Filmkritik: „Survival Of The Dead“ (2009)

Filmtitel: Survival Of The Dead
Regie:
George A. Romero
Mit: /
Laufzeit:
86 Minuten
Land:
USA
Genre:
Horror / Komödie

Inhalt: Die Welt ist noch lange nicht von den Untoten befreit. Im Gegenteil – es gibt kaum noch Flecke auf der Landkarte, die man zu „zombiefreien“ Gebieten erklären könnte. Dennoch ist ein kleiner Trupp von Hartgesottenen auf der Suche nach genau solch einem Ort. Da kommt ihnen ein Aufruf eines alten Mannes namens Patrick O’Flynn (Kenneth Welsh), der eine idyllischen Insel kennt, gerade recht. Das Problem: er wurde von dort verstossen, nachdem er wieder einmal eine Meinungsverschiedenheit mit dem anderen großen Familienoberhaupt der Insel, Shamus Muldoon (Richard Fitzpatrick) hatte. Der hat einen ganz anderen Lösungsansatz für die Zombieplage: er will sie domestizieren, und vor allem dazu bringen, eine andere Nahrungsquelle als Menschenfleisch zu nutzen. Zusammen mit seinen neuen „Freunden“ kehrt O’Flynn nun also zurück auf die Insel, und versucht seinen Widersacher loswerden. Es stellt sich alsbald heraus, dass diese Insel womöglich doch nicht das erwartete Paradies darstellt, welches sich alle erträumt haben. Es bleibt nur eine Frage: wie viele werden es noch schaffen, der Insel lebend zu entkommen ?

Kritik: Eine gehörige Prise Trash und ein enormer Spaßfaktor – dies sind die Merkmale des mittlerweile sechsten Teils der Zombie-Saga von George A. Romero. Durchaus kann man ihm den Titel „Altvater des Genres“ verleihen – der Mann weiss, was er tut und kennt sich aus. Selbstverständlich gilt es, diesen „Horrorfilm“ allerhöchstens ansatzweise ernst zu nehmen – denn besonders die Ereignisse auf der Insel sind geradezu irrwitzig und abstrus. Sonderlich „ernst“ zu betrachten sind wohl auch nicht die Dialoge, die an Plumpheit und Stumpfsinn nicht zu überbieten sind. Nur ein Beispiel: O’Flynn taucht aus dem Wald auf und erschießt seine Zombietochter. Dann ein kurzer Dialog… „Alles klar ? Klar wie ein Quell“ – und er verschwindet genauso schnell, wie er aufgetaucht ist. Aber auch hier gilt: all dies ist so beabsichtigt, und sorgt für einige zusätzliche Lacher beim Publikum.

In Sachen Innovation gibt es – nebem dem neuen Setting – allerdings nicht allzu viel zu berichten. Die „Zombies“ werden klischeehafter (und eintöniger) als eh und je inszeniert. Sie bewegen sich scheinbar wie in Zeitlupe, und stellen von daher keine wirkliche Gefahr dar. Die Charaktere sind zwar recht bunt zusammengewürfelt, doch keiner schafft es, wirklich hervorzustechen – bis auf die beiden „Clanchefs“, die sich auch nach dem Tod noch bekriegen würden… makaber: die Versuche, die Zombies zu domestizieren, beziehungsweise ihnen anderes Fleisch vorzuhalten. Dies ist mit Sicherheit eine der besten, wenn auch lachhaftesten neuen Ideen – die hier präsentierte „Lösung“ übertrifft wohl alles bisher dagewesene. Weitere „Sehenswürdigkeiten“ finden sich in Form einer reitenden Zombietochter (die später sogar mal einen Bissen von ihrem Reittier riskiert), in übertriebenen Splatter-Szenen und einem abgeklärten Jungspund, gespielt von Devon Bostick. Der sorgt für zusätzliche Abwechslung in der Truppe, und spielt seine Rolle vergleichsweise ernst. Besagte Splatterszenen kommen übrigens recht selten vor, es besteht also kein Vergleich zu wahren Kunstblut-Metzelorgien a’la der Neuverfilmung von Dawn Of The Dead.

Man sollte in diesem Film keinesfalls zuviel hineininterpretieren – manche Kritiken lesen sich fast schon wie eine Satire-Kritk auf einen Satire-Film. Ein Beispiel gibt es beispielsweise auf Filmstarts.de, in dem der Autor Florian Schulz schreibt: […] Insel erweist sich als morbides Paradies, als irdisches Abbild ewiger Dualismen und als Schauplatz eines erbitterten Kampfes. Ob ethisch, religiös oder gar mythologisch; von der Euthanasie über mormonischen Eifer bis hin zum Dilemma von Skylla und Charybdis – der finale Akt eröffnet mehrere Deutungsebenen […]. Das passt nicht wirklich zusammen, und es ist fraglich; ob Romero’s Intention eine derart hoch gestochene war. Man sollte Survival Of The Dead einfach ganz nüchtern betrachten, er dient der Unterhaltung – nicht mehr und nicht weniger. Entsprechend gespannt und gut gelaunt wird man die Spieldauer erleben – es gibt keinerlei Leerlauf und das Erzähltempo bleibt konstant. Kautzige Oneliner und ein westernartiges Redneck-Gehabe wechseln sich mit etwas expliziteren Charakterbeleuchtungen ab, als Hauptgerüst dient nach wie vor die altbekannte Zombie-Thematik – mitsamt ihren neusten Vertretern, den reitenden Zombiedamen und den Pferdefleisch-Essern.

Fazit: In technischer Hinsicht macht Survial Of The Dead sicherlich die beste Figur, alles wirkt höchst versiert und professionell abgedreht. Die Optik ist nett und bietet genügend Abwechslung zwischen dunklen Nachtszenen und halbwegs klaren Inseltagen, der Schnitt ist nicht zu hektisch und besonders die Landschaftsaufnahmen wissen zu glänzen. Zu loben ist sicherlich auch das Spiel der Darsteller, welche allesamt recht glaubwürdig (oder entsprechend überzeichnet) daherkommen. Hier wurde nichts dem Zufall überlassen – Romero’s Zombie-Eskapen sind längst ein Kalkül für etwas anspruchsvollere Zombiefans, die neben abgedrehten Splatterszenen auch eine interessante Story und einen gelungene Inszenierung zu schätzen wissen.

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