Metal-CD-Review: EMERALD SUN – Regeneration (2011)

Land: Griechenland – Genre: Melodic Power Metal

1. We Won’t Fall
2. Theater of Pain
3. Where Angels Fly
4. Regeneration
5. Starchild
6. Speak of the Devil
7. Planet Metal
8. Chasing the Wind
9. Fantasmagoria
10. Holding out for a Hero (CD Bonus)

Emerald Sun sind zurück… und das mit einer enormen Kraft und Spielfreude. Während ihr vorheriges, 2007er-Album ESCAPE FROM TWILIGHT (Review hier) bereits überzeugen konnte, so strebt dieser Nachfolger es nach beinahe 4 Jahren an, noch besser zu sein.

Aber, werden die hohen Erwartungen auch erfüllt ? Dazu muss man sich allerdings zunächst die eigentliche Zielgruppe des Albums beziehungsweise der Spielart von EMERALD SUN ansehen. Und das sollten in erster Linie Freunde eines dezent Klischee-behafteten Power Metals sein, wobei man hier auch durchaus vom Subgenre des Happy Metals a’la FREEDOM CALL sprechen könnte. So wirkt auch die Produktion insgesamt recht glattgebügelt – Liebhaber komplexer Arrangements oder explizit ernster musikalischer Themen werden wohl ihre liebe Mühe mit REGENERATION haben. Immerhin, die über 12-minütige Hymne FANTASMAGORIA bietet zumindest ein wenig des guten alten LEGACY OF HATE-Feelings a’la CELESTY; und wartet mit einer großen Portion Abwechslung und weiblichen Gastauftritten auf – sodass vielleicht auch die eben erwähnten Kritiker ihren Gefallen am ein oder anderen Stück des Albums gefallen finden könnten wenn sie es nur riskieren. FANTASMAGORIA ist dabei sicherlich einer der härteren und vom Tempo her gemäßigten Titel des Albums, der hauptsächlich auf die versierten Gesangspassagen aufbaut. Und das gelingt auch bravourös.

Manchmal gehört eine ganz spezielle Art des musikalischen Kitschs wohl auch einfach dazu, gerade im breit gefächerten Genre des Power Metal. Eingängige Refrains, nicht immer für voll zu nehmende Texte, ein satter Double-Bass und melodiöses Gitarrengeplänkel – in dieser Hinsicht könnte REGENERATION sogar als Offenbarung gesehen werden. Bereits der Opener WE WON’T FALL macht es deutlich: ans Aufgeben denkt hier wohl niemand, trotz möglicher Kritik. Im Gegenteil, mit geschickt eingesetzten Synthie-Samples und glasklaren, leicht verspielten Riffs überzeugt der Track; nicht zuletzt durch seine Ehrlichkeit. Ein begründetes Fuck You ist schließlich auch eine Art der Kommunikation. EMERALD SUN scheinen eben gern mit Worten zu spielen, was auch dazu führt dass das Album nicht immer ernstzunehmen ist. Es ist vielmehr ein gute-Laune-Album geworden das unterhält und die Fantasie anregt. Und so bleibt offen, was genau man sich unter dem THEATER OF PAIN vorzustellen hat – so bedrohlich der Titel, und teilweise auch die Lyrics klingen; dieser Track ist einer der energiereichsten des Albums und fasziniert mit einer absurd-melodischen Instrumentalisierung.

WHERE ANGELS FLY und das Instrumental REGENERATION sind dann in erster Linie leicht von der Hand gehende Titel, die die Vision einer besseren Zeit und eines utopischen Ortes heraufbeschwören – was durchaus treffend erscheint in Anbetracht des folgenden STARCHILD. Hier handelt es sich um eine wahre Hymne die Laune macht und durch eine enorme Kraft getragen wird. Es folgt SPEAK OF THE DEVIL, der wiederum einer der härteren Titel des Albums ist – natürlich ohne dabei wirklich düster zu klingen. Wie auch die feucht-fröhliche Heavy-Metal-Hymne PLANET METAL, die bei näherem Hinhören mit mekwürdigen Lyrics daherkommt.

Fazit: Zieht man REGENERATION und das Vorgängeralbum ESCAPE FROM TWILIGHT gleichzeitig zu Rate, so wird man wohl kaum qualitative Unterscheide ausmachen können. Der Vorgänger wirkte insgesamt etwas ernster, der damalige Titeltrack SCREAM OUT LOUD verdammt stark – während es nun eher gradlinige und nicht selten fröhliche Metal-Hymnen sind, die zelebriert werden. Ein kleiner Wermutstropfen ist dann höchstens nur noch die relativ kurze Spieldauer des Albums – nimmt man das kurze Instrumental, den Bonustrack und vielleicht noch FANTASMAGORIA weg, dann bleibt nicht mehr allzuviel.

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