Metal-CD-Review: LUCA TURILLI – Prophet Of The Last Eclipse (2002)

Wilkommen zu meiner Review-Reihe bezüglich Luca Turilli, dem Gitarristen von Rhapsody und seit geraumer Zeit auch Solokünstler. Ich möchte an dieser Stelle die wichtigsten vier seiner Werke vorstellen und rezensieren:

  • King of the Nordic Twilight (1999)
  • Prophet of the Last Eclipse (2002)
  • The Infinite Wonders of Creation (2006)
  • DREAMQUEST – Lost Horizons (2006)

Land: Italien – Genre: Epic Symphonic Power Metal

1. Aenigma
2. War of The Universe
3. Rider of The Astral Fire
4. Zaephyr Skies´ Theme
5. The Age of Mystic Ice
6. Prince of The Starlight
7. Timeless Oceans
8. Demonheart
9. New Century’s Tarantella
10. Prophet of The Last Eclipse

From this godforsaken place, where the enemy has no face – I call the mystic starlight ! In der Tat könnte dieses Album als ein (musikalischer) Ruf nach höheren Mächten bezeichnet werden – zumindest klingt es so. Das heisst de facto: es wird episch, wie es der Albumtitel und das Cover schon vermuten lassen. Aber auch so episch, dass es meine Bewertungsliste sprengt ?

Mit diesem Soloprojekt aus dem Jahre 2002  tritt Luca nun bereits zum zweiten Male in Solo-Manier auf (nach King Of The Nordic Twilight, 1999). Das gute an der Sache: man weiss bereits im voraus, worauf man sich einlässt – zumindest ungefähr. Es handelt sich bei Prophet Of The Last Eclipse um das zweite Album der von ihm ins Leben gerufenen Cosmic-Vision-Trilogie. Und dieses Mal ist eben die Zukunft dran. Die Coverartworks (wunderschön im übrigen !) sind dementsprechend angepasst, und natürlich auch die Musik. Es wird futuristischer und „moderner“ als generell bei Rhapsody, und durch das Platzieren der Handlung in ein fernes Universum sogar ein bisschen zeitlos. Dieses Album kennt so gut wie keine Genre-Beschränkungen, selbst sonst nur eingefleischte Klassikfans können an diesem Werk einige nette und vertraute Facetten entdecken. Und Freunde des guten alten Power-Metal werden ebenso belohnt wie Anhänger des (elektronisch untermalten) Prog-Metals. Stichwort elektronisch: ja, irgendwie klingt die Musik von Herrn Turilli geladen… ! Für mich jedoch eindeutig positiv geladen.

Spüre die Macht von wahrhaft guter Musik !

Das Album klingt ausserdem episch – besser könnte man diesen orchestralen Klang, untermalt von schmetternden Doublebass-Attacken wohl kaum bezeichnen. Es könnte sein, dass es für einige Ohren ein wenig „zuviel des Guten“ ist – ich spreche jedoch nicht von der Schnelligkeit der Songs oder einem übertriebenen Schlagzeug-Gebrauch, sondern von den Bombast-Elementen wie Choreinlagen und dem für Filmmusik so typischen „Rumms“ als muntermachendes Element. Mich stört dies jedoch überhaupt nicht, im Gegenteil. Schließlich bin ich nicht zwingend ein Anhänger von schnörkellosem Heavy-Metal ohne Schnickschnack und Experimente – sondern schätze auch eher ungewöhnliche, unkonventionelle Projekte. Dieses Album könnte wohl als solches bezeichnet werden, als bisher nie dagewesene  „Power-Metal-Filmmusik“ quasi. Aber keine, die einfach so vor sich dahindudelt – sondern eine, die richtig nach vorne geht. Man spürt einfach, wieviel Liebe zum Detail in jedem einzelnen Song steckt, und wie wunderbar Luca Turilli dies im Endeffekt alles zu einem wohlklingenden Ganzen vermischt hat.

Das Album beginnt mit einem mystisch-klingendem Intro, bereits hier wird der konsequente Einsatz von stimmungsvollen Chor-Elementen deutlich. Der eigentliche Opener War Of The Universe ist eine Hymne, wie sie mitreissender nicht hätte sein können. Und erneut: der Bezug zum Begriff Cosmic Vision wird spürbar, natürlich auch in textlicher Hinsicht. Diese handeln – eben – vom Universum, vom Kosmos, von epischen Kämpfen und Helden. Als „stumpf“ würde ich sie jedoch keinesfalls bezeichnen – dieser Textinhalt gehört zum Album wie der Warp-Antrieb zu StarTrek, um mal (passenderweise) einen Sci-Fi-orientierten Vergleich herzustellen. Es passt einfach, und es geht nicht ohne !

Größter Pluspunkt sind aber sicherlich die wunderschön arrangierten Melodien, die mit allerlei Samples und vielen weiteren akustischen (kosmischen) Genüssen versehen sind – zur Instrumentalisierung werden allerdings nicht nur Keyboard, Klavier und Gitarre eingesetzt. Sondern vielmehr alles, was man sich auf einem PowerMetal-Album ansatzweise vorstellen könnte. Und natürlich sind es die bombastischen Refrains, die allesamt zum Mitsingen einladen… es fällt unglaublich schwer, einen klaren Favoriten auf dem Album auszumachen – im Grunde schätze ich jeden einzelnen Song; was ebenfalls eine seltene Begebenheit ist. Doch wirklich nachhaltig beeindruckt haben mich Prince Of The Starlight und natürlich auch der Opener War Of The Universe, den ich unten als Hörprobe anhänge. Doch es hilft nichts… man sollte jeden einzelnen Titel einmal (mindestens !) gehört haben. Auch die ruhigen Zwischenstücke stören den Fluss nicht, im Gegenteil, sie verhelfen zu einer (eventuell nötigen ?) Atempause und bereiten den Hörer sinngemäß auf die noch folgenden Kracher vor. Wahrlich episch gerät auch der Titeltrack Prophet Of The Last Eclipse, der eine klare kosmische Hymne von knapp 12 Minuten Länge bildet. Abwechslung wird hier definitiv geboten – von brachialer Epicness bis hin zu etwas ruhigeren Passagen ist alles dabei. Es wirkt so… perfekt ! In Sachen Abwechslung gibt es aber natürlich ein besonderes zu erwähnendes Stück, nämlich New Century’s Tarantella. Wie genial ist das denn ? So kombiniert Turilli Tradition und Moderne (beziehungsweise Zukunft) in ein und demselben Lied. Ein wenig Tarantella tanzen, und daraufhin einen gar majestätischen Refrain mitsingen – das rockt, und zwar nicht zu knapp. Wenn ich „müsste“ – dann könnte ich auch jedem einzelnen Titel eine Wertung verpassen:

1. Aenigma – 10/10
2. War of The Universe – 10/10
3. Rider of The Astral Fire – 10/10
4. Zaephyr Skies´ Theme – 9/10
5. The Age of Mystic Ice – 9/10
6. Prince of The Starlight – 10/10
7. Timeless Oceans – 9/10
8. Demonheart – 10/10
9. New Century’s Tarantella – 9/10
10. Prophet of The Last Eclipse – 10/10

Was soll man noch zu diesem Album sagen ? Exakt, manchmal sagt ein Bild (oder auch ein Musikstück) mehr als tausend Worte. Ich kann dieses Album uneingeschränkt empfehlen, für mich ist es auch nach so vielen Jahren (seit der Veröffentlichung) immer noch ein Genuss. Es ist wie ein gutes, spannendes Buch dessen man einfach nie überdrüssig wird – weil es einfach zeitlos ist. Und so unendlich gut ! Die eingangs gestellte Frage ist klar mit einem ja zu beantworten – dieses Werk sprengt jeden (Wertungs-)Rahmen aufgrund von purer, kosmischer Epicness. Und damit wurde das Vorgängeralbum noch einmal um ein kleines Maß an Qualität übertroffen. Wird es so weitergehen… ? Es steht in den Sternen…

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