Filmkritik: „13 Moons“ (2002)

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Originaltitel: 13 Moons
Regie: Alexandre Rockwell
MitJennifer Beals, Elizabeth Bracco, Steve Buscemi u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 93 Minuten
FSK: unbekannt
Genre: Komödie / Drama
Tags: Komischer Kauz | Duo | Clowns | Freundschaft | Schicksal

Ein tollkühner nächtlicher Ritt.

Inhalt: Zwei noch namenlose Clowns sind in ihrem Beruf wenig erfolgreich… als sie eines Tages auch noch ein (kindlicher) Zuschauer wüst beschimpft, scheint es erst einmal vorbei mit der Karriere. Doch der Abend hält noch mehr böse Überraschungen für Bananas (Steve Buscemi) und Binky (Peter Dinklage) bereit – Bananas‘ Frau Suzi (Jennifer Beals) trifft unglücklicherweise auf seine aktuelle Freundin Lily (Karyn Parsons), woraufhin erstere ein wenig… durchdreht. Sie landet im Gefängnis – und die beiden Clowns nehmen die Hilfe von einem namhaften Vermittler namens Mo (David Proval) an, der wiederum einiges zu tun hat. Denn der verhandelt noch den Fall von Sanandra (Rose Rollins), der Frau von einem Rap-Mogul namens Lenny (Daryl Mitchell), und hat außerdem noch seinen eigenen Sohn (Austin Wolff) am Hals. Das ungleiche Team macht sich auf den Weg… und muss inmitten all des Trubels auch noch eine Spenderniere auftreiben, und zwar von einem völlig entgeisterten Alkohol- und Drogenabhängigen (Peter Stormare). Und dann sind da noch 3 vom „rechten Weg“ abgekommene Priester… die sich ebenfalls zur Truppe gesellen und die ein oder anderen grundsätzlichen Fragen an das Leben stellen.

Kritik: Man braucht kein Geheimnis daraus zu machen – ja, die Story von 13 Moons ist ein wenig verwirrend. Die Ereignisse überschlagen sich, und ein bunter Haufen von Charakteren findet – wohl ohne jemals an dergleichen gedacht zu haben – einen gemeinsamen Nenner, nämlich ein krankes Kind dem es zu helfen gilt. Der Film offenbart hierbei mindestens zwei Besonderheiten: zum einen handelt es sich um ein Low-Budget-Independent-Projekt, welches mit einer normalen Handkamera gedreht wurde – dementsprechend „authentisch“ fällt das Ergebnis aus. Zum anderen beschränkt sich die Handlung auf nur einen einzigen Tag, beziehungsweise eine Nacht – jedoch, eine relativ aufregende ist es allemal. Doch eigentlich ist alles am und im Film ein klein wenig speziell – nicht immer im positiven Sinne, aber von einem einzigartigen Werk kann man definitiv sprechen. Die Geister werden sich scheiden – doch von einem wahrlich genialen B-Movie ist ein 13 Moons leider weit entfernt.

In Sachen Handlung gibt es – neben der Plotbeschreibung eigentlich wenig zu berichten. Der Film wirkt insgesamt sehr improvisiert, und zwar in allen Belangen. Es scheint, als hätte man sich vorab nur ein ungefähres Bild der Szenerie gemacht, und alles weitere aus den skurrilen Dialogen und Charakterporträts entstehen lassen – wenn man sich darauf einlassen kann, funktioniert der Film auch… halbwegs. Denn letztendlich hinterlässt keiner der Charaktere einen wirklichen Eindruck beziehungsweise hat eine wirklich bedeutende Rolle – ausser natürlich, allerlei (durchaus witzige) Sprüche zu ziehen, sich merkwürdig zu verhalten, ja sogar so etwas wie „Freundschaften“ mit den anderen „zufällig“ Anwesenden zu schließen. Gerade in diesen Momenten funktioniert der Film bestens: wenn sich einer der Anwesenden fragt, was Person X und Person Y eigentlich hier machen – sie kennen sich nicht, haben nichts miteinander zu tun – und doch halten sie, wie durch ein unsichtbares Band, zusammen. Wenn auch nur für eine Nacht… und für ein Kind, das schwer krank ist.

So bleibt die letztendliche Botschaft einerseits klar, andererseits geht sie ein wenig im allgemeinen Kuddelmuddel unter. Merklich schwach inszenierte Szenen, die die Bedeutungsschwere einzelner Momente darstellen sollen, wirken eher lächerlich. So gibt es einen Ballon, der langsam gen Himmel aufsteigt; und den alle Protagonisten betrachten. Das wirkt etwas deplatziert, auch wenn die Metapher dahinter klar ist. Andere Szenen werden in einer Art Zeitlupe gespielt, und mit einer tragischen Musik untermalt – hier wird aber auch nicht mehr ersichtlich als dass die Protagonisten sich früher schon einmal – unbemerkt – über den Weg gelaufen sind. Halten wir Menschen also in Extremsituationen, in denen es unsere moralische Pflicht ist, anderen zu helfen zusammen – so unterschiedlich sie auch sein mögen ? Dies ist aber beileibe die einzige, tiefer gehende Frage, die dieser Film aufzuwerfen vermag. Alles andere dient der puren Unterhaltung – und wirklich langatmig wird es aufgrund all der Absurditäten tatsächlich nicht.

Fazit: Technisch gesehen ist das Ganze mehr als durchwachsen – Stwichwort Handkamera: die Kameraführung ist entsprechend wackelig, der Film wirkt einfach nicht wie ein „echter“ Film. Eher wie ein Behind-The-Scenes Einblick, der einige (sicherlich sympathische) Darsteller beim Dreh zu einem Film zeigt. Das Problem: es ist eben doch ein Film, beziehungsweise soll es einer sein. Das funktioniert nur bedingt – als Grundvoraussetzung für die Zuschauer gilt es wohl, einige der mitwirkenden Darsteller zu kennen und zu mögen. Denn diese setzen sich teilweise wohl tatsächlich selbst in Szene… Einige gute Einfälle sind dabei, aber auch einige Durststrecken, viele „böse Wörter“ und ein absolut unprofessioneller Gesamteindruck. Doch das war ja augenscheinlich auch genau so geplant.

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„Weder Fisch noch Fleisch.“

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