorhanden, und als Song an sich… naja. Cancion De La Pirata zeigt auf, dass die Jungs auch in ihrer Heimatsprache ansprechend (allerdings auch etwas gewöhnungsbedürftig !) klingen. Vielleicht könnte man dies als eine Art Hymne oder Titelmusik für einen neuen Fluch Der Karibik-Teil nutzen… Ritual Fire Dance ist ein reines Instrumentalstück, welches abermals reine Geschmackssache ist – in zweierlei Hinsicht. Erst einmal muss man Instrumentalstücke mögen (viele tun dies nicht unbedingt), und auch der Sound klingt insgesamt etwas merkwürdig. Es wird ein wenig zu sehr mit Echos und Halleffekten gewerkelt, scheint mir… nicht mein Fall.

Dafür aber das grandiose Ah ! Wretched Me – das Ausrufezeichen im Titel scheint nicht umsonst gesetzt. Das ist exakt der Dark Moor-Sound den ich persönlich schätze – ein schön flottes Tempo, gute Lyrics, viel viel Melodie, satter Sound und ein genialer Refrain. Für mich der beste Song des Albums ! A Music In My Soul ist wiederum ein vergleichsweise sehr ruhiger Titel (am Anfang mit Musical-Charakter und dem Fokus auf der Stimme von Romero), der später aber doch noch an Kraft dazu gewinnt. Tatsächlich wird noch eine kleine Hymne daraus, die das Album perfekt abschließt.

Insgesamt liefern Dark Moor ein sehr solides Album mit einem gr0ßen Maß an musikalischer Abwechslung ab. Für mich persönlich hätten es noch ein wenig mehr Melodie, und auch ein paar flottere Songs sein können. 10 Titel sind auch nicht gerade viel – und da bei einigen Tracks doch noch Langatmigkeit drinsteckt…

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