Filmkritik: „Arlen Faber / The Answer Man“ (2009)

Filmtitel: Arlen Faber (AKA: The Answer Man)
Regie:
John Hindman
Mit: /
Laufzeit:
97 Minuten
Land:
USA
Genre:
Drama / Tragikkomödie

Inhalt: Arlen Faber (Jeff Daniels) ist der wohl berühmteste Autor dieser Tage, da er ein weltweit unglaublich erfolgreiches Buch mit dem Titel „Me and God“ geschrieben hat. Zahlreiche Übersetzungen, zahlreiche gewinnbringende Bücher-zum-Buch sind die Folge, und auch Interview-Anfragen gibt es zuhauf. Doch der exzentrische Arlen zieht es vor, seine wahre Identität geheimzuhalten – und das schafft er auch, und zwar bis zu dem Tag an dem er Kris Lucas kennenlernt, einen Buchladenbesitzer; und Elizabeth, eine alleinerziehende Mutter. Diese beiden zwingen Arlen aus seiner sozialen Isolation herauszukommen – der eine indem er ihn mit allerlei wichtigen Fragen „beglückt“ (schließlich weiss ein Arlen Faber so gut wie alles), die andere indem sie erstmals wieder Liebesgefühle bei Arlen weckt. So nimmt der zurückgezogene Mann wieder mehr am gesellschaftlichen Leben teil, doch all die Zeit der Ausgrenzung hinterließ ihre Spuren – er verpatzt die ein oder andere Situation. Und außerdem muss er offenbar noch mit seiner Vergangenheit abschließen…

Kritik: In der Tat handelt es sich hier um eine Liebeskomödie, die als erstes gar nicht mal so sehr danach aussieht. Doch dies bedeutet in diesem Fall nur gutes: im Gegensatz zu anderen Hollywood-Liebeskomödien herrschen hier weniger allgemeiner Kitsch und unsäglicher Schmalz. Stattdessen bekommt man das (chaotische) Porträt eines Buchautors zu sehen; und erfährt, was für eine Einstellung ein Mann wie Arlen zum Leben hat – wenn er denn schon einmal mit Gott höchstselbst gesprochen hat, wie er behauptet… eben diese Charakterisierung fällt sehr gelungen und situationsbedingt komisch aus – irgendwie schließt man die Figur sofort in sein Herz, auch wenn die jeweiligen Handlungen derselben eher nicht dafür sprechen. Doch dieses Gefühl steht stellvertretend für den Prozess, den Arlen Faber im Laufe des Films durchmacht – er wandelt sich, und zwar merklich. Das Ganze findet letztendlich in Rahmen einer angenehmen Spieldauer und einer ausgewogenen Mischung aus Comedy und Ernsthaftigkeit statt.

Etwas schade ist, dass man bei der Figur von Elizabeth (Lauren Graham) – im Gegensatz zu der von Arlen – dann doch wieder stark in die Klischee-Kiste gegriffen hat. Kann eine etwas andere Liebeskomödie nicht zwei etwas andere Charaktere vertragen ? Doch hier ist wieder einmal wenig Spannung geboten: alleinerziehende Mutter, tolles Aussehen, überhaupt kein(e) Makel. Das ist schade, entsteht so doch – besonders gegen Ende des Films – dieses typische Gefühl einer „Gelecktheit“, wie sie sonst nur bei Riesen-Hollywoodproduktionen a’la Und Dann Kam Polly vorherrscht. Life is beautiful here in america… unter Authentizität und Nachvollziehbarkeit (wie es besonders bei einer Komödie der Fall sein sollte) versteht man aber anderes. Leider färbt diese Entwicklung gegen Ende hin noch auf einen anderen Bereich ab – so wirkt Arlen’s Wandlung ebenfalls nicht wirklich glaubwürdig und ein wenig aus der Luft gegriffen. Er hilft eben auf seine Art – so hat man es wohl darstellen wollen, wenn er in Gesprächen schon nicht gerade ein Höchstmaß an Empathie aufbringen kann. Doch es kann eben auch so wirken: er „verkauft“ seinen Status endlich an die Aussenwelt, und lässt einen armen jungen Mann am „Gewinn“ teilhaben. Folglich bliebe er Kris Lucas gegenüber derselbe… „miese Typ“ der er war, und hilft ihm lediglich in finanzieller Hinsicht.

Fazit: Sei es drum, der Film sorgt für gute Unterhaltung und einiges an Kurzweil. Bild und Ton bewegen sich auf einem hohen Niveau, so wie auch die schauspielerischen Leistungen. Wer eine etwas ausgefallenere Liebeskomödie  sehen möchte, der sollte zugreifen. Von einer Höchstwertung ist Arlen Faber aber immer noch meilenweit entfernt – dafür ist das Ganze dann doch noch viel zu gewöhnlich; und auch viel zu brav. Relativ fix und unspektakulär geht es auch zur Wertung…


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